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Die Wahrheit des Wortes

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Jahresrückblick 2009 Teil 3 Wirtschaft

23. Dezember 2009

Nachdem sich auch in diesem Jahr die ersten beiden Teile dieses sechsteiligen Jahresrückblicks 2009 den politischen Geschehnissen in Deutschland und der Welt gewidmet haben, geht es in diesem und dem nächsten Teil, der nach den Weihnachtsfeiertagen erscheinen wird, um die wirtschaftliche Lage bzw. um die Entwicklung der Weltwirtschaft im Jahr 2009. Natürlich lag im Superwahljahr 2009 das Hauptaugenmerk ganz klar auf der Politik aber man sollte die wirtschaftlichen Nachrichten, die oftmals in einem sehr engen Bezug zur Politik standen, auch nicht unterschätzen. Insofern war 2009 auch wirtschaftlich gesehen ein außerordentlich spannendes Jahr, was sich nicht nur auf die erste Jahreshälfte 2009 bezieht, die hier behandelt wird.

Januar: Das Zauberwort Konjunkturpaket
Zum Jahresbeginn hieß das Zauberwort noch Konjunkturpaket, mittlerweile ist dieser Begriff offensichtlich so abgenutzt, dass man am Jahresende in diesem Kontext von einem Wachstumsbeschleunigungsgesetz redet. Aber hier geht es um den Jahresbeginn und da trafen sich nicht nur die vermeintlichen Eliten und Experten und damit letztendlich auch die Verantwortlichen im Bezug auf die Weltwirtschaft und die damit verbundene Krise in Davos, sondern es wurde auch das zweite Konjunkturpaket für Deutschland aufgelegt. Mittlerweile weiß man, dass ein großer Teil dessen was in Davos besprochen wurde einmal mehr nur völlig leere Worthülsen waren, die scheinbar nur dem Zwecke dienten, dass das Volk auch weiter produktiv ausgenutzt werden konnte. Denn 2009 sollte auch wieder ein Jahr sein in dem der Durchschnittsbürger verlieren sollte und somit der Abbau der Mittelschicht voran getrieben wurde, was die Schere zwischen den Armen und den Reichen auch in Deutschland weiter auseinander gehen ließ.

Februar: Immer wieder Opel
Im Monat des bestellten Frohsinns nahm auch die vermeintliche Komödie um Opel, die wohl doch eher eine Tragödie ist, ihren Lauf. Auch dieses traurige Stück wirtschaftlichen Niedergangs in Deutschland sollte uns das ganze Jahr begleiten und zum Jahresende ist das Ziel noch immer nicht erreicht, schließlich sind im Frühjahr 2010 noch wichtige Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und ein wichtiger Standort von Opel ist Bochum. Bei diesem Themenkomplex muss man sich auch immer wieder vor Augen halten, dass Opel letztendlich nur stellvertretend für eine ganze Branche steht und die Art wie hier vorgegangen wird, nur den amerikanischen Wirtschaftsstil aufzeigt, den man auch in Deutschland diktiert bekommt. Denn für den neuen US-Präsidenten Barack Obama hat sich die Welt und somit natürlich auch Deutschland, den Interessen der USA ganz klar unterzuordnen. Man wird noch sehen wo all dies hinführen wird.

März: Der Mensch, die Krise und der Papst
Im März war die Weltwirtschaftskrise soweit fortgeschritten, gerade auch in Österreich und Deutschland, dass man sich die Frage danach stellte, welchen Stellenwert der einzelne Mensch noch hat aber auch wo die Kirche ist und wie der Papst zu alldem steht. Denn in einem Wirtschaftssystem in dem das Individuum nur noch als Konsumsklave gilt und die Politik, trotz anstehender Wahlen in Deutschland, nicht gewillt ist etwas dagegen zu tun, hofft man natürlich auf Antworten von anderer Seite, wird allerdings auch hier gerade von den Kirchen eher enttäuscht. Am Ende des Tages wird damit auch klar, warum die Kirchen immer mehr zu den großen Verlierern dieses Systemwandels gehören. In dem Fall muss man wohl auch einräumen, dass sie dafür selber die Verantwortung tragen. Außerdem kann man Glauben nicht essen. Man sieht, dass sich die wirtschaftliche Lage im Jahr 2009 immer mehr zu spitzte, auch wenn die Medien vielfach versuchten mit scheinbar wahnhaftem Optimismus etwas anderes zu verbreiten.

April: Verbraucherschutz in Zeiten der Krise
Der April zeigte den Kunden der Telekom oder viel mehr deren Mobilfunkkunden, wie schnell es still werden kann. Dies ist natürlich auch spannend im Gesamtkontext des Verbraucherschutzes in Deutschland und auch der spielte in diesem Monat eine Rolle in der Berichterstattung. Denn obwohl es ein eigenes Ministerium für diesen Bereich gibt, wird man vielfach das Gefühl nicht los, dass durch immer mehr monopolartige Konzernstrukturen von Energiekonzernen über Discounter bis hin zum Elektroeinzelhandel, der Verbraucher immer weniger Rechte hat, die ihm am Ende des Tages auch etwas nutzen. In der Welt des totalen Konsumterrors gelten nun einmal andere Regeln, als in einer sozialen Marktwirtschaft, die man auch in 2009 weiter abbaute, um sie auf der anderen Seite als das positiv etablierte System in Deutschland zu verkaufen.

Mai: Todesopfer der Weltwirtschaftskrise
Todesopfer der Krise? Wie viele Menschenleben die Weltwirtschaftskrise zum Beispiel in Zusammenhängen von Amokläufen und Selbstmorden mit sich bringt, wird sich wohl nie gänzlich klären lassen, da scheinbar auch kein gesteigertes Interesse an diesen Zahlen vorliegt, was auch niemanden wirklich überraschen dürfte. Man hört immer wieder von verschieden Tragödien oder auch Einzelschicksalen in denen auch Frustration eine große Rolle spielt. Vielleicht sollte man sich einmal die Mühe machen und ergründen, woher diese Frustration, die am Ende des Tages oft genug in sinnloser Gewalt mündet, kommt. Die altbekannten Ausreden von Ballerspielen und Gewaltvideos glaubt doch schon lange kaum noch jemand. Man muss davon ausgehen, dass desto mehr diese wirtschaftliche Entwicklung fortschreitet, auch die Gewalt in ihren verschiedenen Facette zunimmt.

Juni: Als nächstes kollabierte der Einzelhandel
Zu den Nachrichten aus dem April passen auch die Nachrichten aus diesem Monat sehr gut, denn dachte manch einer vielleicht es sei mit den Problemen im einer Schlüsselindustrie, wie der Automobilbranche, schon getan und Opfer wie die Opelaner wären alles, wurde im Sommer 2009 von der Hiobsbotschaft überrascht, dass nun auch mehr und mehr alteingesessene Traditionsunternehmen aus dem Einzelhandel und anderen Bereichen in massive Gefahr gerieten. Dies bedeutet unter dem Strich noch mehr Aufkäufe, noch mehr Fusionen und eine weitere Ausdünnung des Angebotes für den Kunden, wie auch für den Arbeitnehmer. Man wird das Gefühl nicht los, dass am Ende dieses von der Wirtschaft und der Politik scheinbar massiv forcierten Systemwandels in jedem Bereich noch ein zwei Anbieter übrig bleiben, die mit unzähligen 100-prozentigen Töchtern versehen, behaupten, es gäbe doch ausreichend Vielfalt am Markt. Eine Entwicklung gegen die sich die Gesellschaft 2010 noch viel mehr zur Wehr setzen muss, denn ansonsten bleibt am Ende jeder einzelne Kunde auf der Strecke.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Jahresrückblick 2009 · Medien · Neues aus Österreich · Politik · Technik · Wirtschaft

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