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Die Wahrheit des Wortes

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Kerstin Fritzl ist zurück im Leben

12. Juni 2008

Man hatte es sich in Österreich so sehr gewünscht, gerade jetzt im Sommer des Fußballs, zur Fußball-EM 2008 im eigenen Land, mit sportlichen Schlagzeilen zu überraschen. Allerdings gelingt dies nur zum Teil. Denn sowohl im Inzestfall von Amstetten um Josef Fritzl, wie auch im Fall der 1998 entführten Natasch Kampusch gibt es Neuigkeiten. Im Fall Josef Fritzl sind diese, soweit man das in einem solchen Fall überhaupt sagen kann, eher positiver Natur. Während sich im Fall von Natascha Kampusch scheinbar ein Skandal zusammenbraut. Es ist kaum vorstellbar, dass es sich im Fall von Amstetten tatsächlich nur um die Taten einer einzelnen Person, also um die von Josef Fritzl gehandelt haben soll. Genau an dieser Stelle findet sich nun auch der Bezug zu dem Fall von Natascha Kampusch.

Kerstin Fritzl ist wieder bei ihrer Familie

Kerstin Fritzl ist Anfang dieses Monats aus ihrem künstlichen Koma erwacht. Es muss ein bewegender Augenblick gewesen sein, wie die Pressekonferenz des behandelnden Krankenhauses zeigte. Denn die betroffenen Ärzte waren noch immer positiv überwältigt, sowohl von der Rückkehr ins Leben, wie auch von der dann folgenden, sehr gut verlaufenden Rekonvaleszenz der Kerstin Fritzl. Mittlerweile geht es ihr offensichtlich schon wieder so gut, dass sie endlich auch zu ihrer Familie konnte. Diese hat den anfangs für sie eingerichteten Pavillon mittlerweile verlassen können und lebt nun in einer Wohnung. Natürlich werden alle Opfer dieser schrecklichen Taten auch weiterhin völlig von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Es ist aber wohl so, dass sich die Familie nun endlich wieder komplett vereint fühlt und so ein weiterer positiver Schritt in eine positive Zukunft geschafft ist. Kerstin will wohl erst ein Mal eine Schiffsreise machen und sich ein Robbie Williams Konzert ansehen.

Kerstin Fritzl hatte in ihren 19 Lebensjahren niemals den Kerker, in dem sie geboren wurde, verlassen können. Dies führte zu einem multiplen Organversagen. Dies wiederum führte dazu, dass Josef Fritzl der Peiniger seiner Opfer dafür sorgte, dass sie in ärztliche Behandlung kam und somit überleben konnte. Man darf es wohl nur als Zynismus einstufen, dass dieser Schritt, der zum Ende des Martyriums aller von ihm gefangenen Opfer führte, von ihm als etwas Positives dargestellt wurde. Wie das Gericht dies alles sieht und einstuft, wird sich wohl im Herbst dieses Jahres zeigen, denn dann soll der Prozess beginnen. Ob sich Josef Fritzl auch an der heute 19 Jahre alten Kerstin Fritzl vergangen hat, ist wohl auch untersucht worden aber auf Grund des laufenden Ermittlungsverfahrens will man hierzu keinerlei Aussagen machen. Weiterhin bleibt es auch absolut unvorstellbar, dass eine Tat in einem solchen Umfang, gänzlich unbemerkt von nur einem Täter durchgeführt worden sein soll.

Neue Ermittlungen im Fall Natasch Kampusch

Natasch Kampusch, die selber am 2. März 1998 entführt wurde und über acht Jahre von Wolfgang Priklopil gefangen gehalten wurde, ist nun auch wieder in den Schlagzeilen. Denn laut einem Sternbericht, wird ihr Fall nun nach fast zehn Jahren erneut aufgerollt, da es ganz offensichtlich Ermittlungspannen gab. Es wird wohl nun auch in die Richtung ermittelt werden, dass Wolfgang Priklopil, der sich am 23.08.2006 das Leben nahm, kein Einzeltäter war. Scheinbar gab es noch einen Mittäter. Das Problem im Fall Natascha Kampusch ist, dass es sich bei ihr mittlerweile nicht nur um das Opfer eines grausamen Verbrechen handelt, sondern auch um einen Medienstar, der nun sogar mit `Natascha Kampusch trifft` eine eigene Talkschau hat, die auch in Deutschland ausgestrahlt wird. Ob all dies positiv für die Ermittlungen, wie aber auch für die Psyche des Opfers ist, darf wohl bezweifelt werden. Denn es wird in solchen Fällen immer schwerer zu unterscheiden, was Realität und was PR ist.

Im heutigen, immer schneller werdenden Medienzeitalter, wo es selbst im Internet eine Gedenkseite für den Täter im Fall Natascha Kampusch gibt, auf der es wiederum einen Link zu einer Fritzl-Seite gibt, darf man Fragen nach Ethik und Moral wohl kaum noch stellen. Denn selbst solch gravierende Straftaten, wie die beiden hier beschriebenen, werden gnadenlos kommerziell ausgeschlachtet. Nun bleibt es abzuwarten, was die neuen Ermittlungen im Fall Natascha Kampusch ergeben und dies gilt auch für das anstehende Strafverfahren im Fall Josef Fritzl. Im letzteren Fall bleibt zu hoffen, dass das Aufsehen um die Opfer schneller abklingt, als im Fall Natascha Kampusch und sie nicht auch zu solchen Medienstars werden. Denn auch bei Medienstars, kann man wohl kaum von einem normalen Leben sprechen und genau das ist es, was man den Opfern am meisten wünschen sollte. Ein weitestgehend normales Leben und die lückenlose Aufklärung der an ihnen begangenen Straftaten.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Neues aus Österreich

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 BianaSchissel // 17. Okt 2012 at 12:22

    die regierung ist genauso scheiße pervers

Schreib was dazu