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Die Wahrheit des Wortes

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Jahresrückblick 2007 Teil 4 Wirtschaft

26. Dezember 2007

In diesem vierten Teil meines etwas anderen Jahresrückblicks, widme ich mich nun der Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte 2007. Nachdem ich mich in den ersten beiden Teilen, der politischen Lage in 2007 gewidmet habe, geht es dann in den beiden letzten Teilen noch um meinen Blick auf gesellschaftliche Themen aus dem Jahr 2007. Auch in diesem Artikel habe ich mir zu jedem Monat eine Schlagzeile recherchiert und kommentiere diese im Artikel.

Juli: Die Einzelkämpfer der Lüfte

Am 16. Juli wurde bekannt, dass man sich im Hause EADS endlich einig geworden war und fand so zu klaren Kompetenzen. Louis Gallois wurde alleiniger Chef von EADS und Thomas Enders alleiniger Chef der Tochter Airbus. Soweit so gut, wären da nicht die Verspätungen von gut zwei Jahren, bei der Auslieferung des Prestigeobjektes A380 und weitere Probleme, wie zum Beispiel die beim A400M. Managementfehler hin oder her, es musste Hilfe kommen und die kam und zwar in Form von `Power 8`, dem internen Sanierungspaket. Wem kann man Fehler am besten anlasten? Mit Sicherheit nicht denen, die es verbockt haben. Nein, wofür hat man denn schließlich Mitarbeiter. So waren es auch in diesem Fall, ein Mal mehr, die Arbeitnehmer die es ausbaden dürften. Dieser Vorgang sollte sich später im Jahr noch erweitern, als weitere Probleme durch einen dauerhaft starken Euro auftraten. Auch hier von zeigte sich das Management völlig überrascht und kündigte an, weitere Einsparungen prüfen zu müssen. Ich kann nur sagen, besser spät als nie. Ich sehe so etwas aber auch als klaren kaufmännischen Fehler an und mag mir die These erlauben, dass es mit `Power 8` bei weitem noch nicht getan ist. Mal sehen, von was sich die Herren im nächsten Jahr überrascht fühlen.

August: Von sächsischen Häuslebauern

Auch im August wurde mir bewiesen, wie gut die Wirtschaft in Deutschland, dank gut bezahlter Topmanager und funktionierenden Überwachungsorganen, wie zum Beispiel die Finanzaufsicht BaFin, läuft. Am Anfang der Geschichte konnte man fast noch ein bisschen mit einem Schmunzeln über die Bankenkrise in den USA berichten. Hier wurden über lange Zeit, Kredite an zum Teil nicht solvente und weniger solvente Häuslebauer vergeben. Nach und nach platzte dann diese Blase der faulen Kredite mehr und mehr. Schnell stellte sich allerdings raus, dass es überraschenderweise, in einer globalen Welt, unter anderem auch Deutschland betraf und kein reines US-Problem war. Im August wurde klar, dass die sächsische Landesbank mit am schwersten getroffen wurde und nur durch eine Soforthilfe durch die Landesbank Baden-Württemberg vorerst gerettet werden konnte. Wie ich schon mehrfach erwähnt habe, ist es mir völlig unverständlich, wie so etwas geschehen kann, wenn man voraussetzt, das hier angeblich immer wieder hochqualifizierte und dementsprechend bezahlte Manager am Werke sind.

September: Der Dalei Lama im Land des Exportweltmeister

Oder sollte ich sagen, das Dilemma mit dem Dalei Lama. Natürlich ist es unbestritten lobenswert, zu zeigen, dass sich die deutsche Politik auch nicht von China auf der Nase rumtanzen lässt. Sondern man vor allem auch außenpolitisch, einen gewissen Machtanspruch zum Ausdruck bringt. In sofern war es natürlich erst ein Mal zu begrüßen, das unsere Regierungschefin, Angela Merkel (CDU), den Dalei Lama empfing. Man sollte nur bei solchen Störfeuern, die ein solcher Beweis der Stärke, eben oftmals darstellt, auch immer die gesamte Bandbreite der Folgen im Auge behalten. Es ist noch ein Mal gut gegangen und nach einer kurzen Zeit der Spannungen, klarte auch dieses bilaterale Verhältnis wieder auf. Nur man muss eben auch sehen, dass wir Exportweltmeister sind und uns genau dies, gerade auch bei dieser Binnenwirtschaftslage, am Leben hält. Meine persönliche Meinung ist, dass dies wieder ein klarer Fall mangelnden Weitblicks unserer schwarzroten Regierung war und somit die Freude überwiegt, dass es scheinbar keinen dauerhaften Schaden hinterlassen hat.

Oktober: Die gefühlte Binnenkonjunktur

Da hab ich doch gerade behauptet, wie exportabhängig wir Deutschen sind, dabei läuft die Binnenwirtschaft doch, wie man unter anderem an einem Stand von nur circa 3,4 Millionen Arbeitslosen sieht, bestens. Zu diesem Fakt hatte ich mich ausgiebig in meinem Artikel `Wer ist eigentlich Deutschland? ` geäußert, somit bleibt hier nur anzumerken, dass ich manchmal das Gefühl habe, dass wir in diesem Land nicht nur eine gefühlte Inflation haben, sondern auch eine gefühlte Binnenkonjunktur, mit einem Hang zur Rückkehr in die harte Realität. Es gibt die Redensart `Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast`. Ich will gar nicht soweit gehen und von Fälschungen reden, sondern einfach nur davon, dass Prognosen doch, meiner Ansicht nach, zu oft nach unten korrigiert werden müssen oder nachher einfach nicht mit der Realität übereinstimmen. Genau diese Prozesse, führen dann aber letztendlich zu bösen Überraschungen und ich meine, dass sich dies ein Land wie Deutschland ersparen sollte.

November: Siemens mit gutem Beispiel voran

Man muss sich 1,3 Milliarden Euro einfach Mal auf der Zunge zergehen lassen. Oder um es ein Mal platt auszudrücken, das ist schon ein ganzer Haufen Schotter. Wir reden von Siemens, aber wir reden nicht nur von Siemens, wenn Begriffe wie Schwarzekassen, Bestechung, Kartelle etc. fallen. Da der Begriff der Moral, an dieser Stelle so oder so meist deplatziert wirkt und es für mich den Anschein hat, dass dies alles übliche Begriffe aus dem Wirtschaftskreislauf auch in Deutschland im Jahr 2007 waren, versuche ich es so sachlich wie möglich zu sehen. Scheinbar wird in diesem Land im großen Stil geschmiert, Kartelle werden gebildet und vieles mehr. Die Folge sind oftmals juristische Verfahren, die nur allzu oft gegen Geldbußen eingestellt werden, zum Teil werden Manager mit einem goldenen Handschlag ausgetauscht oder ganze Führungszirkel müssen gehen und nicht zu letzt, gelobt man Besserung, bevor es zum allseits bekannten Alltag übergeht. Es kann sich an dieser Stelle aber niemand wirklich über Schwarzarbeit, Leistungsmissbrauch oder ähnliches beschweren, denn woher sollte die breite Maße es besser wissen, wenn sie es Tag ein Tag aus so vorgelebt bekommt.

Dezember: Und es wurde doch wieder hell

Am 08. Dezember fand zum Weltklimatag, die Aktion, `Licht aus! Für unser Klima`, statt. Klima, Erderwärmung etc. waren so oder so sehr starke Themen im Jahr 2007, aber außer das es uns alle angeht und somit in erster Linie ein gesellschaftliches Thema war und ist, ist es auch ein Wirtschaftsthema. Denn schon im Vorfeld zu dieser Aktion wurde bekannt, dass es schlimmsten Falls zu einem flächendeckenden Stromausfall in ganz Europa hätte kommen können. Dieser flächendeckende Stromausfall, hätte einen kaum vorab zu bemessenen Schaden hinterlassen, dass dieser an uns vorbeizog, sollten wir allerdings genauso, wie die ganze Aktion, als ein Symbol für mehr Vorsicht hinnehmen. Denn natürlich haben wir nur diese eine Erde. Und natürlich sollte ihr Schutz oberste Priorität haben, nur wir sollten bei allem Aktionismus auch andere Faktoren, wie zum Beispiel die Wirtschaft nicht völlig aus den Augen verlieren. Wie in vielen anderen Lebensbereichen auch, gilt es hier ein gesamtverträgliches Maß zur Erreichung der Ziele auszuloten. Genau dies sollte meiner Meinung nach eines der Hauptziele für 2008 sein, egal wie schwer und schmerzlich es hier und da sein mag.

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Kategorie: Jahresrückblick 2007 · Wirtschaft

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