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Die Wahrheit des Wortes

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Jahresrückblick 2007 Teil 3 Wirtschaft

25. Dezember 2007

Mit diesem dritten Teil meines etwas anderen Jahresrückblicks, knüpfe ich an die ersten beiden Teile an, die sich mit dem politischen Geschehen in diesem Land im Jahr 2007 auseinandergesetzt haben und biete nun in zwei weiteren Teilen, meinen etwas anderen Rückblick auf die Wirtschaft im Jahr 2007 an. In den beiden letzten Teilen behandele ich dann die gesellschaftlichen Geschehnisse des Jahres 2007. Wie schon in den ersten beiden Teilen, habe ich mir zu jedem Monat eine Schlagzeile recherchiert, die ich mit meinen persönlichen Kommentaren versehen habe.

Januar: Das fing ja gut an

Das Jahr begann mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19%. Die befürchteten Preistreibereien in diesem Zusammenhang blieben offiziell, wie scheinbar so oft in diesen oder ähnlichen Fällen, aus. Ob man bei Inflationsraten um die 3% und einer gefühlten Inflation von sogar 9 bis 10%, diesem so noch Glauben schenken mag, wird sich zeigen. Erst zu letzt räumte der Finanzexperte Michael Heise, im ZDF Morgenmagazin ein, dass die Einführung des Euros zu allgemeinen Preissteigerungen geführt hätte, was damals genauso nieder geredet wurde, wie dies Mal bei der Mehrwertsteuererhöhung. Natürlich wirkt man, meiner Meinung nach, mit der klaren Verneinung in diesem Kontext, weiterem negativem Konsumverhalten erst ein Mal entgegen aber es bleibt zu vermuten, dass wenn sich dann im Laufe der Zeit andere Fakten ergeben, dies zu einem weiteren Vertrauensverlust in Wirtschaft und Politik führen wird. Die Frage die dann offen bleibt ist, was wohl schädlicher für diesen Staat ist?

Februar: Fahrstuhl zum großen Geld

Am 21. Februar verhängte die EU-Kommission 992 Millionen Euro Strafe gegen die fünf führenden Fahrstuhlbauer wegen jahrelanger Preisabsprachen. Man darf an dieser Stelle sagen, dass Deutschland in diesem Fall durch Thyssen-Krupp vertreten, mit fast einer halben Milliarde Euro einen Spitzenplatz belegte. Es bleibt offen wer noch folgen wird. Siemens folgte in jedem Fall schon 2007 mit ähnlichen Negativschlagzeilen, soviel weiß man heute. Aber all dies scheint doch irgendwie nur die Spitze eines Eisberges zu sein. Denn man wird das Gefühl nicht los, dass eben Kartelle und Bestechungen die Wirtschaft regieren. Das große Aufbegehren in der Bevölkerung und Seitens der Medien fehlt mir allerdings etwas. Man bekommt zum Teil eher das Gefühl, dass sich eine Mentalität, an dieser Stelle, breit macht die alles für die Schaffung, wenn auch nur temporärer, Arbeitsplätze als legitim ansieht. Auch dies halte ich für eine sehr bedenkliche Entwicklung in dieser Republik.

März: Verlängerung des Ausbildungspaktes

Am 5. März wurde der, im Jahr 2004 geschlossene, nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs, bis ins Jahr 2010, um drei weiter Jahre verlängert. Ein weiteres lobenswertes Engagement der schwarzroten Regierung. Trotzdem bleiben auch im Jahr 2007 die grundsätzlichen Probleme ohne durchgreifende Lösungen. Denn die Grundproblematik liegt noch weit bevor die jungen Menschen überhaupt beginnen sich um eine Ausbildung zu bemühen. Wir reden über die Schulproblematik und die zeigte sich auch 2007 nicht als wesentlich verbessert. Da gab es Schlagzeilen, wie Wachdienste an Schulen oder auch der Fakt das Deutschland sich, wenn man meiner Blickweise folgen mag, auch in der PISA-Studie nicht wirklich wesentlich verbessern konnte. Bevor sich diese allgemeinen Probleme, wie auch die speziellen Probleme der Jugendlichen mit Migrationshintergrund nicht wesentlich zum Positiven ändern, wird sich auch das Ausbildungsproblem nicht grundsätzlich verbessern.

April: Fragwürdige Kooperationen

Ende April wurde bekannt, dass die Bundesagentur für Arbeit mit den 15 größten Zeitarbeitsunternehmen einen Kooperationsvertrag unterzeichnet hat. `Mit diesen Vereinbarungen stellen wir die Zusammenarbeit mit den Zeitarbeitsfirmen auf eine neue Basis: Wir haben Standards der Zusammenarbeit vereinbart`, teilte das Vorstandsmitglied Raimund Becker von der Bundesagentur für Arbeit mit. Genau solche Kooperationen, die sich meiner Auffassung nach, auf den verschiedensten Ebenen der Wirtschaft und Politik häufen, stellen ein weiteres wirtschaftliches Risiko dieser Republik dar. Denn laut meiner persönlichen Meinung, sind Zeitarbeitsfirmen oftmals ein Garant zur Einsparung von Personalkosten und das zu lasten der Arbeitnehmer. Eine logische Frage die sich so ergibt ist, ob das Interesse der Bundesagentur für Arbeit in erster Linie eine positive Statistik, unabhängig von dem Wohlergehen der Arbeitnehmer, ist? Wenn ich meine These zu Grunde lege, stellt sich so ein weiteres Mal die Frage, ob man Deutschland wirklich noch als eine soziale Marktwirtschaft einstufen kann.

Mai: Chrysler. Ade.

Am 14. Mai wurden 80,1% des Chrysleranteils für 5,5 Milliarden Euro von der DaimlerChrysler AG verkauft und im Oktober beschloss man die Umbenennung in Daimler AG. Ich würde so etwas die Folge schlechten Managements nennen und dadurch ergeben sich auch meine Probleme mit den Managergehältern. Denn auch ich vertrete die Meinung, dass Menschen die solche Konzerne leiten und eine solche Verantwortung tragen, ausreichend dafür entlohnt werden sollten. Aber wo ist denn bitte deren Verantwortung? Die Verantwortung, bei den immer wiederkehrenden Managerfehlern, tragen nur allzu oft die Arbeitnehmer und zwar mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. Es sind mir nur ganz wenige Fälle bekannt, wo Manager wirklich die angemessene Verantwortung für ihr Handeln tragen mussten. Genau diese Schieflage lässt für mich nur den Schluss zu, dass die gezahlten Gehälter in der Königsklasse der deutschen Wirtschaft, nicht annähernd gerechtfertigt sind.

Juni: Der Dax über 8000

Ein neues Allzeithoch für den Aktienindex mit den 30 wichtigsten deutschen Unternehmen. Ein weiteres Zeichen dafür, wie es mit diesem Land aufwärts geht. Auch in 2007 war die Performance des Dax ein Mal mehr nicht zu verachten und auch ich hatte das ganze Jahr über immer wieder meinen Spaß an ihm. Eigentlich so gut wie immer, wenn ein Unternehmen den Abbau von Arbeitsplätzen bekannt gab, stiegen die Kurse. Dies folgt natürlich auch einer gewissen wirtschaftlichen Logik, denn weniger Arbeitnehmer, heißt weniger Kosten, heißt mehr Gewinn. Und das ist was zählt. Immerhin reden wir hier über Wirtschaft und nicht über die Schicksale der Menschen. Gut, unser System lässt verschiedene Möglichkeiten des Arbeitskampfes zu aber auch hier zeigt sich eine weitere Problematik. Denn nicht erst seit den Vorfällen beim VW-Betriebsrat, sind die Vernetzungen beider Seiten, meiner Meinung nach, klar ersichtlich. Wenn dann auch noch wichtige Errungenschaften unseres Systems, wie das Streikrecht, von Menschen wie Manfred Schell, meiner Meinung nach, völlig Zweckentfremdet werden, kann dies nicht im Sinne der Arbeitnehmer sein.

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Kategorie: Jahresrückblick 2007 · Wirtschaft

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