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Die Wahrheit des Wortes

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Infos sind Eintagsfliegen

5. Mai 2009

Das Auf und Ab in den Medien zeigt die Kurzlebigkeit der Informationen und deren gezielte Auswahl. So entstehen Gesellschaftsbilder. Was gerade gefällt, wird berichtet.  Zu Wochenbeginn gab es die übliche  Horrormeldung bezüglich der Wirtschaftskrise, zu Wochenausklang die Meldung von Hoffnungszahlen. Chrysler könnte doch gerettet werden und Magna zeigt sich heiratswillig mit Opel! Arme Saab – so schön, so geil zum Fahren und doch will sie niemand haben, die schwedische Traditionsfirma. Irgendwie verständlich, denn bei Douglas Coupland´s “Generation X” kommt Saab ja auch stiefmütterlich weg – Yuppie Auto eben. Um all diesen Wirbel herum ist so nebenbei die Schweinegrippe aus den Medien verschwunden. “Bisserl aufpassen, wenn man nach Mexiko will.” heisst es, doch das Grobe scheint vorüber zu sein. Hat man in den letzten Tagen genügend Tamiflu verkauft? Schwupps ist die Pandemie ein normaler Schnupfen – da lachen doch die Schweine.

Währenddessen schlägt man sich mit den Budgetzahlen des Landes Steiermark herum. Die Ski-WM 2013 in Schladming bekommt nun doch ein wenig was vom großen Kuchen ab und man wird 52,8 Millionen in den “sportrelevanten Teil” investieren. Damit ist das Planai-Stadion gemeint, das Medienzentrum, das Athletic Area – wenn´s noch ein wenig Straßeninfrastruktur und Lärmschutzwand geben soll, dann darf man auf die Absegnung der zuständigen Resorts beim Bund warten. Der schießt 18 Mille zu – immerhin dreimal soviel wie St. Anton für die Ausrichtung der WM bekam.

Hoppla, da war doch noch was! Die Aufmärsche zum Ersten Mai – traditionell, rot und links, viele Nelken, viel Freundschaft Genosse. Dass es Krawalle gab, hat die Medienvertreter wenig interessiert. Ein bisserl was drüber berichtete man, doch von den Schlägereien keine Fotos, keine Meldungen. Will man da was vertuschen, oder ist es nicht wichtig, wenn die Menschen auf die Straße gehen und demokratisches Grundrecht der Meinungsäußerung mit Vandalismus und Gewalt verwechseln? Hier hat man kaum was gehört, dass es in Berlin über 200 verletzte Polizisten gab. Das ist schon eine ganze Menge – aber hier in Österreich: Tu felix Austria nube! Abgesehen davon, viele meinen rotzig, die Linken seien radikal und ungebildet. Wer adoptiert jetzt endlich Saab?

Ach ja, Fiat ist noch übrig. Für eingefleischte Europäer die Zitterpartie am Automotive Sektor. Große Zahlen gab es noch fast nie, bei Fiat. Und jetzt kaufen´S die marode Chrysler. Und so nebenbei haben wir erfahren, dass die Steiermark das Elektroauto zur Serienreife entwickeln will. Good Luck, wünschen wir! Woher soll der Strom kommen? Ach ja, von den Sparlampen, die wir jetzt seitens der EU verordnet bekommen. Dass damit die Quecksilberbelastung hinauf geht, will man nicht diskutieren. Zum Ende der Woche fuhren die Bauern in Wien am Ring mit Traktoren. Der Milchpreis ist im tiefsten Keller. Vorher hat man die heimischen Milchbauern zu Investitionen gedrängt. Nur ab einer bestimmten Größe könne man auch gut verdienen, im Milchgeschäft. Jetzt kriegen sie 20 Cent für den Liter – zahl mal da einen neuen Stall und die neue Melkanlage damit ab!

Gut, dass die Infos so kurzlebig sind, denn nächste Woche wird es Fiat, den Milchbauern, dem steirischen Landesbugdet usw. vermutlich gleich ergehen wie der “swine flu” – nix is mehr mit Pandemie, “an Schnupfen haben´S!”

AMW

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Neues aus Österreich · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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