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Die Wahrheit des Wortes

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Jahresrückblick 2008 Teil 3 Wirtschaft

25. Dezember 2008

Nachdem sich die ersten beiden Teile dieses sechsteiligen Jahresrückblicks 2008 den politischen Gegebenheiten in Deutschland und der Welt gewidmet haben, geht es in diesem und dem nächsten Teil, um die wirtschaftliche Lage bzw. um die Entwicklung der Weltwirtschaft hin bis zur Weltwirtschaftskrise. Hätte man zu Jahresbeginn die Frage gestellt, wo der Schwerpunkt im Jahr 2008 liegen würde, wäre wohl jeder davon ausgegangen, dass 2008 ganz klar ein Jahr mit einem rein politischen Schwerpunkt geworden wäre. Das ließen zu mindestens die Hessenwahl, die Landtagswahl in Bayern und nicht zu letzt die Wahl des neuen US Präsidenten erahnen. Wer hätte damals schon gedacht, dass die Wirtschaft die Nachrichten so sehr bestimmen würde, was sich nicht nur auf die erste Jahreshälfte 2008 bezieht, die jetzt hier behandelt wird.

Januar: Der Inderwagen kam

2008 begann mit der Nachricht das Tata Motors, ein indischer Großkonzern, mit dem Nano das preiswerteste Auto der Welt baute. Gerade ein Mal 1.700 Euro sollte es umgerechnet kosten. Dahinter steckte der einfache Gedanke, dass die Inder einen preiswerten, für die Massen tauglichen Wagen brauchten. In Deutschland und dem Rest der westlichen Welt spottete man eher über diese Errungenschaft Indiens. Nun zum Jahresende ist der Spott über Tata Motors etwas verklungen, denn kaufte der Konzern im Jahr 2008 einige etablierte Marken der westlichen Welt auf, kämpfen Giganten wie General Motors (GM), Ford oder auch Chrysler mittlerweile ums nackte Überleben. Denn hier galt eher die Devise, wir bauen Autos, die keiner braucht.

Februar: Das Land der Steuerhinterzieher

Im Februar wurde die große Welle der Steuerfahndung losgetreten, da aus diversen Quellen etliche Namen auftauchten, die den deutschen Fiskus um Millionen betrogen hatten. Der prominenteste mutmaßliche Steuerhinterzieher war Klaus Zumwinkel, der zu dieser Zeit noch Chef der Deutschen Post war. Mitte Februar bekam er zu Hause in Köln überraschend Besuch von der Steuerfahndung und musste auch schon bald seine Posten aufgeben, da der öffentliche Druck zu groß wurde. Nun steht er unmittelbar vor seinem Prozess, den wir hier natürlich auch mit Spannung verfolgen werden. Denn auch zu Jahresbeginn zeichnete sich schon ab, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Ein solches Vergehen, wie man es Zumwinkel vorwirft, ist dann natürlich Salz in den Wunden des Treuzahlenden Angestellten.

März: Der Beginn der Weltwirtschaftskrise

Im März kamen die ersten Einschläge der Weltwirtschaftskrise auch in Deutschland an. Die Immobilienblase in den USA war gerade geplatzt, als sich auch in Deutschland ein Prestigeobjekt in Luft auflöste. Denn es wurde amtlich, was einige schon länger vermutet hatten, das Aus für den Transrapid in der bayrischen Hauptstadt. Die 37 Kilometer lange Strecke zwischen dem Münchener Flughafen und dem Hauptbahnhof sollte nicht gebaut werden, dies war nun ein Fakt. Erst in den letzten Tagen gab das Betreiberkonsortium auch noch bekannt, die Teststrecke im Emsland stillzulegen. Aber es ist auch Fakt, dass niemand aus solchen Krisen lernt, denn auch heute, Mitten in der Weltwirtschaftskrise, wird zu einem großen Teil so getan als hätte dies alles keine Bedeutung. Dies bedeutet die Elite dieses Landes machte ihrem Namen bis heute keine Ehre.

April: Die ersten Milliarden

Der April war ein weiterer Monat in dem man noch hätte positiv und vor allem frühzeitig gegen die Weltwirtschaftskrise agieren können. Anstatt sich aber nun in einer globalen Welt auch global denkend zu verhalten, begann man langsam von einer Bankenkrise zu sprechen. Erste Milliarden wurden nun für den Steuerzahler fällig und keiner ahnte, dass diese nur der bescheidene Anfang sein sollten. Man ließ die Bevölkerung einfach im dunklen und tat so als sei mit der Wirtschaft, außer dem Bereich einiger Banken, alles bestens. Spätestens nun begann man auch schon ein Mal mit der Suche nach einem Schuldigen und fand diesen auch schnell in Form der USA. Sie waren und sind an  allem Schuld wird propagiert, da sie die Immobilienkrise verursacht hatten und somit die Initialzündung zu den Bankenproblemen geschaffen hatten. Die Frage, warum sich zum Beispiel deutsche Banker bis über beide Ohren mit faulen Krediten aus den USA eindeckten, bleibt bis heute größtenteils unbeantwortet.

Mai: Als die Krise Europa überrollte

Im Mai hielten sich die wirtschaftlichen Artikel auf dieser journalistischen Plattform in Grenzen, da der größte Teil der Redaktion für gut einen Monat für ein anderes Projekt in Großbritannien unterwegs war. Es war aber auch erschreckend, was man auf der Insel, wo es bis heute keinen Euro gibt, erleben dürfte. Man fuhr durch Straßen in denen man das Gefühl bekam, sie wären im Ganzen zu verkaufen. Außerdem konnte man auch hier sehr gut verfolgen, wie der Rohölpreis ständig weiter anstieg, der auch in Großbritannien die Inflation immer weiter antrieb. Es war zu vermuten, aber nicht im vollen Maße zu deklarieren, dass der Rohölpreis bis zum Jahresende nicht mehr das Problem in Europa sein sollte. Ebenso verhielt es sich auch mit der Inflationsrate, die zu diesem Zeitpunkt in weiten Teilen Europas noch ein tatsächliches Problem war.

Juni: Die Aussicht auf einen teuren Winter

Mitten im Sommer war heizen, wie auch Auto fahren so etwas wie ein Luxusgut in Deutschland geworden. Niemals zuvor hatte der Rohölpreis solche Höhen erreicht und es schien als würde dieser Aufwärtstrend niemals aufhören. Aber nicht nur das Heizöl, welches man spätestens einige Monate später in der kalten Jahreszeit brauchen würde, war betroffen. Es kam zu einer allgemeinen Preisexplosion, da irgendwie alles vom Rohöl abhängt, begonnen von den Gas- und Strompreisen bis hin zu Lebensmittelpreisen die auf Grund erhöhter Transportkosten etc. auch anstiegen. Nichts schien zu diesem Zeitpunkt zu helfen und es wurde wieder eine große Debatte über erneuerbare Energien losgetreten, wie so oft wenn das schwarze Gold Öl so teuer ist. Heute wo der Rohölpreis nur noch einen Bruchteil dessen kostet, was er noch im Sommer kostete, hat die Stärke der eben genannten Diskussionen im gleichen Maße nachgelassen, wie der Rohölpreis.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Jahresrückblick 2008 · Medien · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 schmidy // 21. Sep 2010 at 18:36

    Hallo, ich halte diesen artikel für sehr gut und meiner meinung nach trifft er den nagel auf den kopf.
    es wir viel zu viel anderen, wie zum beispiel den USA die schuld gegeben, als sich mal kritisch mit dem wahren grund aus einander zu setzten. das problem ist, dass sich niemand wirklich traut es denen da oben zu sagen, und die die sich trauen werden durch medien zu einfachen demonstranten deklariert und ihre eigentlich absicht wird herunter gespielt.
    meiner meinung nach wird es zeit für einen wandel, und der sollte zuerst mit der politik beginnen.es wird zeit das alle deutschen auf die straße gehen und denen da oben zeigen, dass sie auch nur menschen sind und nicht einfach alles über den kopf des volkes hinweg entscheiden dürfen!!!

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