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Die Wahrheit des Wortes

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IOC oder warum Kapital wichtiger ist als Freiheit

5. August 2008

In etwa 25.000 Journalisten sind mittlerweile in Peking, man merkt wie die Olympischen Spiele immer Näher rücken. Allerdings muss man sich auch die Frage stellen, welche Aufgabe diese ganzen Journalisten vor Ort haben, denn freie Berichterstattung ist auch weiterhin nicht möglich. Ein Fakt von dem man mittlerweile weiß, dass er für die Verantwortlichen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) keine sehr hohe Priorität hat. Denn, auch wenn die Herren Rogge und Bach immer wieder behaupten, dass es in der Hauptsache um den Sport geht, dürfte einem spätestens seit den Bedenken des IOC gegen das massive Polizei-und Militäraufgebot klar sein, dass es nicht nur um den Sport geht. Man muss wohl soweit gehen, dass der Sport nur noch eine Begleiterscheinung zur Profiterzielung ist.

China das Land der Lächerlichkeiten?

Gestern konnte man in den Tagesthemen der ARD wieder sehr schön verfolgen, wie es auch kurz vor den Olympischen Spielen um die Menschenrechte, gerade auch um die der Tibeter, bestellt ist. Die Lage bleibt auch weiterhin unverändert schlecht. Immer wenn es um dieses Thema geht, steht ein Thomas Bach, seines Zeichens Vize-Präsident des IOC, oder sein Chef der Präsident des IOC Jacques Rogge da und berufen sich darauf, dass es um Sport geht und die Olympischen Spiele nicht politisiert werden dürfte. Ganz anders verhält es sich mit der Kommerzialisierung dieser Spiele. Dies sieht man daran, dass der IOC seine Bedenken über zuviel Polizei und Militär ganz offen raus gelassen hat und es ging dabei nicht um die Menschenrechte, sondern um den Fakt, dass man Angst hat, dass zu wenige Menschen die Präsentationsflächen der Sponsoren erreichen. Da zeigte das IOC doch endlich Mal sein wahres Gesicht. Man fragt sich was lächerlicher ist, eine IOC-Sprecherin die im Kontext zur Freiheit des Internets in China sagt, es sei alles nur ein Missverständnis gewesen, da Herr Rogge der englischen Sprache nicht ausreichend mächtig sei oder die Zivilpolizisten, die den ARD-Reporten erklärten, die Mönche die man besuchen wollte, seien alle im Urlaub. Man merkt man ist im Land des Lächelns oder sollte man sagen der Lächerlichkeiten?

Es gab eine klare Aussage, dass es in China uneingeschränkten Zugriff auf das Internet geben würde, nun ist man bei der Sprachregelung angelangt, dass es der freiest mögliche Zugang sein soll. Natürlich stärkt Herr Bach, in einem hohen Maß an Loyalität, seinem Chef auch in dieser Sache den Rücken, denn die Einschränkungen des Internets zum Beispiel im Kontext zu Kinderpornografie begrüßt er ganz deutlich. Die Fragen die zwangsläufig aufkommen, was zum Beispiel Internetauftritte, wie der der Deutschen Welle (DW) mit Kinderpornografie zu tun haben, bleiben wie so viele andere auch unbeantwortet. Genau wie es doch interessant ist, dass ein Mensch wie Herr Rogge, der ein so hohes internationales Amt bekleidet, der englischen Sprache nicht so mächtig sein soll. Man sieht beim IOC ist nichts unmöglich und man hat auch auf alle Fragen eine Antwort. Bei einem solchen Verhalten der Verantwortlichen kann man nur hoffen, dass es einen, dem Ausmaß angemessenen, Imageschaden zur Folge hat. Dies wird aber wohl auch nicht passieren, denn zum Beispiel ein Wolf-Dieter Poschmann stellt im ZDF Sportstudio fest, dass außer den Menschenrechten und der Pressefreiheit in China alles in Ordnung sei. Soweit, so richtig. Aber es ist genauso, wie wenn man einem schwerst krebskranken Menschen sagen würde, dass bei ihm alles Bestens sei, bis auf den Krebs.

Blutverklebte Medaillen

Aber die Chinesen plagen scheinbar noch weitere Probleme. So gab es wohl einen Angriff von moslemischen Extremisten auf Polizisten im Westen des Landes. Bei diesem Attentat sind angeblich 16 Polizisten getötet und weitere 16 verletzt worden. Unabhängige Angaben zu diesen Geschehnissen gibt es noch keine. Es gibt nur kurze Informationen und ein paar nicht sehr aussagestarke Fotos, die kurz im chinesischen Staatsfernsehen gezeigt wurden. Da liegt die Vermutung nahe, dass auch hier irgendetwas anders vermittelt werden soll, als es eigentlich scheint zu sein. Denn natürlich rechtfertigt in den Augen der Machthaber ein vermeintlicher Anschlag, die harte und massive Vorgehensweise des chinesischen Regimes gegen die Minderheiten im Land. All dies sind Fakten, die jedem Sportler der sich dort an seinen Erfolgen erfreut, auch klar sein muss. Man darf wohl sagen, dass an den Medaillen in diesem Jahr Blut klebt. Auch dies dürfte kein Problem darstellen, denn so etwas kann man ganz einfach abwischen. Es ist traurig mit anzusehen, wie die Welt wegschaut bzw. nur das schöne zur Kenntnis nimmt.

Man muss wohl festhalten, dass es in erster Linie bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking um den Kommerz geht und das sollte den beteiligten Sportlern klar sein, denn dieses ganze unpolitische, idealistische Geplänkel ist wohl nur als Show zu verbuchen. Persönlich muss sich jeder der beteiligten Akteure überlegen, inwieweit er sich gegen Pressefreiheit und Menschenrechte stellen mag, in dem er seine Stimme nicht erhebt. Denn es kann und darf nicht sein, dass das IOC, die Sponsoren und letztendlich auch die Akteure Erfolge feiern und das auf dem Rücken von unterdrückten Minderheiten, wie zum Beispiel auf dem der Tibeter.

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Kategorie: Free Tibet · Medien · Politik · Sport · Wirtschaft

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