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Die Wahrheit des Wortes

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Ist der FC Bayern München die Ausnahme?

23. November 2009

Nach kürzester Zeit scheinen die Medien Robert Enke und seinen schrecklichen Selbstmord schon wieder zu vergessen, schließlich suggerierte scheinbar nicht zu letzt auch die deutsche Nationalmannschaft und der Deutsche Fußball Bund (DFB), dass der Alltag möglichst schnell wieder einkehren muss. Genau dieser Alltag scheint seitdem Wochenende auch wieder zurückgekehrt zu sein und es geht auch diesmal wieder um Erfolg, allerdings um erkauften Erfolg. Scheinbar hat Fußball in Europa nur zu einem Teil mit sportlichem Ehrgeiz und ähnlichem zu tun. Es liegt der Verdacht nahe, dass es auch hier vielfach einfach nur um Geschäftemacherei geht. Wir erinnern uns alle noch an den Wettskandal um den deutschen Schiedsrichter Robert Hoyzer, der damals zu mindestens für eine gewisse Zeit den deutschen Fußball erschütterte aber man war bemüht dies als einen Einzelfall darzustellen und vor allem die erste Bundesliga aus dem Fadenkreuz der Verdächtigungen zu nehmen. Auch beim aktuellen Skandal versucht man noch eine ähnliche Taktik zu fahren. Wie lange man diese Aufrecht erhalten kann, wird sich zeigen.

FC Bayern München systemrelevant?

Der aktuelle Skandal dreht sich im Moment um 200 europäische Spiele, wobei scheinbar Erstligaclubs aus der Türkei, Österreich und Kroatien betroffen sind und man gerade auch in Deutschland aufatmet, dass hier scheinbar noch kein Club der ersten Liga betroffen ist. Allerdings sind wohl vier Vereine aus der 2. Bundesliga betroffen aber von dieser spricht man plötzlich, als hätte sie mit dem deutschen Profifußball kaum etwas zu tun. Dies ist allerdings auch nur eine Merkwürdigkeit in diesem Kontext, denn laut dem bisherigen Ermittlungsstand unter Federführung der Polizei und Staatsanwaltschaft in Bochum, geht es nur um das aktuelle Jahr 2009. Ob diese Ermittlungen irgendwann auch noch Auswirkungen auf andere Jahre haben werden, scheint im Moment erst einmal ungewiss. Natürlich dürfte hier auch eine gewaltige Portion Ermittlungstaktik mit im Spiel sein. Auf der anderen Seite sprechen wir hier letztendlich aber nicht nur über Sport und Wirtschaft, sondern zu einem gewissen Teil auch über Politik. Womit wir natürlich auch wieder beim Thema Systemrelevanz wären, denn man stelle sich vor, welche wirtschaftlichen, wie auch politischen Auswirkungen es hätte, wenn sich zeigen würde, dass auch nur ein gewisser Teil der 1. Bundesliga manipuliert sei. Wenn man sich diese Frage stellt, kommt man ganz schnell natürlich auch noch auf andere Fragen, die den nationalen Fußball betreffen.

Bevor wir uns allerdings dem nationalen Fußball widmen, werfen wir noch einen kurzen Blick auf das internationale Geschehen. Erst in der letzten Woche gab es in den Relegationsspielen zur Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika einen handfesten Skandal, denn der schwedische Schiedsrichter Martin Hansson ließ im Spiel zwischen Frankreich und Irland den entscheidenden Treffer gelten, obwohl er durch ein klares Handspiel von Thierry Henry vorbereitet wurde, wie später sogar der Spieler selbst einräumte. Da stellt sich natürlich schon die Frage, ob wir hier von Manipulation oder einer Unaufmerksamkeit im Profisport reden. Es gibt aber noch eine ganz andere Möglichkeit und zwar Respekt vor den vermeintlich Großen. Eine WM 2010 in Südafrika ohne Irland ist scheinbar eher zu verkraften, als eine ohne Frankreich, vielleicht ist es dieser Gedanke der manches lenkt. Genau bei dieser These wären wir auch wieder bei der Topliga auf nationaler Ebene. Wirft man einen Blick auf den deutschen Topclub, den FC Bayern München, stellt man fest, dass es dort immer wieder kleine oder auch größere Sachverhalte gibt, die sehr viel Raum für Spekulationen lassen aber würde man gegen einen solchen Verein auch wirklich vorgehen oder ist es nicht vielleicht so, dass man ihn doch eher als systemrelevant einstufen würde und somit mit Samthandschuhen anfassen würde, um seine Zukunft nicht zu gefährden. Es wäre nicht das erste Mal, dass in Bayern etwas am Leben gehalten wird, was eigentlich wirtschaftlich gesehen scheinbar zum Tode verurteilt ist und genau dies würde eine Beteiligung an einem solchen Skandal bedeuten.

Manipulation oder Respekt?

Natürlich gibt es immer einen Aufschrei in der Nation, wenn man das undenkbar anspricht und hinterfragt, wie zum Beispiel, ob ein solcher Wettskandal nicht auch den Club von Uli Hoeneß betreffen könnte aber sehen wir es doch einmal realistisch, die Aussage solche Clubs seien weitestgehend sicher vor Bestechungsgeldern, da sie selber so viel Geld in die Hand nehmen würden, ist natürlich auch sehr relativ zu sehen. Denn natürlich sind die Umsätze im Gesamtkontext auf dieser Ebene auch wesentlich höher, als in niedrigeren Ligen, so dass man hier mit Wetten auch noch einmal wesentlich mehr realisieren könnte. Desto mehr Geld ich also am Ende des Tages umsetze, desto höher sind natürlich auch die möglichen Investitionen im Kontext von Bestechungsgeldern. Vielleicht ist die These auch völlig unbegründet und der FC Bayern München hat ein blütenweiße Weste, dann bleibt natürlich manch fragwürdige Entscheidung von Schiedsrichtern trotzdem sehr ominös. Aber auch hier für könnte es eine ganz einfache Erklärung geben, denn bei einem Verein, wie dem FC Bayern München hat vielleicht doch der ein oder andere Schiedsrichter soviel Respekt, dass er sich doch eher zu Gunsten des Rekordmeisters entscheidet, als für irgendeine andere Mannschaft. In einem solchen Fall könnte man dann natürlich nicht von Betrug oder ähnlichem  sprechen, allerdings ist es in einem solchen Kontext auch außerordentlich schwer von Fairness im Sport zu sprechen.

Wie gesagt, im aktuellen Wettskandal, der die Dimensionen um den Skandal um Robert Hoyzer um ein weites überschreitet, reden wir gerade einmal von der Spitze des Eisbergs. Das im Sport in der heutigen Zeit scheinbar alles möglich ist, zeigte sich vor Wochen auch bei einem Skandal in der Formel Eins, wo durch einen provozierten Crash sogar Menschenleben riskiert wurden und dafür bleiben die Strafen im Verhältnis doch meistens sehr milde. Außerdem ist immer wieder, wie auch im aktuellen Skandal, die Rede von der lückenlosen Aufklärung, wenn man sich die Entwicklung im Profisport ansieht, scheint der Begriff lückenlos, allerdings doch eher sehr relativ zu sein. Es geht wohl in der Hauptsache um den Begriff von `Brot und Spiele` und damit ist die Politik auch wieder mitten im Spiel, denn desto mehr Skandale sich im Bereich der Unterhaltung abspielen und dazu kann man den Breitensport durchaus zählen, desto mehr Menschen könnten sich von diesem abwenden und auf andere Bereich konzentrieren und sich so zum Beispiel plötzlich beginnen mit Themen wie Wirtschaft und Politik auseinander zusetzen. Wenn sich natürlich eine Gesellschaft nun plötzlich in der Intensität mit der man sich zuvor mit dem Fußball beschäftigt hat, mit der Tagespolitik und Wirtschaft in Europa und natürlich auch in Deutschland beschäftigen würde, wäre das Problem noch viel massiver, als es jeder Wettskandal im Fußball jemals sein könnte. Allein schon auf Grund dieser These gehen wir hier in der Redaktion davon aus, dass der FC Bayern München auch weiterhin ein sauberer Vorzeigeclub im deutschen, wie auch im internationalen Fußballgeschäft bleibt.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Neues aus Österreich · Politik · Sport · Wirtschaft

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