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Die Wahrheit des Wortes

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Jahresrückblick 2009 Teil 6 Gesellschaft

30. Dezember 2009

Fünf von sechs Teilen des Jahresrückblicks 2009 sind nun veröffentlicht und das Jahr ist auch so gut wie vorbei. Die ersten beiden Teile zeigten die politische Entwicklung in Deutschland und dem Rest der Welt auf, während sich Teil drei und vier mit der wirtschaftlichen Lage beschäftigten, was natürlich meistens bedeutete, dass es um die Folgen der Weltwirtschaftskrise ging. Der vorletzte Teil dieser Reihe mit Rückblicken auf das Jahr 2009 beschäftige sich damit, was sich parallel zur Wirtschaft und Politik in der Gesellschaft im ersten Halbjahr 2009 bewegte. Natürlich knüpft dieser letzte Teil genau dort an und fasst zusammen, was sich in Deutschland und dem Rest der Welt in der zweiten Jahreshälfte 2009 auf gesellschaftlicher Ebene alles abspielte und erwartungsgemäß war auch dies wieder eine ganze Menge. Abschließend bleibt festzuhalten, dass es gesellschaftlich ebenso wenig, wie wirtschaftlich oder politisch, ein positives Jahr war, welches nun ausklingt. Auf das es 2010 besser wird.

Juli: Raubtierkapitalismus weiter auf dem Vormarsch
Natürlich war der Juli auch noch vom Tode des King of Pop geprägt, da noch viele Fragen im Zusammenhang mit dem viel zu frühen Ableben von Michael Jackson offen geblieben waren. Aber der Juli war auch ein Monat in dem man sehr stark erfahren konnte, wie sehr der Raubtierkapitalismus sich wie ein Krebsgeschwür auf der Welt ausbreitete. Ein Indiz für die scheinbare Unfähigkeit der Politik war einmal mehr der G8-Gipfel in Italien. Aber auch in Deutschland fragte man sich mehr und mehr, ob hier immer alles mit rechten Dingen zu geht. Denn nicht nur das Thema Lobbyarbeit war ein großes, es stellten sich auch wieder viele Fragen vom Einzelhandel, der ein schwarzes Jahr erlebte, bis hin zur geschundenen Automobilbranche, die in 2009 so gerade noch von der Abwrackprämie am Leben gehalten wurde, was nicht gerade zu guten Prognosen für das Jahr 2010 führt. Aber auch die Rolle der Medien im allgemeinen ließ im Sommer 2009 wieder viele Fragen offen.

August: Horst Schlämmer als Kanzler einer Bananenrepublik
Im August machte Hape Kerkeling als Horst Schlämmer von der HSP mit seiner Politsatire zum Superwahljahr 2009 Schlagzeilen. Erschreckend war hier vor allem mit wie viel Ernsthaftigkeit auch vielfach von den Medien an dieses Thema herangetreten wurde. Man muss bei alldem auch berücksichtigen, dass man nicht nur im Sommer das Gefühl hatte, dass sich Deutschland mehr und mehr zu einer Bananenrepublik entwickelt. Ein Skandal um den es mittlerweile schon wieder sehr ruhig geworden ist, war der um die gekauften Experten und Eliten in diesem Land. Natürlich scheint man hier klare Zusammenhänge dazu zu erkennen, warum in diesem Land so vieles schief läuft. Ein Sache die in diesem Sommer, aber letztendlich eigentlich bis zum Jahresende völlig aus dem Ruder lief, war der Umgang mit der Schweinegrippe und immerhin waren bislang in Deutschland zwei Regierungen mit diesem Thema betraut.

September: Geburtstage, Jahrestage und wieder unvorstellbare Gewalt
2009 war natürlich auch das Jahr der Geburtstage, so konnte man oder musste man viel mehr den ersten Geburtstag der Weltwirtschaftskrise feiern und es bleibt abzuwarten, wie viele hier noch folgen werden. Außerdem stand natürlich auch der Jahrestag von 911 an, ein Ereignis dessen Folgen bis zum heutigen Tage auch die Bundesrepublik Deutschland betreffen. Aber man feierte auch den 60. Geburtstag Deutschlands. Überschattet wurde dieser Monat allerdings ganz klar durch die Gewaltexzesse die es gab. Ganz an der Spitze dieser traurigen aber nicht ganz überraschenden Ereignisse, war der Tod eines Managers, der an einer Münchener S-Bahn-Haltestelle von Jugendlichen zu Tode geprügelt wurde, weil er kleine Kinder beschützte. Die daraus resultierende Debatte zum Thema Zivilcourage war vielfach an Zynismus kaum noch zu überbieten. Die Gesellschaft ist so, wie sie ist und scheinbar gibt es kaum Menschen, die sie nachhaltig zum Positiven verändern wollen, gerade auch nicht wenn man selber Opfer bringen muss, also muss man wohl auch weiterhin mit solchen Folgen leben. Natürlich wurde im September auch gewählt und mittlerweile weiß man, dass auch dies nicht die erhoffte Wende brachte.

Oktober: Eine lahme Tigerente
Der Oktober stand unter anderem ganz klar im Zeichen der neuen Regierung, die nach den Bundestagswahlen gebildet werden musste. Die so genannte Tigerentenkoalition aus CDU, CSU und FDP wurde sich schneller einig, als man dachte. Heute muss man allerdings festhalten, dass auch der erwartete neue Wind ausblieb und die Gesellschaft somit zum Jahresende nicht nur wirtschaftlich enttäuscht wurde, sondern eben auch politisch. Dieses scheinbare völlige Versagen von den angesprochenen vermeintlichen Experten und Eliten führt zu nichts Gutem, auch dies wurde im Herbst 2009 sehr deutlich. Der wohl größte Hohn dieses Monats war allerdings die Ernennung von Barack Obama zum Friedensnobelpreisträger 2009. Einen Kriegstreiber mit einer solchen Ehrung zu versehen, macht auf zynische Weise noch einmal deutlich, auf welchem Weg sich die Welt befindet und das auch hier wieder die Kirchen, gerade auch in Deutschland, so schlecht positioniert waren, erklärt auch, warum sich immer mehr Menschen von ihr abwenden.

November: Der viel zu frühe Abpfiff für Robert Enke
Im November wurde die Gesellschaft durch den Selbstmord des Nationaltorhüters und Keepers von Hannover 96 Robert Enke geschockt. Enke litt an starken Depressionen und kam mit dem Leistungsdruck unserer Gesellschaft nicht klar, deshalb warf er sich vor einen Regionalexpress und setzte seinem jungen Leben so ein Ende. Die Nation trauerte und es zeigte sich auch hier leider bald schon, wie viel Heuchelei mit im Spiel war. Und somit wurde zum Jahresende noch einmal sehr deutlich, dass Zynismus und Heuchelei die Gesellschaft sehr stark prägten. Dies zeigte sich auch ein wenig bei den Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Diese Feier in Berlin war aber auch wieder von anderen Schlechtigkeiten, die die heutige Welt so mit sich bringt, gekennzeichnet. Natürlich wirkte sich auch im vorletzten Monat des Jahres die alles überschattende Weltwirtschaftskrise von Dubai bis ins sternhageltolle Deutschland aus.

Dezember: Das Weltversagen
Im Dezember sollte sich noch einmal das gesamte Versagen unserer Zeit abzeichnen. Nicht nur das der US-Präsident Barack Obama Gewalt als Mittel von Konfliktlösungen wieder salonfähig machte und plötzlich viele Gegner eines George W. Bushs schwiegen, was schon wirklich erstaunlich ist, gab es auch noch die Weltklimakonferenz in Kopenhagen. Sprach man zu Beginn dieses Umweltverschmutzenden Gipfels noch von Hopenhagen, redete man zum Ende hin nur noch von Floppenhagen, denn erwartungsgemäß hätte man sich auch dieses Treffen, wie so viele andere in diesem Jahr auch, einfach besser geschenkt. Obama ist ein Sinnbild dafür, was Politik für die Gesellschaft scheinbar nur noch bedeutet: Leere Worte! Wie schon mehrfach erwähnt, war es kein gutes Jahr für die Gesellschaft in Deutschland aber auch im Rest der Welt sah es nicht wirklich besser aus. Das große Problem ist allerdings, dass es auch für 2010 nicht wirklich besser aussieht. Die Wirtschaft wird sich von alleine nicht verändern. Wieso auch, nach einem Jahr in dem die Bonifikationen auch wieder bestens liefen. Die Politik kann oder will nichts verändern, also bleibt es am Ende des Tage am Volk selber sich zu wehren. Die Veränderungen müssen aus der Gesellschaft selber kommen und es wäre sehr schön im nächsten Jahr über solche Veränderungen schreiben zu können.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Jahresrückblick 2009 · Kultur · Medien · Neues aus Österreich · Politik · Sport · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Andrea Bondi // 30. Dez 2009 at 09:41

    Wenn man sich die Berichte des Jahresrückblicks nochmal Revue passieren lässt, dann könnte man leicht jegliche Hoffnung verlieren!
    In Harry Potter und der Feuerkelch sagt Professor Albus Dumbledore, zum Ende des Abenteuers, nachdem Harry Potter gegen das wieder auferstandene Böse in Gestalt von Lord Voldemort gekämpft hat, “wir gehen finsteren Zeiten entgegen – jeder von uns wird sich entscheiden müssen, ob er den einfachen Weg geht, oder den richtigen!
    Das kommende Jahr wird zeigen, ob die Lord Voldemorts unserer Zeit wie Banker, Wirtschaftstycoone und Politiker, oder die Gerechtigkeit, die Nächstenliebe und das Gute, die Oberhand auf unserem Planeten zurück gewinnen werden.
    Jeder von uns wird sich entscheiden müssen, ob er den einfachen Weg geht oder den richtigen! Dann wird sich zeigen wie viel Charakterstärke, Zivilcourage und Herzensbildung es auf der Welt noch gibt!
    Das einzig Gute an dieser unerfreulichen Gesamtsituation ist, dass jeder Einzelne von uns trotzdem die Wahl hat, eine Entscheidung zu treffen!

    Die Zeit wird zeigen, wie viel positive Energien es noch gibt, auf unserem geschundenem, verwundeten Planeten.

    Alles Gute für 2010!

  • 2 Martina Jäger // 30. Dez 2009 at 09:42

    Danke für die Zusammenfassung, den Rückblick.
    Dieser
    erinnert
    verbindet
    und
    gibt Impulse.

    ich werde gerne Links zu diesen Rückblick-Artikeln auf Gräuelart setzen.

    Danke an das Redaktionsteam für Eure Arbeit.

    Martina

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