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Jahresrückblick 2010 Teil 5 Gesellschaft

4. Januar 2011

Nun läuft das Jahr 2011 schon fast wieder alltäglich und hier wurde nun auch am gestrigen Tag, mit dem vierten Teil des Jahresrückblicks 2010, der Bereich Wirtschaft abgeschlossen. Da wird es auch Zeit sich endlich einmal darum zu kümmern, wie sich im letzten Jahr die Gesellschaft entwickelt hat. All das, was man im Bereich der Wirtschaft und natürlich auch in den zwei Teilen die nach Weihnachten die politische Lage beleuchteten, lesen konnte, ging natürlich nicht spurlos am gesellschaftlichen Leben vorbei. Unter diesen Vorbedingungen kann man sich natürlich vorstellen, dass es auch in gesellschaftlichen Fragen in 2010 hoch herging und man kann auch sagen, dass es ein negatives Highlight im gerade abgelaufenen Jahr gab, welches einen fast das komplette Jahr über begleitete und einen wahrscheinlich leider auch noch in diesem Jahr begleiten wird. Allgemein haben die ersten beiden Drittel der Jahresrückblicke bewiesen, dass das Jahr 2010 scheinbar nur ein Zwischenschritt im großen Zeitalter des Wandels zu sein scheint und von dem war natürlich auch wiederum die Gesellschaft geprägt.

Kultur und Kirche
Das Jahr 2010 war ein ganz besonderes für Deutschland, denn es sollte eine neue Hauptstadt geben. Das Ruhrgebiet war im letzten Jahr die Kulturhauptstadt unter dem Titel Ruhr.2010 und schon die Eröffnungsfeier stand unter dem Einfluss eines Tiefs und dies sollte sich im Verlauf des Jahres leider noch verschlimmern. Nordrhein-Westfalen, und damit auch das Ruhrgebiet, ist das größte Ballungsgebiet in ganz Europa und natürlich hatte man es verdient in diesem Jahr den Titel der Kulturhauptstadt zu tragen, da ist es umso trauriger, dass wohl vor allem die Katastrophe der Loveparade in Duisburg, um die es im zweiten Teil des Rückblicks auf die Gesellschaft ausführlich gehen wird, in diesem Kontext hängen bleiben wird. Dabei sollte die Loveparade eigentlich eines der positivsten Highlights der Ruhr.2010 werden. Ansonsten zeigte man sich direkt zu Jahresbeginn schockiert über die Magersucht-Geschichten die es aus dem Bereich des Skispringens gab. Man weiß natürlich, dass es auch in diesem Bereich des Sports oftmals nur um Heuchelei geht und das auch im ersten Jahr nachdem Selbstmord von Robert Enke, der eigentlich zu einer Veränderung auf diesem Gebiet führen sollte. Doch die Nachrichten aus dem Bereich der Gesellschaft, die einen zum Jahresbeginn 2010 erreichten, waren nun wirklich nicht die allerbesten, auch das stand schnell fest.

Zu einem der erschütternsten gesellschaftlichen Ereignisse 2010 muss man wohl in jedem Fall die Erdbebenkatastrophe von Haiti zählen, die den Karibikstaat zu Jahresbeginn in Schutt und Asche legte. Das die Folgen so massiv waren und auch noch immer sind, dürfte eigentlich niemanden überraschen, schließlich spricht man bei Haiti nicht umsonst von einem der Armenhäuser dieser Welt. Auch hier schwappte eine Welle des Mitleids um die Erde, war aber auch ebenso schnell wieder abgeebbt. Der März war von Jahrestagen der Katastrophen und Unglücke des Vorjahrs geprägt, so jährte sich der Einsturz des Kölner Stadtarchivs zum ersten Mal und eine Aufklärung ist auch vorm zweiten Jahrestag noch nicht im Ansatz in Sicht. Auch der Amoklauf von Winnenden jährte sich das erste Mal und auch hier gibt es noch immer keine passende gesellschaftliche Antwort, wie man so etwas in Zukunft verhindern könnte. Der große Verlust im Frühjahr des Jahres war wohl der Tod der großen Dame der Demoskopie, denn im März verstarb im Alter von 93 Jahren die Gründerin des Allensbacher-Instituts und Pionierin der Demoskopie Elisabeth Noelle-Neumann. All dies sollte aber noch in den Schatten gestellt werden, denn schon zu Jahresbeginn fand so etwas, wie ein Selbstmord der Kirchen in Deutschland statt.

Schummel-Schumi und die Kirchen oder wer einmal lügt…
Im Frühjahr hofften alle noch auf das große Comeback von Michael Schumacher, welches, wie man mittlerweile weiß, nie kam. Einige Monate später sollte sich zeigen, dass dies nicht das einzige gescheiterte sportliche Comeback in diesem Jahr sein sollte, denn Michael Ballack ging es nicht anders und dies sowohl in der Fußballnationalmannschaft, wie auch bei Bayer 04 Leverkusen, wo er hin zurückkehrte. All dies sind aber, wie gesagt, Kleinigkeiten, schaut man sich an, was sich bei den Kirchen in Deutschland abspielte. Es ging um Missbrauch in den verschiedensten Fällen und vor allem um den Umgang mit diesem Thema selbst. Man versuchte abzulenken, die Schuld zu verschieben und auch immer wieder Schuldige zu schützen. Ein Skandal, wie ihn die Kirchen schon lange nicht mehr hatten und eine Enttäuschung die zu einer Massenbewegung weg von Papst Benedikt dem XVI., dem Vatikan und letztendlich auch den Kirchen im allgemeinen führte. Der Vertrauensverlust, der auch jetzt noch spürbar ist, denn der Heilige Vater hielt es auch in diesem Kontext bis jetzt nicht für nötig ganz klar Stellung zu beziehen, ist unvorstellbar groß und schädigt natürlich die Gesellschaft ganz allgemein.

Auch im Frühjahr, begann ein weiterer Skandal und zwar in der Medienwelt, denn der Musterschwiegersohn und Wetterfrosch Jörg Kachelmann wurde wegen des Verdachtes der Vergewaltigung verhaftet und auch dieses Thema wird in der zweiten Jahreshälfte noch eine Rolle spielen. Geklärt ist dieser Fall übrigens noch immer nicht, der Prozess wird in der zweiten Hälfte diesen Monats vor dem Landgericht in Mannheim fortgesetzt werden. Ein weiteres großes Thema begann natürlich auch noch in der ersten Jahreshälfte 2010, denn die Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika nahm ihren Lauf und gerade für die deutsche Nationalmannschaft sollte es auch richtig gut losgehen. Da war natürlich kaum Platz für Kritik an irgendwas. Trotz der Euphorie zur WM 2010 blieb die Kirche auch weiterhin im Fokus der gesellschaftlichen Diskussion. Man erkennt hier gut, wieso die erste Jahreshälfte allgemein gesehen gesellschaftlich sehr spannend war und natürlich einen klaren Schwerpunkt im Bereich des Fußballs hatte aber eben auch, warum das wirklich bewegenste Thema im Kontext Gesellschaft im Jahr 2010 die Kirchen und hier vor allem die Skandale der katholischen Kirche waren. Morgen schon erfährt man dann, wie es sich in der zweiten Jahreshälfte 2010 verhielt.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Jahresrückblick 2010 · Kultur · Medien · Rückblicke · Sport

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