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Die Wahrheit des Wortes

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Jahresrückblick 2008 Teil 4 Wirtschaft

26. Dezember 2008

Nachdem sich der erste Teil dieses wirtschaftlichen Jahresrückblicks auf das Jahr 2008 schon sehr stark um das Thema Weltwirtschaftskrise drehte, sollte dies in der zweiten Jahreshälfte 2008, die nun hier beleuchtet wird, noch massiver werden. Die ersten beiden Teile aus dem Bereich der Politik haben schon gezeigt, dass 2008 ein in jedem Fall Bahnbrechendes Jahr sein würde. Hier zeigt sich dann, dass dies für den Bereich der Wirtschaft genauso gilt. Allerdings kann man in beiden Fällen nicht zwingend von einem positiven Wandel sprechen und genau diese Entwicklung zeichnet sich auch in gesellschaftlichen Fragen ab, die in den letzten beiden Teilen des Jahresrückblicks 2008 bearbeitet werden.

Juli: Deutschland im Schmiergeldsumpf

Nicht das man in Deutschland im Jahr 2008 schon ausreichend Problem mit der Wirtschaft im Allgemeinen gehabt hätte, gab es auch noch andere Probleme. So beschäftigten sich die Schlagzeilen im Juli unter anderem auch ein Mal mehr mit der Schmiergeldaffäre bei Siemens und auch Heinrich von Pierer blieb bei diesen Schlagzeilen nicht unbeschadet. Vom Schaden für das Unternehmen im Ganzen ganz zu schweigen. Dunkle Schatten fielen auch in diesen Tagen mehr und mehr auf die Elite, auf die Experten, auf die man in Deutschland so lange Jahre gebaut hatte. Da kommt natürlich die Frage auf, ob der Kurs der letzten Jahre der richtige war. Zum Jahresende sollte sich aber auch diese sehr wichtige Frage gänzlich geklärt haben. Denn wo uns die Elite, wo uns die Experten bis zum Jahresende hingebracht haben, weiß mittlerweile jeder.

August: Das Ende des Olympischen Traums

Die Olympische Flamme war erloschen und was blieb waren nicht nur die Eindrücke siegreicher Athleten aus der ganzen Welt. Vor allem blieb auch in Erinnerung, dass Kommerz in der heutigen Welt ganz offensichtlich auf so gut wie jeder Agenda ganz weit oben steht. Menschenrechte, die Tibetproblematik, viele Problemfelder die es im Kontext der Olympischen Spiele 2008 von Peking zu lösen gab, blieben auf der Strecke. Die Kasse muss klingeln, dass wurde einem ganz schnell klar, da sind Menschen nicht annähernd mehr etwas wert. Eine Entwicklung die sich aber nicht nur auf dieses sportliche Großereignis im Reich der Mitte bezieht. Es ist ein globales Problem. Erst muss der Cashflow stimmen und die Aktionäre müssen zufrieden sein und dann kommen die Menschen. Welche Probleme all diese Gier mit sich bringt, dürfen wir gerade im Moment spüren und die Olympischen Spiele sind schon lange vorbei.

September: Herzlich Willkommen Weltwirtschaftskrise

Die Lehman Brothers Bank ging Pleite. Es wurden bei der Hypo Real Estate (HRE), wie auch bei der KfW-Bank Milliarden verzockt und Schuld an all dem waren ein Mal mehr die Amerikaner. Was die nun genau mit zum Beispiel der KfW-Bank zu tun haben oder damit, dass sich die Tochtergesellschaft der HRE völlig verspekulierte, bleibt im Dunklen. Fakt ist, man hatte schnell jemanden gefunden der für all dies aufkommen sollte, der Steuerzahler. Spätestens an dieser Stelle stand fest, dass wir weder noch über eine Bankenkrise sprechen, noch über eine Finanzkrise, sondern ganz einfach über eine Weltwirtschaftskrise. Aber Politiker, wären wohl keine Politiker, wenn sie auch solche Fakten nicht einfach ignorieren würden. Denn anstatt sich nun endlich mit dem Thema Weltwirtschaftskrise auseinanderzusetzen, etablierte man den Begriff Finanzkrise soweit, dass er es sogar zum Wort des Jahres schaffte. Den Begriff Weltwirtschaftskrise scheut die Politik im übrigen bis heute wie der Teufel das Weihwasser.

Oktober: VW als wertvollstes Unternehmen der Welt

Wie weit entfernt die Weltwirtschaft mittlerweile vom realen Leben, oder von dem was man als Soziale Marktwirtschaft bezeichnen könnte, entfernt ist, zeigte sich im Herbst 2008 sehr schön. Nicht nur das es ein riesiges Schlachtfest bei den Indizes rund um den Erdball gab, es wurde auch weiterhin gezockt bis der Arzt kam. Bestes Beispiel war im Oktober die VW-Aktie, mit ihr wurde der Maßen gezockt, dass das Unternehmen zeitweise einen Wert von circa 300 Milliarden Euro hatte und damit das wertvollste Unternehmen der Welt war. VW war plötzlich mehr wert als Exxon oder auch die restlichen 29 DAX-Werte zusammen. An dieser Stelle zeigte sich wieder sehr schön, dass niemand aus der Weltwirtschaftskrise gelernt hatte. Die Zockereien gehen bis in die heutige Zeit weiter, während der Schuldenberg für die Steuerzahler immer weiter ansteigt. Und die Politik unterstützt all dies auch noch, in dem sie immer weitere Milliardenbeträge in diese Märkte pumpt.

November: Das schwarze Loch

Man könnte sagen desto näher das Jahresende rückte, desto näher rückte auch der Absturz in den Abgrund, an dem auch unsere Volkswirtschaft steht. Kein Grund nun in Hektik zu verfallen und nur weil immer mehr Experten darauf hinweisen, wie schlimm es bis 2010 noch werden wird, heißt das noch lange nicht, dass sie Recht behalten werden. Deshalb verbreitet man auch in Deutschland weiter ganz ungeniert das Märchen von der Finanzkrise, anstatt über die knallharten Fakten und Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zu sprechen. Nachdem, wie in einem schwarzen Loch, Milliarden an Euros an Rettungspaketen für die Banken verschwanden, tut man sich bis jetzt noch immer schwer damit, etwas für die Binnenkonjunktur zu tun. Denn die Bundesregierung geht von einer Stagnation des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus. Das namhafte Finanzexperten, wie der Chefvolkswirt von der Deutschen Bank mittlerweile von einem Minus von vier Prozent beim BIP ausgehen, wird, wie so vieles andere in dieser Krise auch, einfach ignoriert.

Dezember: Fängt Deutschland jetzt wieder an Autobahnen zu bauen?

Auch zum Jahresende 2008 ist die Weltwirtschaftskrise noch nicht ein Mal annähernd überschaubar. Es steht nur fest, dass uns zwei sehr, sehr harte Jahre bevorstehen in denen viel passieren wird. Anstatt das die Bundesregierung um Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) nun ausreichend mit konjunkturellen Maßnahmen der Krise die Stirn bieten, verharren sie lieber und warten bis Barack Obama Ende Januar die Amtsgeschäfte seines Vorgängers George W. Bush übernommen hat. Merkwürdig ist nur, dass die Politiker jetzt wieder dem Staat folgen wollen, den sie für die Krise verantwortlich machen. Erschreckend ist nur, dass das was man als Konjunkturpaket plant, einem irgendwo bekannt vorkommt. Die Binnenkonjunktur soll unter anderem durch Infrastrukturprojekte angekurbelt werden. Nach der letzten Weltwirtschaftskrise machte man das in Deutschland auch und baute Autobahnen. Was dann geschah wissen alle, also hoffen wir nur, dass die Menschheit wirklich in der Lage ist zu lernen.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Jahresrückblick 2008 · Medien · Politik · Wirtschaft

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