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Die Wahrheit des Wortes

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John McCain vs. Barack Obama

9. September 2008

Nun haben sowohl die Republikaner, wie auch die Demokraten ihre Köpfe für die Wahl des Präsidentenamtes in den USA nominiert. Man darf nun mit Spannung verfolgen, wer das Rennen machen wird. Beide Politiker stehen, sofern man ihren Wahlversprechen Glauben schenken darf, für Veränderung, für den politischen Wechsel. Das einzige was bislang faktisch feststeht, ist dass es das Ende der Bush-Administration sein wird. Aber was kommt danach? Wie geht es weiter? Fragen mit denen man sich, gerade auch in Deutschland, nicht allzu sehr auseinandergesetzt hat. Es wurde sehr viel Unterstützung für den Demokraten Barack Obama aufgebracht, während man sich, vor allem auch in den Medien, zur Person des republikanischen Kandidaten John McCain eher in Zurückhaltung übte. Diese Medienschlacht hat aber auch ein Mal mehr gezeigt, wie einseitig oftmals Berichterstattung, gerade auch in Deutschland, verläuft.

Die Obama Show

Barack Obama wurde schon, als es noch um den internen Kampf mit seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton ging, nach vorne gepeitscht. Überhaupt ging es zu Beginn des Wahlkampfes eigentlich nur um diese beiden demokratischen Protagonisten. Sie wurden vorgestellt, portraitiert und der Weg den sie im Falle eines Wahlsieges im Kampf um das Präsidentenamt gehen würden, wurde mehr als ausführlich dargestellt. John McCain hingegen, war gerade auch in dieser Zeit, medientechnisch gesehen fast unsichtbar in Deutschland. Portraits oder gar Berichte über den Weg seiner Politik, meistens Fehlanzeige. Zu diesem Zeitpunkt begann es sich schon abzuzeichnen, dass die Berichterstattung in diesem Land ganz klar von den Demokraten geprägt sein würde. Dies ist natürlich kein guter Beweis für unabhängige Medien in Deutschland. Es fehlt bis heute die Ausgewogenheit in der Berichterstattung über Demokraten und Republikaner.

Natürlich setzte der Demokrat Barack Obama gewisse Highlights, wie der Besuch und die damit verbundene Rede in Berlin. Das diese Rede in den USA bei weitem nicht so gut ankam, wie hier, wurde hier, wenn überhaupt, nur in einem Nebensatz erwähnt. Dies passt aber in die allgemein vorherrschende einseitige Berichterstattung. Dies geht sogar soweit, dass man das Gefühl erlangen konnte, es ginge in diesem gesamten Wahlverfahren nur um die Demokraten bzw. um Barack Obama. Erstaunlicherweise steht bei dieser Fokussierung keinesfalls die Politik im Vordergrund, sondern die Person. Diese Glorifizierung einer einzelnen Person, wie sie hier vollzogen wird, ist erschreckend. Vor allem, weil durch diese Taktik ganz offensichtlich von den massiven politischen Defiziten, gerade auch im Bereich der Außenpolitik, abgelenkt werden soll. Außerdem entsteht so in Deutschland doch ein sehr verzerrtes Bild. Der Schein der hier aufgebaut wird, führt zum einen dazu, dass John McCain in Deutschland wohl schlicht als Fortsetzung von George W. Bush gesehen wird und zum anderen, dass Barack Obama alles anders machen würde als George W. Bush.

Die Notbesetzung

An dieser Stelle geht ein wenig unter das John McCain, ebenso wie seine Vize Sarah Palin für einen strickten Politikwechsel eintreten. Frau Palin ist dann auch das nächste Phänomen der Berichterstattung über diesen Wahlkampf. Es ist schon erstaunlich, wie auf der Unerfahrenheit, dieser ehemaligen Bürgermeisterin aus Alaska, rumgehackt wird. Bei einem Barack Obama hilft eine Woche Auslandtour, um genügend Background als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu erlangen. Besser kann man das Messen mit zweierlei Maß, im Kontext zu den Medien, nicht aufzeichnen. Ähnlich verhält es sich mit den negativen Darstellungen ihres Privatlebens im Kontext zu ihrer 17 Jahre alten Tochter, die unehelich Schwanger geworden ist. Der Kontext den man hier zwischen der urkonservativen Sarah Palin und dem Verhalten ihrer Tochter herstellt, ist einfach nur diskriminierend. Ähnlich Vergleiche, wegen zum Beispiel den Wurzeln von Barack Obama und Teilen seiner Politik, würden wohl wesentlich höhere Wellen in Richtung Diskriminierung zu Folge haben.

Umgekehrt fehlen in den Medien klare Statements dazu, dass eigentlich Hillary Clinton Vize von Barack Obama werden sollte, diese allerdings kurzer Hand gegen den McCain Freund Joe Biden ausgetauscht wurde. Hier wird zu mindestens kurz erwähnt, dass Obama damit wohl seine Schwächen im Kontext zur Außenpolitik auffangen will. Fakt ist, wenn man sich diese beiden nun feststehenden Paarung von McCain und Palin, wie auch von Obama und Biden betrachtet, dürfte man zu einem Remis kommen. Dies wird aber genauso wenig unabhängig dargestellt, wie das dieser Wahlkampf noch immer ein Kopf-an-Kopf-Rennen ist. Das gefährliche an dieser einseitigen Art der Berichterstattung, die wohl ihren Höhepunkt darin fand, dass in Deutschland die Nominierungsrede von John McCain, ganz im Gegensatz zu der von Barack Obama, nur einem Bruchteil der medientechnischen Aufmerksamkeit erhielt, ist das so entstehende völlig verzerrte Bild eines John McCains. Sollte McCain nun doch die Wahlen gewinnen, wird es schwer werden ein normales Bild von ihm aufzubauen. Sollte dies nicht gelingen, wären hier auch die Schäden an der transatlantischen Brücke so schwer, dass sie kaum zu reparieren sein dürften und das bevor McCain diese überhaupt betreten hätte.

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Kategorie: Europa · Medien · Politik

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Jamie Holts // 9. Sep 2008 at 07:57

    I’ve been reading along for a while now. I just wanted to drop you a comment to say keep up the good work.

  • 2 holgers-barack-seite // 10. Sep 2008 at 13:53

    Ich denke mal noch ist nichts entschieden, wer weiss nach was an weltpolitischen Dingen in der Zwischenzeit passiert, sowas hat in der Regel einen grossen Einfluss auf die Entscheidung von Wählern.

Schreib was dazu