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Die Wahrheit des Wortes

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KfW oder Kreditanstalt für Wertvernichtung

18. September 2008

300 Millionen Euro an eine Bank zu überweisen, die gerade in die Pleite gegangen ist, ist schon eine erwähnenswerte Leistung. Man erinnere sich noch an den Beginn dieser Woche, als Lehman Brothers bekannt gab nun in die Pleite zu gehen. Weltweit gingen die Aktienkurse auf Talfahrt. In Deutschland allerdings hielt man, trotz massiv fallender Aktienkurse, weiter daran fest und versucht dies zum Teil im Moment noch immer, dass die deutschen Banken nicht betroffen seien. Da stellt sich wieder die Frage, was sind schon 300 Millionen Euro? Peanuts? Man kann es aber auch anders sehen, ganz nach dem Motto `Schließlich ist es Ihr Geld`. Denn die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) ist nicht irgendeine Bank, sondern eine Staatsbank und somit zahlt letztendlich der Steuerzahler.

Das Ende von HBOS

Die KFW Bank, die nun schon teilweise als Kreditanstalt für Wertvernichtung bezeichnet wird, fällt nicht zum ersten Mal negativ auf. Scheinbar interessiert sich aber niemand wirklich dafür. Wenn man den Aussagen einzelner Verwaltungsratsmitglieder Glauben schenken mag, ist es auch mit den 300 Millionen Euro nicht erledigt. Es ist jetzt schon eine Verdopplung auf 600 Millionen Euro im Gespräch. Was wollen uns die Eigentümer dieser Bank, also der Bund und die Länder eigentlich verkaufen. 600 Millionen Euro und die Bankenkrise hat Deutschland nicht erreicht? Wann wäre Deutschland denn erreicht? Muss erst eine große deutsche Bank in die Pleite gehen, damit die vermeintliche Finanzelite auch endlich die Globalisierungseffekte im Bankenwesen begreift.

Die Negativschlagzeilen gehen weiter, denn mit dem Notverkauf der Halifax Bank of Scotland PLC (HBOS) ist die Krise mehr als massiv in Europa gelandet. Nun hat sich die Lloyds TSB die HBOS einverleibt und somit sinkt der Wettbewerb immer weiter. Denn was wir hier sehen, ist ein abschmelzen des freien Wettbewerbs in der Finanzwelt. Immer weniger Bankhäuser diktieren den Weg. Es hat den Anschein als würde hier außer einer riesigen Menge an Kapital, auch Wettbewerb gezielt vernichtet. Gerade dies zeigt wieder sehr schön wer am Ende des Tages der Verlierer sein wird. Der durchschnittliche Bankkunde und das unabhängig davon, ob als Privatperson oder Unternehmer. Denn zum einen sind gerade in Krisenzeiten fleißige und solide Sparer gesucht und zum anderen stopft man, wo es nur geht, mit deren Steuergeldern, die durch falsches Management entstandenen Kosten.

Wer zahlt die Zeche?

Weserbank, IKB, Lehman Brothers, Merrill Lynch, HBOS usw. Das Angebot auf dem Markt verkleinert sich rasant. Es werden Milliarden an Kapital vernichtet und der Durchschnittsbürger, die Gesellschaft soll bluten. Das kann nicht sein. Hier hätten schon längst klare Signale der Politik her gemusst aber bislang fehlen diese. Stattdessen bemüht sich die Politik und die Wirtschaft weiter alles schön zu reden. Man verweist darauf, dass Anlagen in Deutschland gesetzlich gesichert seien. Das ist richtig, garantiert bis zu einer Summe von 20.000 Euro bzw. 90 Prozent des Kapitals. Danach sind wir ganz schnell beim Thema Einlagensicherungsfond, wo jeder sagt, dieser reiche problemlos aus um Krisen zu bewältigen. Ja, auch das ist richtig, bis zu einem gewissen Grad der Krise und ab dann könnte es spannenden werden. Aber bis dieser Punkt der Krise erreicht ist, was glücklicherweise in Deutschland noch lange nicht der Fall ist, müssten schon Massen an Milliarden vernichtet werden. Das dies allerdings schneller geht als man denkt, kann man sich im Moment sehr schön in den USA anschauen.

Natürlich muss der Staat, wie auch die Wirtschaft in dieser Form reagieren, denn was in solchen Krisenzeiten immer wieder tödlich ist, ist wenn die breite Masse plötzlich in Panik gerät und ihr Geld abzieht. Also beruhigt man die Gemüter, damit genau dieser Effekt nicht eintritt und die Märkte dann gänzlich vertrocknen. Als durchschnittlicher Bankkunde sollte man sich aber natürlich auch überlegen, bis zu welchem Punkt man bereit ist für die Fehler einer, sich gerne Selbstfeiernden, Elite aufzukommen. Gerade auch zu Zeiten, wo diese täglich beweist, wie schlecht sie arbeitet. Denn bei 300 Millionen Euro von einem technischen Fehler zu sprechen, ist zu einfach. Denn wer hat diese Technik entwickelt? Wer steuert diese Technik? Wer hat diese Technik eingekauft? Aller Wahrscheinlichkeit nach Menschen. Somit relativiert sich dann der technische Fehler auch wieder und man darf gespannt in die Zukunft schauen, welche Konsequenzen diese Krise noch haben wird und vor allem wer für diese aufkommt.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 michael weber // 19. Sep 2008 at 08:31

    bitte keine krokodilstränen!bitte kein hektischer aktivismus!was soll das alles,liebe politiker?das ist doch jetzt der kapitalismus den ihr immer wolltet und für den ihr gearbeitet habt.wir hier “unten” haben das überleben im “haifischbecken” schon gelernt,da sind wir eindeutig weiter ;-).
    michael weber /witten

  • 2 fwente // 22. Sep 2008 at 16:40

    geld wird nicht vernichtet, es wechselt den besitzer

Schreib was dazu