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Die Wahrheit des Wortes

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Jetzt spricht man in der EU von Krieg

5. März 2010

Neben dem einfach nicht enden wollenden Vertrauensverlust in die Kirchen und hier natürlich speziell in die katholische Kirche, gibt es noch einen weiteren Dauerbrenner in den aktuellen Nachrichten und das ist Griechenland. Wir beteiligen uns mit Sicherheit nicht an der Hetze gegen Griechenland, die man teilweise diese Woche in den Medien finden konnte, denn es gibt einfach keinen Grund dafür. Wenn ein paar Schwachköpfe aus Griechenland meinen die Siegessäule mit einem Hakenkreuz abbilden zu müssen, zeugt das nur von ihrem geistigen Horizont, lässt man sich auf diese Niveau herab, zeigt man nur, dass man eben auf dem gleichen geistigen Niveau ist. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass es gerade auch aus deutscher Sicht gar keine Frage des geistigen Niveaus ist, als viel mehr eine willkommene Ablenkung von den Problemen, die man hier im Land nicht in den Griff bekommt. Natürlich ist die finanzielle Situation in Deutschland noch eine andere, was nicht im Ansatz bedeutet, dass es uns gut gehen würde. Selbst auf diesem Niveau sollte man sich allerdings nicht ausruhen, denn wie schnell sich Situationen massiv negativ verändern können, hat zu letzt die Bauchlandung des keltischen Tigers gezeigt.

Wenn Raubtiere und Götter fallen
Irland bezeichnete man gerne als den keltischen Tiger. Es war immer auch ein Beispiel dafür, wie die Europäische Union (EU) auch schwächere Länder ganz weit nach vorne bringen kann. Am Ende stand nur leider der Absturz, der soweit führte, dass man die Iren mit ihrer plötzlich so schlechten Situation, sogar soweit brachte, dass sie in einer Wiederholung endlich auch dem Vertrag von Lissabon zustimmten. Somit war zu mindestens ein Problem und zwar das gänzliche scheitern der EU, in letzter Sekunde verhindert worden. Man sieht auch die Weltwirtschaftskrise hat `Ire` Vorteile, es ist eben alles eine Frage des Blickwinkels. Nun scheint die irische Krise fast vergessen und über Island schweigt man schon seit längerer Zeit lieber, da ist Griechenland im Fokus des Zorns. Allerdings muss man auch hier festhalten, dass es letztendlich nicht nur um die Finanzen der Griechen geht, am Ende des Tages reden wir auch von Italien, Spanien, Portugal etc. Eigentlich ein guter Moment um weitere schwache Länder mit in die EU aufzunehmen, denn so würden die aktuellen Schlusslichter zu mindestens auf dem Papier besser da stehen. Der Zerfall des Euroraums, dem wir uns scheinbar nähern, hätte natürlich erst einmal kaum direkte Auswirkungen auf die EU aber man hat doch das Gefühl, dass die Schockwellen, die im Moment auf dieses Bürokratiemonster zu rollen, alles in Frage stellen könnten.

Man muss auch hier anmerken, dass eine Frage in der aktuellen Diskussion fehlt, warum ist bei der EU die jahrelange Korruption, Steuerhinterziehung und ähnliches in Griechenland eigentlich niemanden vorher aufgefallen? Schlagartig wird einem natürlich auch klar, um kurz auf das Verhältnis Deutschland Griechenland zurückzukehren, dass Begriffe, wie zum Beispiel Steuerhinterziehung und Korruption auch in Deutschland keine Fremdwörter sind. Immerhin haben wir Klaus Zumwinkel, die Daten-CD und Siemens. Die Staatsverschuldung in Deutschland und auch das sei angemerkt, ist die höchste seitdem bestehen der Bundesrepublik und auf die Zahlen der neusten Steuerschätzungen müssen wir alle auch noch bis nach den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen warten, was natürlich, so wie vieles anderes auch, nur reiner Zufall ist. Während die griechischen Götter scheinbar all ihr göttliches etwa so schnell verlieren, wie die katholische Kirche in Deutschland ihre Glaubwürdigkeit, sollte man immer damit rechnen, dass auch der Bundesadler wahrscheinlich noch eine Menge Federn verlieren wird und es bleibt abzuwarten, wie flugfähig er danach noch ist. Man sieht schon an diesen Zeilen, dass es gerade auch in Deutschland nicht den Ansatz für Hohn und Spott gibt und wenn man davon spricht, wer seine Hausaufgaben erst noch einmal zu erledigen hat, sollte man vielleicht vorher einmal ins eigene Aufgabenheft schauen.

Ein einstürzendes Land
Wo steht denn Deutschland aktuell, was bedeutet in diesen Tagen `Made in Germany`? Am Mittwoch fand in Köln zum erstenmal der Jahrestag des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs in der Severinstraße statt. An der Baustelle der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) am Heumarkt fehlen laut berichten der Medien 83 Prozent der Stahlverstärkungen für den Beton. An der Baustelle der ICE-Trasse von Halle nach Leipzig stürzte gerade ein 1.000 Tonnen schweres Gerüst samt Kran in die Tiefe und verletzte zwölf Arbeiter und davon zwei lebensgefährlich. Diese Reihe könnte man jetzt beliebig fortsetzen, also ist es nicht gerade die Zeit für Überheblichkeit in Deutschland. Immerhin sitzt selbst die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem noch sehr neuen Kanzleramt, was zwar wohl noch dafür geeignet ist Geburtstage von Bankmanagern dort zu feiern aber ansonsten auch erst einmal saniert werden muss. Wenn man nur diese scheinbar unendlich lange Liste an Baumängeln in Deutschland nimmt, kommen Fragen auf, die man schnell damit beantwortet bekommt, dass für all dies irgendwelche osteuropäischen Subunternehmen verantwortlich sind. Immerhin einmal nicht die Griechen, mag manch einer denken aber man sollte auch nicht vergessen, welche Bauherren und Baufirmen diese Subunternehmer erst ins Spiel bringen, von Kontrollen einmal ganz zu schweigen. Man sieht sehr deutlich wie daneben es ist, wenn man aus Deutschland heraus auf andere Staaten in Europa einschlägt.

Anstatt dieser Art weiter zu folgen, sollte man sich mit den tatsächlichen Problemen auseinandersetzen, auch wenn dies schmerzen wird. Das System, welchem die Wirtschaft nun schon seit langer Zeit folgt und sich leider auch mehr und mehr die Politik verpflichtet fühlt, ist gerade im Begriff zu scheitern. Während der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou seine Sparmaßnahmen im Fernsehen dem Volk näher brachte oder dies viel mehr versuchte, sprach er auch davon, dass in seinem Land Krieg herrschen würde und auch wenn es anders gemeint war, stehen viele Länder in Europa recht kurz vorm inneren Kollaps, denn auch in Frankreich gab es schon wieder Geiselnahmen im Kontext der Krise. So hielten Siemens-Mitarbeiter zwei leitende Angestellte fest, um bessere Abfindungen zu erlangen. Auch wenn man von Krieg und Bürgerkrieg aktuell noch ein wenig entfernt ist, muss man zu mindestens feststellen, dass der Ton immer härter wird und am Ende des Tages macht der die Musik. Weiterhin blind dem Prinzip Hoffnung zu folgen und daran zu glauben, dass man die Gesellschaft mit ausreichend Soaps und Castingshows narkotisiert bekommt, könnte sich als grober Fehler herausstellen und die Folgen eines solchen Fehlers könnten fatal sein. Wir hier in der Redaktion haben alle das Glück niemals Krieg im eigenen Land miterlebt haben zu müssen und wir sehen es sogar als eine Pflicht der Bundesregierung an, diesen Zustand auch weiterhin zu erhalten und an dieser Stelle gehen nationale Interessen ganz klar vor den Machterhaltungstrieb der EU. Dann lieber wieder in einer gewissen Form friedlich jeder für sich.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Martina Jäger // 5. Mrz 2010 at 09:08

    scheint so
    jedes land hat seine nutznießer
    die kapital schlagen
    aus begünstigungen, kriminellen wirtschaftlichen aktivitäten, schiebungen, betrug, bestechungen und anderen wegen sich zu bereichern.

    griechenland wird bei sich aufräumen dürfen
    wir kehren bei uns aus.

    wenns so einfach wäre.

    denn neue baustellen und löcher entstehen.
    der mensch (besser viele menschen) scheint sehr kreativ zu sein,
    wenns um gier und habsucht geht.

    warum schafft er es nicht, dieses potential an tatkraft anders umzumünzen?

Schreib was dazu