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Die Wahrheit des Wortes

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Ist die Arbeitslosenstatistik eine große Lüge?

16. Juli 2009

Ein hohes Ziel eigentlich jeder Regierung sollte es sein für Arbeit und Wohlstand zu sorgen. Da letzterer immer ein sehr relativer Begriff ist, der auch gerne damit aufgeweicht wird, dass man erwähnt, dass es viele andere Staaten gibt denen es schlechter geht als Deutschland, richtet sich das Hauptaugemarkt oft nur auf den Arbeitsmarkt. In Deutschland sind die Arbeitslosenzahlen gerade auch im Kontext zur Krise noch halbwegs annehmbar, mag manch einer meinen. Das immer weniger Menschen von ihrer Arbeit leben können, blendet man oftmals einfach aus. Dieser letzte Punkt ist allerdings wohl auch eine Folge dessen, dass in diesem Land die Arbeitslosenzahlen scheinbar geschönt sind, was gerade auch im Superwahljahr 2009 auch keine große Überraschung darstellen dürfte.

Kurzarbeit als behutsamer Weg in die Arbeitslosigkeit

Im Moment ist zum Beispiel die Kurzarbeit, die nun sogar bis zu 24 Monate andauern kann, ein sehr gutes Mittel um Menschen aus der Arbeitslosenstatistik fernzuhalten, zu mindestens bis die Krise überwunden ist, wie es immer heißt. Dieser Zeitpunkt dürfte übrigens nach den Bundestagswahlen im Herbst 2009  liegen. Man muss hier allerdings berücksichtigen, dass dieser Trick den Staat teuer zu stehen kommt aber auch massive Einschnitte für den Betroffenen selbst bedeutet. Allerdings kann man es auch so verstehen, dass diese Menschen schonend darauf vorbereitet werden in einigen Monaten noch weniger Kapital und damit letztendlich auch noch weniger Kaufkraft zur Verfügung zu haben. Da die Binnenkonjunktur schon lange Zeit ein Stiefkind der Politik war und man sich doch lieber um Märkte in China kümmerte, dürfte man auch diesen Verlust verkraften. Natürlich freut diese Entwicklung auch wieder die Betreiber der 1-Euro-Läden, deren Kundenkreis so täglich wächst. Genau an dieser Stelle beginnt sich der Kreis nun langsam zu schließen, denn viele der hier angebotenen Waren werden in den Ländern hergestellt, die Deutschland zu Exportweltmeister gemacht haben. Eingangs wurde aber festgestellt, dass es um eine positive Arbeitsmarktstatistik geht, was ganz offensichtlich nicht immer sehr viel mit einer guten Arbeitsmarktpolitik zu tun haben muss. An dieser Stelle kann man nun allerdings zwei Fliegen mit einer Klatsche erlegen.

Denn natürlich kann man auch in Deutschland preiswert produzieren, wenn auch noch nicht ganz so preiswert, wie zum Beispiel in China. Wie dies funktioniert zeigte am gestrigen Abend die ARD in einer sehr spannenden Reportage zum Thema Armutsindustrie. Es wurde zum Beispiel über die Neue Arbeit in Stuttgart-Feuerbach berichtet. Hierbei handelt es sich um eine Beschäftigungsgesellschaft in der etwa 1.600 1-Euro-Jobber eben eine Beschäftigung gefunden haben mit der sie ihre Sozialleistungen minimalst aufstocken können und so aber vor allem auch aus der Statistik verschwinden. Ein weiteres spannendes Beispiel war die Toys Company in der bundesweit gut 2.600 Menschen, zum Beispiel damit beschäftigt werden, dass sie gespendete Puzzle dadurch auf Vollständigkeit prüfen, dass sie diese zusammensetzen. Stolz erzählte man vom Rekord, ein 5.000er-Puzzle in nur zehn Arbeitstagen geschafft zu haben. Leider fehlten aber drei Teile. Auch diese Menschen sind als 1-Euro-Jobber beschäftigt. All dies soll ihnen helfen wieder zurück in die Arbeitswelt zu finden, wird behauptet. Im Widerspruch hierzu steht natürlich, dass es am heutigen Arbeitsmarkt immer wichtiger wird gut qualifiziert zu sein, ob da ein Puzzlerekord wirklich den entscheidenden Vorsprung gegenüber den Mitbewerbern bringt, muss wohl bezweifelt werden. Diese Reportage zeigte aber noch einmal sehr schön, dass hier politisch gewollt und gefördert eine parallele Arbeitswelt entsteht, denn so werden immer mehr Menschen in die Armut entlassen, ohne statistisch negativ aufzufallen und man schafft auch direkt Märkte für eben immer billigere Produkte.

Von der Wohlstandsgesellschaft in die Armutsgesellschaft

Man fragt sich nun, wo der Sinn liegen könnte ein System so drastisch zu verändern, wie es hier seit Jahren geschieht. Die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach gefunden, die Marktsituation hat sich völlig verändert und somit funktionieren die Märkte auch ganz anders und dadurch letztendlich auch die Kalkulationen dahinter. Güter die früher `ewig` hielten, wie zum Beispiel Haushaltsgeräte oder Unterhaltungselektronik, müssen immer häufiger durchsetzt werden, um Gewinnspannen attraktiv zu halten, dies gelingt aber auch nur bis zu einem bestimmten Grad. Durch diese Entwicklungen verlieren aber auch immer mehr Waren an Wert, was die Realisierung von gleichbleibenden Gewinnen, bei unveränderter Kostenstruktur, erschwert bzw. unmöglich macht. Dies bedeutet Waren werden preiswerter bei gleichen Kosten. Dies wiederum würde bedeuten, dass der Produzent am Ende des Tages weniger verdienen würde und das dies um jeden Preis verhindert werden soll, zeigt sich nicht nur in diesem Systemwechsel. Der große Verlierer wird die breite Masse der Gesellschaft sein, der man dann allerdings über die Medien vormachen wird, dass alles nicht so schlimm sei und man auch bemüht sei für Besserung zu sorgen. Ein sehr gutes Beispiel für ein solch doppeltes Spiel ist auch der Skandal um den HSH Nordbank-Chef Prof. Dr. Dirk Jens Nonnenmacher, der eine Bank anführt, die im Moment nur mit Staatshilfen überleben kann. Er erhielt fast 3 Millionen Euro Sonderzahlungen und das obwohl die Große Koalition noch vor kurzem dem Volk verkündete, dass an solche Topmanager maximal 500.000 Euro im Jahr gezahlt würden. Ein Summe für die ein 1-Euro-Jobber übrigens grade einmal etwas mehr als 170 Jahre lang jeden Tag arbeiten gehen müsste.

Natürlich findet man nun wieder diverse Konstrukte, um dies zu rechtfertigen. Unter dem Strich bleibt allerdings der Fakt, dass sich hier eine immer größer werdende Schieflage entwickelt. Denn es geht nur darum an der Oberfläche etwas Positives zu inszenieren und nicht darum den Menschen wirklich nachhaltig zu helfen. Durch die in der eben skizzierten ARD-Reportage gezeigten Maßnahmen kommt man, wenn man alle diese Maßnahmen zusammen nimmt, auf gut 1,6 Millionen Menschen die aus der Statistik verschwunden sind und dies ist nur eine Art ,die den Verdacht der Manipulation nährt. So erfuhr unsere Redaktion vor einigen Tagen, dass wohl Lehrer mit Zeitverträgen, die bislang zu den Sommerferien gekündigt wurden und danach wieder zum neuen Schuljahr eingestellt wurden, diesen Sommer nicht zum Arbeitsamt müssen, da sie durchgehend bezahlt werden. Auch bei dieser erst einmal sehr positiv wirkenden Schlagzeile, muss man hinter die Kulissen schauen und kommt schnell zu der Vermutung, dass dies ein weiterer gezielter Versuch ist, die Arbeitslosenzahlen kurz vor der Bundestagswahl möglichst gering zu halten, um behaupten zu können, wie gut man die Krise und das System im Griff hat. Wenn man all die Fakten aus diesem Artikel zusammen nimmt wird einem klar, was alles noch auf dieses Land zu kommt und das viel mehr Menschen von Armut bedroht sind, als man meinen mag. Genau dies ist auch der Grund, warum sich auch die Menschen, denen es im Moment noch gut geht, gegen die steigende Armut im Land einsetzen sollten, denn vielleicht sind sie in nächster Zukunft auch ein Opfer dieses Systemwechsels und ganz offensichtlich kann da niemand auf Hilfe aus der Politik hoffen, die diesen Trend offensichtlich genauso forciert, wie die Wirtschaft selbst.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 3 Kommentare ↓

  • 1 Liebe Thüringer: lasst Euch nicht verarschen! // 19. Aug 2009 at 11:04

    [...] – Nur mit Tricks unter 5 Millionen – Immer wieder neue Tricks schönen die Arbeitslosenstatistik – Arbeitslosenstatistik eine große Lüge – Wenn alle Stricke reissen wird direkte Arbeit am Menschen notwendig Tendenz der [...]

  • 2 thomas mueller // 8. Aug 2013 at 21:39

    man kann diesen staatsverbrechern schon seit jahren nichts vertrauen ,man sieht doch schon ihre lügen auf der stirn zu den lügnern gehören nicht nur regierung des staates ,ämter ,behörden ob auf regionebene ,landesebene überall nur solcher verlogener abschaum des volkes.selbst die niederlegung der staatsbürgerschaft der BRD wir verboten ,was soll man dann noch von diesem angeblichen “rechts”staat halten ,deshalb kann ich auch keinen mehr wählen laut §1GG , es wäre oder ist keiner wert

  • 3 thomas mueller // 8. Aug 2013 at 21:49

    teil2 Im übriden kann belegt werden die verhaftung und die lügenbegründung beim äußern seiner freien meinung ,denn wenn du das machst z.bsp.in BW dann bist du schon staatsfeind und mußt erkennungsdienstlich erfasst werden . nachweise können erbracht werden .Frage ist “” in welche gosse sind wir gelangt , die nicht aufhöhren kann zu stinken.

Schreib was dazu