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Kirche 2017 – Zwischen Bundestagswahl und Religionskrieg

11. Januar 2017

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Dieses Jahr ist natürlich das ganz große Werbejahr der Kirchen, dafür gibt es sogar einen Bonusfeiertag, denn es steht der 500. Jahrestag der Reformation an. Dies feiern natürlich nicht nur die Protestanten, sondern die Katholiken ebenfalls, will man sich dort doch eine solche Möglichkeit ganz offensichtlich nicht nehmen lassen. Nun ist es auch so, dass die Kirchen ganz allgemein längst jeden Strohhalm benötigen, da sie weiterhin mit der großen Austrittswelle zu kämpfen haben, welche allerdings in diesem Jahr kaum abebben dürfte, wie sich hier noch zeigen wird. Mit dem angesprochenen Jahrestag feiert man sich vor allem selber, was natürlich an den vorherrschenden Problemen nichts verändern wird aber an denen möchte man offensichtlich auch nichts verändern, wie sich vom Umgang mit dem unfassbaren Kindesmissbrauchsskandal genauso zeigt, wie beim Thema Homophobie oder mangelnder Distanzierung vom großen Religionskrieg. Ein halbes Jahrtausend nach der Reformation sind grundlegende Veränderungen bei den Kirchen längst deutlich überfällig, da man davon nicht ausgehen kann, wird ihre Bedeutung weiter schwinden, was allerdings aus den genannten Gründen einfach angemessen scheint. Sich in einer solchen Situation nun auch noch massiv in die Politik einzumischen, ist da nur ein weiterer ungeschickter Schachzug, welcher die Situation nicht verbessern wird.

Die Bundestagswahl 2017
Die große Wahl in diesem Jahr ist erst einmal kein wirklich klerikales Ereignis, sollte man zu mindestens meinen. Befasst man sich allerdings auch nur ein wenig intensiver mit diesem Thema, stellt man schnell fest, wie verwoben Religion und Staat in Deutschland miteinander sind, was so eigentlich gar nicht der Fall sein dürfte. Wirft man einen Blick auf die Dauermachtclique und ihre Steigbügelhalter, erkennt man, dass nicht nur CDU und CSU von den Kirchen unterwandert sind und es so zu der angesprochenen, nicht hinnehmbaren Nähe kommt. So muss man davon ausgehen, dass auch die Kirchen in verschiedenen Arten Einfluss auf den Wahlkampf nehmen werden und dies natürlich ganz im Sinne des vorherrschenden Systems, nicht umsonst dominieren die C-Parteien schon so lange die Macht in Deutschland und noch ist sogar ein Kirchenmann das Staatsoberhaupt. In anderen Regionen der Welt würde man so etwas wohl in die Nähe eines Gottesstaats rücken. Natürlich spielt in diesem Kontext auch der große Religionskrieg, um welchen es gleich noch ausführlicher gehen wird, eine nicht unerhebliche Rolle. An dieser Stelle treffen sich Politik und Kirche doch sehr deutlich. Nun haben sich aber längst demokratische Kräfte aufgetan, welche bessere Wege aufzeigen, als das, was man in den letzten Jahrzehnten vom kritisierten System präsentiert bekam. Diese werden seit geraumer Zeit auf immer absurderen Wegen bekämpft, was für die gesamte westliche Welt gilt. In diesem Zusammenhang gilt es natürlich Russland zu erwähnen, wo man angeblich dafür verantwortlich ist, wenn Menschen sich gegen die Dauermachthaber im Westen, welche selbst höchst manipulativ arbeiten, erheben. Allerdings trägt nicht Russland die Schuld an den positiven Veränderungen im Westen, sondern die Menschen, welche kein Interesse mehr am vorherrschenden System haben. Somit dürfte klar sein, warum es von den Kirchen ungeschickt wäre, sich weiterhin für das beschriebene System bei den anstehenden Wahlen einzusetzen.

Der große Religionskrieg
Bei diesem Krieg, welcher in voller Härte mit 911 seinen blutigen Verlauf nahm und welcher sich zuletzt noch einmal massiv ausgebreitet hat und längst auch schwere Folgen in Deutschland hatte, sollte eigentlich auch ein großes Thema bei den Kirchen sein. Das wichtigste Stichwort in diesem Kontext bleibt natürlich Distanzierung. Nun wurde gerade schon beschrieben, wie verwoben natürlich das Christentum mit der Politik ist, was wohl auch ein Grund dafür ist, dass diese Distanzierung weiterhin ausbleiben wird. Das westliche Wirtschaftssystem ist längst gescheitert und droht das Wertesystem mit in den Abgrund zu reißen, was zum Teil erst einmal gar nicht grundlegend verkehrt ist, hat sich dieses doch zuletzt auch immer mehr zum Nachteil der Mehrheit verschoben. Mit dem Ausdehnungswahn der westlichen Welt, welcher maßgeblich von den USA vorangetrieben wird, da man so versucht, das Ende des Wirtschaftssystems immer weiter herauszuschieben, was schon zeigt, dass es keine Lösung darstellt, kommt es natürlich auch zu einer gewissen missionarischen Arbeit. Somit darf man nicht überrascht sein, wenn manche Kräfte längst von einem weiteren Kreuzzug sprechen und sich so angegriffen fühlen. Selbstverständlich bietet dies auch den idealen Nährboden für eine Radikalsierung anderer Religionen. Dem einfach nur mit ein paar altbekannten Worten für mehr Frieden in der Welt gegenüberzutreten, wie es Papst Franziskus regelmäßig tut, wird nicht im Ansatz ausreichend sein. Es muss endlich eine klare Distanzierung von diesem sinnfreien Krieg geben und dieser müssen natürlich auch die passenden Taten folgen. Geschieht dies nicht, belädt man sich weiterhin mit der Schuld, welche man der anderen Seite ständig vorwirft. Man sieht, auch für die Kirchen wird es ein wegweisendes Jahr und dies hat rein gar nichts mit dem großen Jubiläum zu tun.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Art for Europe » Was kommt 2017? // 26. Jan 2017 at 08:26

    […] überrascht sein, wenn es noch seltsamer kommen wird und dafür ist natürlich auch der große Religionskrieg mitverantwortlich, den man lange Zeit so gerne Kampf der Kulturen nannte, um vom tatsächlichen […]

  • 2 Art for Europe » 2018 – Ein Fest // 23. Jan 2018 at 09:00

    […] von Europa einsetzen. Ein weiteres Thema aus dieser Ecke bleibt natürlich der große Religionskrieg, welcher noch immer aktuell ist und für seine ganz eigenen Probleme sorgt. Wie gesagt, das […]

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