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Die Wahrheit des Wortes

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Jahresrückblick 2007 Teil 6 Gesellschaft

29. Dezember 2007

Nun ist es geschafft. Das Jahr 2007 ist so gut wie zu Ende und ich bin am letzten Teil meines etwas anderen Jahresrückblicks angelangt. Nachdem ich in jeweils zwei Teilen, bislang die Themenbereiche Politik und Wirtschaft im Jahr 2007 bearbeitet habe und die gesellschaftlichen Geschehnisse in der ersten Jahreshälfte 2007 beleuchtet habe, steht nun noch der Blick auf die Gesellschaft in der zweiten Jahreshälfte 2007 aus. Auch in diesem sechsten und damit letzten Teil, habe ich jeweils pro Monat eine Schlagzeile recherchiert und diese in einem Artikel kommentiert.

Juli: Der Sumpf der Tour de France

Kriminell, verlogen, unmoralisch, das sind nur einige Begriffe, die mir dazu einfallen, was an dem Platz, wo einst ein großes Radrennen stattfand, im Jahr 2007 passierte. Die öffentlich-rechtlichen Sender verabschiedeten sich schon bald von der Tour, sat1 stieg dafür ein und alles in allem, war es doch noch immer ein großes Geschäft und das ist es, was den Spitzensport eben heute ausmacht. Es ist und bleibt ein riesiger Wirtschaftszweig, in dem weltweit Milliarden bewegt werden. Das genau bei dieser Vorgehensweise nur noch Siege, um jeden Preis, gelten, liegt in der Natur der Sache, schließlich vollen doch gerade auch die Sponsoren oben auf dem Treppchen stehen, denn dahinter stehen Konzerne und die wollen Gewinnmaximierung und man bekommt nur zu oft das Gefühl, dass den Sponsoren dafür jedes Mittel recht ist. Das traurige dabei ist aber auch, dass letztendlich unter all diesen Fakten, der Breitensport leidet und somit die Arbeit so vieler, oftmals auch ehrenamtlich tätiger Menschen, durch das große Kapital vernichtet wird.

August: Direkt aus dem Labor

Am 3. August entdeckte man bei gut 60 Rindern südlich von London die Maul-und Klausenseuche (MKS). Allgemeinen Annahmen zur Folge, stammte das Virus aus einem nahe gelegenen Labor, welches unter anderem, im staatlichen Auftrag, mit dem besagten Virus forschte. Ziel dieser Forschungen war anscheinend die Produktion von Impfstoffen gegen MKS. Meiner Ansicht nach, sollte man an solchen Stellen vermehrt darauf achten, wie in solchen Geschehnissen die genauen Abläufe sind. Denn sollte das Virus aus besagtem Labor entwichen sein, liegt die Vermutung doch sehr nahe, dass sich hier Unternehmen skrupellos, ohne Rücksicht auf Tier und letztendlich auch auf Mensch, ihre eigenen Absatzmärkte schufen. Auch wenn ich ein Gegner allzu weitreichender Regierungseinflüsse in die Märkte bin, sollte man hier darüber nachdenken, von vorne herein, solche Möglichkeiten erst gar nicht zu schaffen und das im Interesse von Mensch und Tier. Wobei dies bei einer solchen Verknüpfung, wie sie hier vorzuherrschen scheint, noch komplizierter sein dürfte.

September: Das ausgebliebene Märchen

Der Herbst hatte begonnen und dieser war im Jahr 2007 über weite Strecken nicht wirklich vom vorangegangenen Sommer zu unterscheiden. Aber es sollte besser werden, so ergaben sich eigentlich alle Fakten für ein Herbstmärchen, denn die deutsche Fußballdamennationalmannschaft wurde zum zweiten Mal in Folge Weltmeister. Dies Mal in Shanghai gegen Brasilien. Der Freude über diesen großen Erfolg, wurde aber kurz danach noch die endgültige Krone aufgesetzt, in dem Deutschland den Zuschlag für die Weltmeisterschaft im eigenen Land für 2011 erhielt. Auch hier blieb für mich, der fade Beigeschmack, ob hier wohl dies Mal alles mit rechten Dingen zuging. Denn auch Betrug im Fußball war ein großes Thema des Jahres 2007. Und wenn man sich Spiele, wie das letzte UEFA-Cup Gruppenspiel des FC Bayern München ansieht, wo der gegnerische Torhüter so schlecht war, dass man sich zwangsläufig, an die angeblich, durch die chinesische Wettmafia gekauften, europäischen Spiele erinnert fühlte, hält man erst ein Mal alles für möglich. Dies ist ein weiterer trauriger Fakt, dass wie schon im Juli beschrieben, auch der Sport schon lange nicht mehr einfach nur Sport ist, sondern scheinbar nur noch ein kommerzieller Zweig zu sein vermag.

Oktober: Friedensnobelpreis-Jeder bekommt was er verdient

Al Gore hat unbestritten einiges im Kampf gegen den Klimawandel geleistet. Allerdings ist mir der Anteil an populistischen Aktionen, wie der Film von Davis Guggenheim, an dem er maßgeblich beteiligt war `Eine unbequeme Wahrheit`, ein bisschen zu wenig. Denn man darf nicht vergessen, dass Al Gore Vizepräsident unter Bill Clinton war und damit auch dafür Verantwortung trägt, dass die USA das Kyoto Abkommen zwar damals unterschrieben, aber es bis heute, auf Grund nationaler Interessen, nicht ratifizierten. Al Gore zeichnete sich gerade auch in den Neunzigern als brillante Rhetoriker aus, der erst ein Mal einiges versprach. So hoch sein heutiges Engagement auch anzusiedeln ist, sollte man nicht vergessen, dass auch weiterhin persönliche Interessen, nachdem Ende seiner politischen Laufbahn, denn er scheiterte als Präsidentschaftskandidat, eine übergeordnete Rolle zu spielen scheint. In genau dieser Analogie, ist es für mich nur fair, dass er eben nur einen halben Nobelpreis bekommen hat und damit meiner Meinung nach seine Rolle mehr als gewürdigt wurde.

November: Das Ende des Erfolges

Sie brach Stefan Raab medienwirksam die Nase und war überhaupt in meinen Augen mehr ein Medienstar, als eine Profisportlerin. Nun gut, so läuft das Geschäft, warum sollte es bei den Frauen auch anders sein, als bei den Männern. Denn schließlich ist Regina Halmig die deutsche Vorzeigeboxerin gewesen. Wie auch im Radsport und Fußball und einigen anderen, erst Mal gar nicht angesprochenen Sportarten, blieben auch hier in 2007 Fragen offen, die für mich eigentlich ganz einfach zu beantworten wären. Warum gewinnt im Boxen eigentlich meist der mit den sichtlich mehr eingesteckten Treffern? Warum ist es oft im Vorfeld, bei angeblich gleichwertigen Gegner, den Kommentatoren klar, wer einige Runde später der Sieger ist? Ich nehme ein Mal an, es gibt für all dies sachliche Erklärungen. Genauso sachlich, wie die Aussage der Gegnerin von Regina Halmig, die vor Halmigs letztem Kampf verlauten ließ, sie müsste Halmig schon K.O.-schlagen, da sie nach Punkten in Karlsruhe keine Chance hätte. Man kann nicht sagen, dass die Frau Unrecht hatte, denn nach Punkten gewann Halmig relativ knapp. Es gab Stimmen, die nachdem Kampf sagten, ein Unentschieden wäre gerecht gewesen und das hätte auch nicht das Abtreten ohne Weltmeistertitel für Halmig bedeutet aber es wäre halt kein makelloser Abgang gewesen. Dafür aber ein fairer.

Dezember: Kein Ende in Sicht

Leider bleibt Deutschland auch zum Jahresende ein Land, in dem auf den verschiedensten Ebenen Gewalt herrscht. Abermals kamen in der Weihnachtszeit drei Kinder in Bayern und ein weiteres in Sachsen ums Leben. Ein weiteres Mal waren es Angst, Verzweiflung und wahrscheinlich Überlastung, die die Folge dafür waren, dass vier Kinder sterben mussten. Womit sich die Reihe von Kindstötungen leider auch in diesem letzten Monat des Jahres fortzusetzen scheint. Aber auch der Überfall auf einen Rentner in der Münchener U-Bahn ist ein weiterer Beweis dafür, dass in diesem Staat, bei weitem nicht alles so rosarot, wie es uns oftmals vermittelt wird, ist. In allen Fällen blieb meiner Meinung nach vor allem eins klar, wenn man die vorhandenen Mittel, auf den verschiedensten Ebenen besser ausnutzen würde, würde vielen Menschen geholfen. Zum einen gilt dies natürlich für die ganzen sozialen Netzwerke, denen man einfach nicht immer wieder die Gelder kürzen sollte. Auf der anderen Seite gilt dies aber auch, für die Justiz, die einfach auch häufiger an angemessenen Stellen, den Rahmen, der ihnen durchaus zur Verfügung steht, ausnutzen sollte. Denn meiner Meinung nach, bedarf es weder neuer Initiativen, noch neuer Gesetze, wenn man einfach das Vorhandene stärken bzw. besser nutzen würde.

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Kategorie: Gesellschaft · Jahresrückblick 2007

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