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Die Wahrheit des Wortes

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Jetzt gibt der Westen Gas

11. Mai 2011

Die Erschießung von Osama bin Laden im pakistanischen Abbottabad durch eine US-Spezialeinheit, die oft genug in diesem Kontext auch als Killerkommando bezeichnet wurde, macht deutlich, dass der Westen einen neuen, härteren Kurs einschlägt. Hier läuft es scheinbar so, wie so oft auf der politischen und wirtschaftlichen Ebene, die USA bestimmen den Kurs und der Rest der westlichen Welt folgt halbwegs ohne Kritik. Schaut man sich an, wie sich die Welt seit 911 verändert hat und hierbei spricht man von gut einem Jahrzehnt, fällt einem schnell auf, dass es vor allem zu einer immer weiteren Ausbreitung des globalisierten Raubtierkapitalismus gekommen ist und hierbei auch der wirtschaftliche Angriff auf Staaten, wie zum Beispiel Griechenland, durch die Big Player aus der Finanzwelt mittlerweile zum Alltagsgeschäft gehört. Da die Geschwindigkeit des Konsums durch die gerade genannte Wirtschaftsform immer schneller werden muss, um nicht noch weiter zu kollabieren, braucht man offensichtlich immer schneller, immer weitere Länder, die dieses menschenunwürdige Spiel mitspielen. An dieser Stelle kommt nun wieder die Erschießung von Osama bin Ladens und die Umstrukturierung in der arabischen Welt ins Spiel.

Nach bin Laden kommt Gaddafi?
Die Ermordung des Topterroristen Osama bin Laden hat doch zu gewissen Spannungen zwischen den USA und Pakistan geführt. Man sollte an dieser Stelle anmerken, dass es hierbei um Spannungen zwischen zwei Atommächten geht aber atomare Verstrahlung scheint seit der Atomkatastrophe im Atomkraftwerk (AKW) von Fukushima so oder so schon ein wenig zum Alltag dazuzugehören, da kommt es dann wohl im Notfall auf ein, zwei Atombomben mehr oder weniger auch nicht an. Man muss es aber auch so sehen, dass die Folgen dafür, dass die USA mit Streitkräften in einem Land operiert haben mit dem man sich nicht im Krieg befindet, noch als ziemlich entspannt einzustufen sind. Da stellt sich natürlich die Frage, was dies für die US-Politik und damit, wie oben geschildert, für die Politik der westlichen Welt bedeutet. Man könnte meinen, die westliche Welt würde so etwas ein wenig, als eine Art Freibrief für mehr ansehen, denn gerade erst konnte man den Medien entnehmen, dass das Hauptquartier von Muammar al-Gaddafi in Tripolis durch die NATO angegriffen wurde und man fragt sich, wie weit man hier interpretieren muss, um zu sagen, dass dies im Sinne der eigentlichen Aufgabe in der Region noch legitim ist.

Es scheint ganz so, als ginge es schon lange nicht mehr um den reinen Schutz der libyschen Bevölkerung, sondern ganz klar um den Sturz von Gadaffi mit militärischen Mitteln. Sollte sich hier jemand gegen die Einflussnahme des Westens wehren und nun dafür bezahlen müssen? Man fragte sich schon lange, woher die plötzliche Anhäufungen an revolutionären Bewegungen in der Region kommt und ob sich hier nicht doch vielleicht irgendwo massiver westlicher Einfluss hinter verbirgt. Der Fall Osama bin Laden scheint zu zeigen, dass es Menschen auf diesem Planeten gibt, die keinerlei Anspruch auf irgendwelche Rechte haben. Dies zeigt sich übrigens auch wieder im Kontext des US-Gefangenenlagers Guantanamo, welches der amtierende US-Präsident Barack Obama abzuschaffen versprach, dieses Versprechen allerdings nicht einhielt. Letztendlich sieht man in diesen Fällen, dass Obama den Kurs seines Amtsvorgängers, George W. Bush, nicht nur fortsetzt, sondern in einer gewissen Form noch verschärft. Die Entfernung zur Rechtsstaatlichkeit wird dabei immer größer, auch ein weiterer trauriger Trend der sich seit 911 immer weiter ausgebreitet hat. Nun fragt man sich, ob als nächstes, in einer ähnlichen Argumentation, auch Muammar al-Gaddafi entsorgt werden soll. Man könnte dann natürlich so argumentieren, dass dies die einzige Chance sei das libysche Volk zu schützen, was ähnlich absurd wäre, wie der gesamte Fall des Osama bin Ladens.

Doch ein Krieg der Kulturen?
Seit den Geschehnissen vom 11. September 2001 ist auch immer wieder die Rede vom Krieg der Kulturen. Es scheint so, als sieht man in der Auseinandersetzung der westlichen Welt mit der islamisch geprägten Welt die Folgeveranstaltung des Kalten Krieges. Es ist wieder einmal eine völlig neue Art der Auseinandersetzung in der Terrorismus eine ebenso große Rolle zu spielen scheint, wie der mediale Einfluss auf die Massen, gerade auch durch die so genannten etablierten Massenmedien. Mit den Umstürzen im Norden Afrikas und der Definition einiger Staatschefs zu bösen Diktatoren, obwohl man bis zu dieser Neudefinition bestens und vertrauensvollst mit ihnen Geschäfte machte, scheint eine Art neue Offensive der westlichen Welt begonnen zu haben, die sich im Fall von Libyen auch sehr kriegerisch zeigt. Bei alldem und auch das sieht man deutlich, geht es schon um eine Ausweitung der westlichen Welt und ihrer aktuellen Ideologie. Diese, natürlich auch durchaus durch das Christentum geprägte Welt, mischt sich doch immer stärker in einer Region ein, die eher islamisch geprägt ist, also kann man durchaus auch von einem Kampf der Kulturen sprechen und niemand sollte meinen, dass dieser so schnell zu Ende geht.

Es ist ein fataler Weg der hier seit 911 beschritten wird, denn der Kalte Krieg ging glücklicherweise relativ friedlich zu Ende und dies kann man wohl, gerade auch wenn man nach Afghanistan und Libyen blickt, vom aktuellen Konflikt nicht behaupten. Die Fronten heutiger Auseinandersetzungen sind noch komplizierter, als sie es je zuvor waren und somit ist es auch oftmals fast unmöglich Freund von Feind zu unterscheiden. Dies ist übrigens auch darin begründet, dass Fronten ganz schnell wechseln können, was sich im eben gerade genannten Beispiel von Nordafrika auch sehr schön gezeigt hat. Man kann aber wohl auch von einem gewissen Kontrollverlust sprechen, denn vieles läuft mittlerweile wohl eher sehr unkontrolliert ab, so bewegt sich auch die westliche Welt immer öfters in den Grauzonen des internationalen Völkerrechts, was dieses natürlich ein weiteres Stück aushöhlt aber genau dieser Weg scheint Menschen, wie zum Beispiel auch dem US-Präsidenten Barack Obama, sehr in die Hände zu spielen. Man sollte nur nicht vergessen, dass man hierbei von der Aushöhlungen dessen spricht, was einmal als so hohes Gut der westlichen Welt galt, die demokratischen und rechtsstaatlichen Grundsätze. Desto mehr man diese Pfade verlässt, desto mehr setzt man sich natürlich mit denen auf eine Stufe, die man angeblich bekämpfen will.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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