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Die Wahrheit des Wortes

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Kein WSV bei den Krankenkassen

26. Januar 2010

Stimmt schon, Krankenkassen gibt es schon lange nicht mehr, die nennt man ja seit längerem schon Gesundheitskassen. Aber es gibt auch seit sechs Jahren keinen Winterschlussverkauf (WSV) mehr und trotzdem beteiligen sich auch in diesem Jahr wieder gut zwei Drittel aller Händler an etwas, was es gar nicht mehr gibt. Aber Rabatte braucht das Volk, denn irgendwie müssen die immer größer werdenden Löcher in den Geldbörsen der Menschen gestopft werden, womit wir wieder bei den kranken Kassen wären, die sich eben Gesundheitskassen nennen, obwohl bei ihnen scheinbar kaum etwas gesund ist. Denn die Finanzen sind ganz offensichtlich sehr marode, so kommt es nun eben zu Zusatzbeiträgen von 8 Euro, die nicht wirklich überraschen, auch wenn sie so lange wie möglich, verneint worden sind. Natürlich sind die 8 Euro keinen zufällige Zahl, genauso wenig, wie es Zufall zu sein scheint, dass hier ein unendlicher Drang nach immer mehr Kapital besteht.

Unbegrenztes Kapital
Bevor es ausführlich um die Gesundheitskassen gehen soll aber noch einmal kurz zurück zum WSV. Hier wird in Nachrichtensendungen für Rabatte bis zu 80 Prozent geworben und dies ist natürlich in vielerlei Hinsicht erstaunlich. An Werbung in Nachrichtensendungen hat man sich scheinbar schon gewöhnt, auch wenn man mehr als geteilter Meinung sein darf, was so etwas in den Nachrichten zu suchen hat. Aber 80 Prozent Rabatt werfen natürlich auch wieder noch ganz andere Fragen auf, wie die Frage nach den Kalkulationen dahinter. Natürlich wird auch hier alles bestens kalkuliert sein, denn immerhin sprechen wir auch im Bereich des Einzelhandels oft genug von Experten und sollte es doch einmal nicht ganz so gut laufen, hat man halt den nächsten Fall, wie Quelle oder Hertie. Jeder dürfte wissen, dass das natürlich nur Einzelfälle sind, wobei sich hier natürlich auch wieder der Vergleich mit dem halbvollen bzw. halbleeren Wasserglas anbietet und vielleicht sind die Unternehmen, die es schaffen, am Ende des Tages die Einzelfälle und nicht die Regel.

Wie groß die Managementprobleme in Deutschland sind, hat man in den letzten Wochen und Monaten quer durch die Wirtschaft sehen dürfen, was natürlich massive Qualitätsfragen aufkommen lässt und diese gehen im Bereich der Gesundheitskassen bis in die Politik. Grundsatz auf diesem Sektor scheint aber auch zu sein, dass man unbegrenztes Kapital zur Verfügung hat, denn warum sollte man an Managergehältern sparen oder günstigere Tarife mit Krankenhäusern oder gar der Pharmaindustrie aushandeln, wenn man doch scheinbar ohne Probleme immer weiter an den Beitragsschrauben drehen kann. Es wäre wohl kaum eine große Überraschung, wenn es schon bald mehr als diese 8 Euro im Monat würden, immerhin ist wesentlich mehr zulässig. Die 8 Euro haben nur den Vorteil, dass die Unternehmen sie durchbekommen ohne die Einkommen der Betroffenen zu prüfen. Jetzt ist es im Gesundheitswesen nun einmal noch wesentlich wichtiger, als in anderen Bereichen der Gesellschaft, dass die Politik mitzureden hat. Lange Jahre war hier Ulla Schmidt (SPD) federführend, allerdings war ihr Ausscheiden mit dem miserablen Abschneiden der SPD bei der letzten Bundestagswahl besiegelt und nun ist es an ihrem Nachfolger Philipp Rösler (FDP) hier für nachhaltige Verbesserungen zu sorgen.

Die Rendite ihrer Gesundheit
Eine Hauptsache, um die sich Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) wohl kümmern sollte, ist eine radikale Umkehr im Gesundheitswesen. Das man auch in diesem Bereich immer häufiger von Rentabilität und Renditen spricht, ist natürlich auch ein ethisch, moralisches Problem aber dies ist in der heutigen Zeit oftmals ein Problem, über welches man gerne einmal hinwegschaut. Es scheint das hier der Grundsatz gilt, dass zu erst der Profit und dann die Gesundheit kommt und das darf man durchaus als krank bezeichnen. Auch hier kann man dann aber wieder geschickt die Medien nutzen und verteilt, wie durch Zufall, kurz vor der Anhebung noch die Nachricht, dass die Deutschen auch besonders oft zu Arzt gehen. Man wollte hier scheinbar die Rechtfertigung direkt vorausschicken. Dies mag auch alles inhaltlich seine Richtigkeit haben aber es sind keine überraschenden Neuerung, also sollte man doch als guter Manager auf so etwas vorbereitet sein. Dies ist aber scheinbar nicht der Fall und man wird in jedem Jahr von den gleichen Fakten erneut überrascht und hier muss dann eben die Politik einwirken, möchte man dort verhindern auf einer Stufe mit dem Rest zu stehen.

Es sei auch noch einmal daraufhingewiesen, dass man hier auch wieder neue Ungerechtigkeiten schafft, gegen die man schnellstens etwas unternehmen sollte, denn gut 100 Euro im Jahr stellen in Deutschland für viele Menschen einen riesigen Berg Geld dar. Das dies für Menschen, die ansonsten gerne schon einmal Millionen oder auch Milliarden Euro an andere Stellen der Wirtschaft verteilen, kaum vorstellbar ist, ist noch einmal ein ganz anderes Problem. Wenn man sich nur einmal vor Augen hält, wie teuer das scheinbare Missmanagement im Kontext des Impfstoffes gegen die Schweinegrippe war und wie sehr sich die Pharmaindustrie hier auch noch nach einer Teilstornierung gefreut haben dürfte, wird einem ganz schnell klar, wo der Hebel angesetzt werden muss. Es kann nicht sein, dass Familien, die zum Beispiel von Hartz IV leben müssen, unter solchen Systemfehlern leiden. Man kann schlecht von einem gerechten Sozialstaat sprechen, in dem die Verantwortlichen aus der Wirtschaft aber natürlich auch aus der Politik keine Verantwortung für ihr Fehlverhalten tragen müssen, während die Armut im Land immer größer wird. Dieser Zustand ist weder sozial, noch gerecht aber leider auch noch in anderen Bereichen des Lebens immer mehr die Realität.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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