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Die Wahrheit des Wortes

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Ist der Rhein bald wieder verseucht?

19. Oktober 2017

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. In Deutschland herrscht in vielen Bereichen Stillstand oder eine nur kaum messbare Geschwindigkeit in Sachen Veränderung. Wenn sich dann doch etwas bewegt, muss so viel aufgeholt werden, dass es oft genug im totalen Chaos endet, wie man es aktuell im Bereich der maroden Infrastruktur sehr schön erleben kann. Jeder der schon einmal an Rhein und Ruhr unterwegs war, weiß, wie es dort um die Autobahnen bestellt ist, was speziell auch für die Brücken gilt. Hier direkt vor der Tür findet sich ein Beispiel dafür, wobei es zum Teil auch ein Sonderfall ist. Es geht um die A1 und die ist eigentlich eine Dauerbaustelle. Es wirkt so, als würde man irgendwann feststellen, dass die Kapazität nicht mehr reicht und dann errechnet man die neuen Zahlen dazu. Bis die Autobahn angepasst ist, sind diese Zahlen allerdings längst wieder überholt und man beginnt wieder von vorne. Nun kommt beim hiesigen Streckenabschnitt aber eben noch eine Besonderheit hinzu und zwar eine Rheinbrücke, die längst jeder kennt. Diese hat man so verrotten lassen, dass nun eine neue her muss und dies wird jetzt wohl noch richtig gefährlich. Trotz massiven Widerstands der Bevölkerung hat man sich für ein Konzept entschieden, welches bedingt, dass eine der größten Giftmülldeponie Europas geöffnet werden muss. Dieser Bereich war vor der Versiegelung so verseucht, dass eine ganze Wohnsiedlung geschlossen wurde. All dies scheint man vergessen zu haben oder man ignoriert es. Die Richter, welche in Leipzig diesem Wahnsinn nun zugestimmt haben, sind für die Folgen damit eigentlich genauso verantwortlich, wie die Politiker in Düsseldorf, die dieses Projekt auch noch feiern.

Schuldfreiheit ist garantiert
Nun ist es also amtlich und die Leverkusener Rheinbrücke darf laut höchstrichterlichem Urteil gebaut werden und keiner wird später die Verantwortung übernehmen, was sowohl für die Kostenexplosion, welche wohl vorprogrammiert ist, wie auch für mögliche Gesundheitsschäden gilt. So scheint nun auch klar zu sein, warum die Bohrproben, welche im Rahmen der Machbarkeitsanalyse im verseuchten Gebiet genommen wurden, so lange unbeaufsichtigt in der Gegend standen. Sollte es später zu Problemen mit dem verseuchten Untergrund kommen, wo von auszugehen ist, könnte man ganz einfach behaupten, dass die Proben eben vertauscht wurden und schon sind wieder alle fein raus. Anwohner wollen nun wegziehen und verlieren, wenn sie dort Häuser haben, natürlich massiv Kapital, da der Wert unter den genannten Umständen einbricht. Eine spezielle Form der Enteignung, welche in Deutschland kein Einzelfall ist. Bei solchen Vorzeichen darf sich der Staat nicht wundern, wenn ihn immer mehr Menschen ablehnen und dies auch immer häufiger sehr deutlich zeigen. Abgesehen davon, dass man auch diese Situation hätte gar nicht so weit kommen lassen müssen, übrigens gibt es auch dafür offensichtlich keine Schuldigen, hätte es auch noch andere Lösungen gegeben. Schaut man sich andere, wesentlich kleinere Straßenbauvorhaben in der Stadt an, weiß man, was von den geplanten Bauzeiten zu halten ist und sollte sich auf eine sehr lange Zeit des Chaos einrichten. Die so entstehenden Schäden durch Stau, wozu man auch die Mehrbelastung von Pendlern zählen muss, bleiben ebenfalls Probleme der Opfer einer solchen Politik. Da ist es doch nur verständlich, warum sich immer mehr Menschen einen Systemwechsel wünschen. Es zeigt sich auch wieder, dass die Politik keinerlei wirkliches Interesse an den Belangen der Menschen hat und dies wird nicht folgenlos bleiben, wie zuletzt die beiden jüngsten Wahlergebnisse wieder zeigten.

Risiken und Nebenwirkungen
Was auf dieser riesigen Giftmülldeponie in Leverkusen an welchen Stellen entsorgt wurde, weiß niemand so genau. Dies bedeutet man stochert im Nebel, man könnte auch behaupten, diese Baustelle wird auf einem Minenfeld errichtet und ist damit ein einziges Glücksspiel. Sollte die Sache mit dem Glück nicht funktionieren, wird gleich eine ganz Kette an Problemen entstehen, wovon die Kosten noch das banalste sein dürften. Man muss sich immer vor Augen halten, dass es um riesige Mengen an hochtoxischen, versiegelten Materialien geht, welche man nun einfach so im großen Stil anbohren möchte. Politik und Justiz müssen sich da natürlich zwangsläufig Fragen gefallen lassen, welche aber aus den angesprochenen Gründen wieder abperlen werden. Man darf davon ausgehen, dass unter den angesprochenen Umständen, auch das tatsächliche Gesundheitsrisiko gar nicht einzuschätzen ist. Nun ist es bei diesem Material zum Teil auch so, dass man von schleichenden Prozessen ausgehen muss, wo man später wieder gute Möglichkeiten hat, eine Schuld von sich zu weisen. Gutachterlich das Gegenteil zu beweisen, dürfte für normale Bürger unmöglich sein. Auch dies ist wieder ein gutes Beispiel, um besser zu verstehen, was mit Wirtschaftsfaschismus gemeint ist. An dieser Stelle muss noch einmal darauf hingewiesen werden, dass dieses Problem, in diesem Ausmaß gar nicht hätte entstehen müssen. Alle nun folgenden Schäden, sowohl für die Gesundheit, wie auch für die Umwelt, müssen selbstverständlich als vorsätzlich herbeigeführt eingestuft werden. Dabei sollte man auch berücksichtigen, dass sich all dies direkt am Rheinufer abspielt, womit Giftstoffe problemlos in den Rhein gespült werden könnten und sich damit das Gebiet einer möglichen Verseuchung noch einmal extrem vergrößern würde. Man sieht, wie groß die Risiken und Nebenwirkungen sind, welche in Düsseldorf und Leipzig auf den Weg gebracht wurden.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Politik · Technik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Der BALLacker » Das Derbywochenende und das Märchen vom Dialog // 30. Okt 2017 at 08:29

    […] nicht, denn die Mainzer schossen auf jeder Seite eins und so endete es 1:1. Die Strategen in Sachen Straßenplanung in Nordrhein-Westfalen hielten es für günstig eine der großen Hauptverbindungen zwischen Köln und […]

  • 2 Der BALLacker » Fans sollten noch politischer werden // 22. Nov 2017 at 08:51

    […] allem am Videobeweis liegt, hatten unter anderem die Ultras dazu aufgerufen, am Vormittag gegen die Öffnung der Giftmülldeponie und Feinstaub in Leverkusen zu protestieren. Man konnte an diesem Tag doch sehr schön […]

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