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Jahresrückblick 2010 Teil 4 Wirtschaft

3. Januar 2011

Nach einer kurzen Unterbrechung durch den Jahreswechsel, folgen nun noch die letzten drei spannenden Teile des Jahresrückblicks 2010. Nachdem alles mit zwei Teilen zum großen Thema Politik begonnen hatte, klang das Jahr mit einem Blick auf die Wirtschaft im ersten Halbjahr aus. Schon der politische Rückblick hatte zwei Fakten sehr deutlich gemacht, zum einen, dass es eine Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft gibt, die nicht mehr erträglich ist, zum anderen zeigte sich aber auch deutlich, dass die Art der Politik, die man auch in 2010 erleben musste, keine der bürgerlichen Mehrheiten mehr ist. Ohne zu viel verraten zu wollen, sei gesagt, dass es sich im Bereich der Wirtschaft in 2010 selbstverständlich analog verhielt. Welche Auswirkungen all dies auf die gesellschaftlichen Strukturen haben sollte, erfährt man dann in den nächsten beiden Tagen, wenn es in den letzten beiden Teilen des Rückblicks um das Thema Gesellschaft gehen wird. Vorher wird hier aber natürlich der Rückblick auf die Wirtschaft mit den Fakten der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen.

Die Krise von Opel bis Karstadt
International gesehen war der Sommer 2010 natürlich auch noch von der, auch zu dieser Zeit noch immer andauernden, Ölkatastrophe im Golf von Mexiko geprägt, welche vor allem einmal mehr die Allmacht der globalisierten Multikonzerne, wie zum Beispiel BP, belegte. Diese Konzerne können sich scheinbar alles erlauben und dies vor allem auch ohne größere, investigative Arbeit von Seiten der etablierten Massenmedien befürchten zu müssen. Um beim internationalen Geschäft zu bleiben, zeigte die zweite Jahreshälfte aber auch wieder, wer weite Teile der Wirtschaftsmacht noch immer für sich beansprucht, man ist kaum noch überrascht aber es sind noch immer die USA. Dies zeigte sich letztendlich bis in die Gegenwart auch am Beispiel General Motors (GM) und damit eben auch am Beispiel Opel, denn eine langfristige und nachhaltige Lösung der Probleme, die es dort gab und gibt und dies vor allem im Kontext der Angst bei den Mitarbeitern, hat sich bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ergeben. Natürlich ist Opel nicht das einzige deutsche Großunternehmen mit solchen Schwierigkeiten. Weitere Fakten über Opfer findet man auch im Bereich des Handels.

Im Bereich des Handels zählte natürlich das Gezerre um Karstadt, einem der richtigen Negativhighlights im Jahr 2010, zu den besten Beispielen. Auch hier wurde viel berichtet, nur wenn es um die Wurst ging, wurde es plötzlich, gerade auch medial, sehr still. Außerdem gilt es auch hier zu sagen, dass natürlich einmal mehr amerikanische Großinvestoren einen hohen Teil der Lage mitverantwortet haben, dies allerdings nur ungern zugeben, denn es wird wohl nirgendwo mehr Einfluss genommen, als an solchen Stellen und dies scheint man gerne verheimlichen zu wollen. Während man eigentlich an ganz vielen Beispielen belegen kann, wie massiv die Weltwirtschaftskrise auch in der zweiten Jahreshälfte weiter tobte und ihre Opfer dahin raffte, überlegte man sich im politischen Berlin doch einmal wirtschaftliche Impulse der anderen Art auszusenden. Genau auf diese Art nahm der große Aufschwung 2010 sein Lauf. Natürlich ist es schön, wenn es Deutschland endlich wieder besser geht aber was bedeutet dies eigentlich? Denn selbst wenn es in gewissen wirtschaftlichen Bereichen, nachdem komplette Crash, etwas aufwärts ging, bleibt ein wirklich großes Problem für die Mehrzahl der Menschen.

Immer wieder die Bahn
Natürlich waren auch noch andere Bereiche von der Krise betroffen. So hatte zum Beispiel die Deutsche Bahn AG auch gerade im Sommer, wie natürlich auch jetzt im Winter, massive Probleme mit dem Klima. Klimatische Ereignisse waren aber nur ein Problem der Bahn, denn das größte Problem der Bahn in diesem Jahr dürfte wohl das Projekt Stuttgart 21 gewesen sein und die wirklichen finanziellen Folgen dieses Mammutprestigeprojektes sind bis jetzt noch gar nicht abzusehen. Da man aber in Deutschland auch in 2010 lieber kurzfristige Highlights feierte, anstatt sich auf Nachhaltigkeit zu konzentrieren, wird man die Quittung auch hier erst später präsentiert bekommen. Diese Art der verzögerten Konsequenzen konnte man im zweiten Halbjahr 2010 auch noch an anderer Stelle sehr gut erleben und zwar im Bereich des Gesundheitswesen, denn auch hier hat man scheinbar Jahre, um nicht zu sagen Jahrzehnte, gelebt, als würde es kein Morgen geben. Was dies in der Gegenwart, die einen dann doch schneller einholt, als man denkt, bedeuten wird, präsentierte der Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) auch noch als Gesundheitsreform mit dem Anspruch etwas Gutes für die Bürger zu tun.

Man sieht auch hier schon sehr deutlich, dass es keinerlei Lerneffekte im Bereich der Wirtschaft gab. Ein Jahr nachdem Crash in Dubai, tat man so, als würde man von den Problemen Irlands oder anderer Länder in Europa völlig überrascht werden. Man doktorte gerne weiter an all den Symptomen herum die Arbeitsplätze vernichten und privates Kapital der Bürger durch den Kamin jagen aber die Krankheit bekämpfte man nicht. Es ist natürlich auch hier in der Redaktion in Köln bekannt, warum dies auch in 2010 nicht geschah, schließlich wäscht eine Hand die andere und im Kontext von Wirtschaft und Politik muss man wohl sagen, dass beide das beide das Gesicht waschen. Bus und Bahn werden auch weiterhin ein Glücksspiel bleiben, die Medien werden auch weiterhin versuchen die Menschen mit fragwürdiger Unterhaltung abzulenken und somit ist anzunehmen, dass dieses Spielchen auch im Jahr 2011 so weitergehen wird, wie im gerade abgelaufenen Jahr 2010. Man kann aber etwas dagegen tun und auch dies sollte jedem freiheitsliebenden und demokratisch geprägten Menschen klar sein. Dieser Weg bedeutet man muss Widerstand im Rahmen juristisch zulässiger Mittel leisten, gerade auch gegen die Wirtschaft und dies noch viel mehr, als es schon in 2010 der Fall war. Baut man diesen Weg weiter aus, gibt es eine Chance auf Besserung.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Jahresrückblick 2010 · Medien · Politik · Rückblicke · Wirtschaft

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