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Die Wahrheit des Wortes

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Julian Assange – Die Hetze geht weiter

9. Dezember 2010

In dieser Woche wurde Julian Assange, der Begründer von Wikileaks, in London verhaftet, wie es überall zu lesen war. Diese Aussage ist natürlich inhaltlich einmal mehr völlig korrekt aber erst wer weiter liest, stellte fest, dass man hier nicht von einem Fahndungserfolg oder ähnlichem sprechen konnte, sondern das sich der 1971 geborene Assange ganz schlicht freiwillig stellte. Man versuchte scheinbar vielfach ganz gezielt den Eindruck erwecken zu wollen, er sei von den Strafverfolgungsbehörden aufgespürt und verhaftet worden, wozu die allgemeine Kernaussage auch gut gepasst hätte. Es ist zu erkennen, dass Assange auch einen gewissen Teil der Medien mittlerweile gegen sich stehen hat und dies verwundert natürlich nicht, denn außer bei vielen Politikern dürfte Wikileaks auch bei den Medienvertretern, und hier vor allem bei denen der etablierten Massenmedien, Sorgenfalten hervorrufen. Denn Assange macht auch deutlich, dass sich auch im Internet eine große Front gegen das etablierte System aufgebaut hat und nun damit beginnt sich zu wehren.

Welthauptstadt Absurdistan?
Es ist eine Geschichte, die sich hier um das Thema Wikileaks und dessen Begründer Julian Assange aufbaut, die man eher für einen schlechten Krimi halten könnte, als das man in Betracht ziehen würde hier von der Realität zu sprechen. Da legt sich ein Australier, über den in der heutigen Informationsgesellschaft relativ wenig bekannt ist, mit den Mächtigsten dieser Welt an und dies auf eine ganz einfache Art und Weise, denn er präsentiert der Welt die Wahrheit und dies mit nichts anderem als mit knallharten Fakten, die manch einem die Sprache verschlagen. Vor allem wird so aber auch dem letzten klar, was für ein verlogenes und auch gefährliches Spiel die Politik doch ist. Das Bürger auf so etwas empört reagieren, ist selbstverständlich und es wird auch nicht gerade zu mehr Interesse an Politik führen, was ein trauriger und hoffentlich nicht gewollter Nebeneffekt ist. Das manch Mächtiger dieser Welt mehr als unzufrieden mit dieser Situation im Ganzen ist, erklärt sich von selbst, allerdings überraschen die Folgen, die all dies hat, doch massiv.

Kein normal denkender Mensch, wie auch immer man dies näher definieren möchte, würde wohl behaupten, dass man an dem schwedischen Haftbefehl, der später zu einem internationalen wurde, nicht fühlen konnte. In den Medien war zu hören, dass es letztendlich bei all dem nur darum ging, dass er ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte und die Frauen geschützten haben wollten. Hätte er dieses Detail beachtet, wäre es also gar nicht zu einer Strafverfolgung gekommen. Damit hier kein falscher Eindruck entsteht, natürlich ist ein solcher Sachverhalt, gerade auch in unserer heutigen Zeit, ein nicht geringer und es spricht auch gar nichts dagegen in diesem Kontext zu ermitteln aber ihn dafür gleich per internationalem Haftbefehl zu suchen, kann man schon als überzogen einstufen. Dies wurde dann allerdings noch von den Medien übertroffen, wo man es teilweise so darstellte, dass man den Eindruck gewinnen konnte, ein Julian Assange wäre etwa so gefährlich, wie ein Osama bin Laden. Für Politiker dürfte dies zum Teil natürlich auch tatsächlich so sein aber eben auf einer ganz anderen Ebene.

Journalismus 2020
Wenn Wikileaks aufzeigt, wie menschenverachtend und gefährlich die Politik ist, die in diesen Tagen unseren Alltag ausmacht, kann man dies natürlich als eine Gefährdung für die herrschende Clique aus vermeintlichen Eliten und Experten ansehen. Allerdings gilt es auch hier festzuhalten, dass diese Art auch zu einer Demokratie gehört. Eine solche Art des investigativen Journalismus, sollte in einer Demokratie sogar eine Grundvoraussetzung sein, ist sie aber in der heutigen Zeit ganz offensichtlich nicht mehr. Dies wird sich aber wohl in der Zukunft mehr und mehr ändern und bei den etablierten Medien zu einem immer größer werdenden Problem werden. Dies erklärt dann natürlich auch, warum Julian Assange doch auch einen gewissen Teil der angesprochenen Medien gegen sich hat. In der heutigen Zeit bekommt man nur zu oft das Gefühl, dass Medien nur noch die Meinung aus der Politik, wie aber auch aus der Wirtschaft ungeprüft und schon einmal gar nicht unabhängig recherchiert weiterverbreiten. So lange es hier kein ausreichendes Gegenmodell gibt, sind natürlich alle Beteiligten dieser Allianz aus Politik, Wirtschaft und Medien glücklich. Kommt dann natürlich eine Plattform, wie die 2006 gegründete Wikileaks daher, sind die Ziele in Gefahr und was hier die Folgen sind, erlebte man in den letzten Tagen sehr massiv.

Das wirklicher hemmungslos investigativer Journalismus ohne wirtschaftliche und politische Einflüsse die Zukunft ist, zeigt sich in diesen Tagen auch deutlich. Denn desto mehr gegen einen Julian Assange gehetzt wird, desto mehr man ihn und seine Plattform mit Schmutz bewirft, desto erfolgreicher läuft es, auch das haben die letzten Tage gezeigt. Denn diese Enthüllungsplattform erhält in diesen Tagen sehr breite Unterstützung aus der Mitte der Gesellschaft und so haben es die Gegner letztendlich nur geschafft, diese Seite noch populäre zu machen, als sie es so oder so schon war. Dies zeigt auch wieder deutlich was die Bürger, was das Volk, dessen Vertreter die Politiker letztendlich auch nur sind, eigentlich will, die Wahrheit. Nun ist der Begriff Wahrheit bekanntermaßen sehr weit dehnbar aber die Bürger wollen die Wahrheit, die am Ende des Tages über Armut und Reichtum, über Krieg und Frieden entscheidet und nicht einfach nur die Wahrheit, die die angesprochene Clique gerne als diese verkaufen möchte. Das Internet ist natürlich nicht mehr aufzuhalten und somit ist auch diese neue Art des Journalismus nicht mehr aufzuhalten und Julian Assange dürfte nur ein Vorreiter einer neuen Epoche sein. Wie die etablierten Medien damit umgehen, bleibt ihnen natürlich selbst überlassen aber sie sollten es sich gut überlegen.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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