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Die Wahrheit des Wortes

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Ist Barack Obama ein Killer?

4. Mai 2011

Auch zehn Jahre nach 911 bleibt einiges in diesem Kontext fraglich, dies zeigte vor allem die angebliche Ermordung von Osama bin Laden. Man darf davon ausgehen, dass die US-Regierung unter ihrem strahlenden Helden Barack Obama nicht in der Lage sein wird zu beweisen, wer in Pakistan tatsächlich getötet wurde. Folgt man aber einfach einmal den Aussagen von Barack Obama und geht davon aus, dass der, das personifizierte Böse, Osama bin Laden, zur Strecke gebracht hat, bleibt natürlich die Frage, warum musste er sterben? Gab es tatsächlich noch andere Optionen oder waren die beiden Kopfschüsse, von denen man hört, die einzige Lösung für dieses so mächtige Problem der USA? Man muss beachten, dass hier einmal mehr US-Streitkräfte in ein fremdes Land eingedrungen sind, mit dem man sich nicht im Krieg befindet, und dort Menschen getötet wurden, da ist der Vorwurf des Wilden Westens natürlich wieder durchaus angebracht. Da es sich bei der getöteten Person um eine der Hassfiguren überhaupt auf diesem Planeten gehandelt hat, halten sich die meisten mit der Kritik am Vorgehen der USA allerdings zurück, genau dies ist allerdings ein Fehler.

Ist die Welt jetzt sicherer?
Man muss bei dem Geschehenen, bei der Tötung von Osama bin Laden verschiedene Dinge mit einbeziehen, denn es geht scheinbar um viel, viel mehr, als nur das, was man auf krimineller Ebene wohl einen Auftragsmord nennen würde. Sehr viele Experten sind sich darüber einig, dass es wohl nur die eine Option gab und Osama bin Laden diesen Angriff nicht hätte überleben können, dies würde natürlich, vor allem auch im Sinne des Völkerrechts, große Probleme für die USA und damit natürlich auch für ihren Präsidenten, Barack Obama, bedeuten. In diesem Kontext überrascht es dann natürlich auch nicht, dass es angeblich noch weitere Optionen gegeben haben soll aber leider keine andere Möglichkeit bestand, als den Terrorchef zu erschießen. Es verwundert auch nicht, dass die Leiche in Windeseile im Meer bestattet wurde. Auch dieses Vorgehen kennt man übrigens von Verbrecherorganisationen. Man weiß nun aber auch, dass der Mensch, von dem man ausgehen muss, dass er diesen Tötungsbefehl gegeben hat, ein besonderes Ansehen genießt, schließlich ist er auch Friedensnobelpreisträger. Unterm Strich bleibt das, was sich hier in Pakistan abgespielt hat, doch mehr als fraglich und diesen Fragen müssten sich eigentlich auch die USA stellen, denn auch sie haben nicht das Recht Menschen, wo auch immer auf diesem Planeten, einfach kaltblütig zu erschießen.

Das was hier so gerne, als heroische Leistung einer Spezialeinheit der US-Armee dargestellt wird, ist am Ende des Tages auch nichts anderes gewesen, als der Einsatz eines Killerkommandos und dies, wie gesagt, auf fremden Territorium. Bis zum heutigen Tage sind die Geschehnisse des 11. Septembers 2001 nicht zweifelsfrei aufgeklärt worden und viele Fragen sind bis jetzt offen, trotzdem führt man Kriege und ähnliches auf Basis all dessen und scheut sich eben auch nicht davor Menschen einfach so zu erschießen und dies wirft natürlich einen weiteren dunkeln Schatten auf das, was man immer so gerne als Demokratie nach westlichem Vorbild bezeichnet. Die USA hatten die Möglichkeit Osama bin Laden, dem Hauptverdächtigen, dem mutmaßlichen Verantwortlichen für all dies, was sich im letzten Jahrzehnt abgespielt hat, einen Prozess zu machen aber man zog es vor ihn mit zwei Kopfschüssen zu versehen und im Meer zu versenken. Die Welt ist damit auch nicht sicherer geworden, denn es ist wohl eher das Gegenteil der Fall aber auch dies scheint einigen Kreisen, auch in Deutschland, ganz gut ins Konzept zu passen, denn nun diskutiert man natürlich schon wieder die Verlängerung bestehender Antiterrormaßnahmen und neue werden wohl auch nicht lange auf sich warten lassen. Ein Jahrzehnt der Überwachung war es und es scheint auch in diesem Stil weiterzugehen.

Wie hoch war der Preis?
Man fragt sich natürlich auch, wie ein Topterrorist, wie Osama bin Laden so unbehelligt und nicht gerade dezent in Pakistan leben konnte und hier sprechen wir nicht von den so oft ins Spiel gebrachten versteckten Höhlen. Die einzige plausible Antwort ist wohl, dass zu mindestens Teile der pakistanischen Regierung ihn gedeckt haben. Dies wirft natürlich eine weitere Frage auf und zwar die, wieso dieser ganz besondere Schutz nun endete und hier stellt sich die Frage nach dem Preis. Damit ist man dann auch schon wieder beim Krieg in Afghanistan, denn auch hier muss man die gesamte Region im Auge behalten und da möchte Pakistan eine Vormachtstellung haben und es könnte sein, dass sich die USA nun schneller als gedacht aus Afghanistan zurückziehen und einen gewissen Teil an Pakistan abtreten. Wie genial dieser Schachzug ist, denn auch bei Pakistan sprechen wir von einer Atommacht, wird sich dann wahrscheinlich erst wieder zeigen, wenn es zu spät ist. Aber auch darin sind die USA meisterlich, im Aufbau eigener Feinde, was natürlich dafür spricht, dass hier ein gewisses Interesse bedient wird. Man konnte in den letzten Stunden vor allem eines merken, Barack Obama steht seinem Amtsvorgänger George W. Bush in nichts nach, er kann es nur wesentlich sympathischer verkaufen, was die Inhalte aber nicht wirklich besser macht.

Eines darf man aber nicht vergessen und zwar die Frage, wie die Kirche zu alldem steht. Gerade erst an Ostern verkündete Papst Benedikt XVI., wie schlimm doch Hass und Gewalt wären, da könnte man sich nun natürlich ganz aktuell auch dazu äußern, was man von amerikanischen Killerkommandos in der Fremde hält aber die Erfahrung hat gezeigt, dass man auch hier nicht auf moralische Appelle hoffen braucht, was übrigens auch für den UN-Sicherheitsrat gilt, der das Geschehene ebenfalls begrüßte. Man sieht den gesamtgesellschaftlichen Wandel auch an dieser Stelle sehr deutlich und man ahnt schon, dass er für die klare Mehrheit der Menschen nicht von Vorteil sein wird aber auch dies geht unter, in einer Zeit in der Helden geschaffen werden, in der man sich lieber Hochglanzfotos widmet auf denen Barack Obama aus sicherer Distanz seinem Killerkommando bei der Arbeit zu sieht und selbst dabei bestens aussieht. Die Medien, wie auch die gerade erwähnte Kirche, spielt das Spiel mit und auch hier halten sich weite Teile, vor allem der etablierten Massenmedien, mit Kritik zurück und verbreiten in vielen Fällen sehr unkritisch die Meinung des Weißen Hauses, so hatten sich das die PR-Strategen wohl auch gewünscht. Ein Jahrzehnt nach 911 zeigt sich vor allem eines und zwar das demokratische und rechtsstaatliche Regeln im eigentlichen Sinne auch weiterhin auf dem Rückmarsch sind und die Schuld hierfür trägt nicht Osama bin Laden oder wer auch immer ihm folgen mag, sondern unter anderem Menschen, wie eben Barack Obama.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Medien · Politik

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Babbel // 4. Mai 2011 at 11:23

    Wie konnten eingentlich die U.S. Hubschrauber so unbehelligt in eine Hochburg von Militärangehörigen fliegen und die Operation so ungestört durchführen? Ein Schelm, wer hier böses denkt ;-) Alles sehr unstimmig, wenn man auch bedenkt, dass man Beweise einfach im Meer versenkte.

  • 2 Engelbert Wefers // 9. Mai 2011 at 16:33

    Wieder zeigt sich das Politikverständnis sui generis der USA. Über die politischen Parteien hinweg gibt es dort den “nationalen Wert” der über alle und jegliche Unterschiede steht. Was kümmert die USA das Internationale Recht, wenn es um Interessen geht, von denen sie glauben, das alleinige Vertretungsrecht in der Welt zu besitzen. Wer wagt es schon, sich gegen “die Macht” zu stellen, die nicht zögert Gewalt anzuwenden, um eigene Interessen pragmatisch durchzusetzen.

    Wie dieses Verhalten in der Wirtschaft gehandhabt wird, hat man bei Lehman-Brothers gesehen. In Europa rettet man Banken auf Kosten der Bürger, in den USA läßt man sie abstürzen: auf Kosten des Restes der Welt.

    Die USA werden keine Probleme haben, ihre Schulden in naher Zukunft zu tilgen. Die Zeche werden andere Staaten tragen, vor allem China.

Schreib was dazu