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Die Wahrheit des Wortes

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Im Namen des Friedens

16. Januar 2012

Jeder weiß, dass man alles getan hat, um Barack Obama als Friedensengel darzustellen. Man gab ihm sogar den Friedensnobelpreis. Nun endet in diesem Jahr seine erste Amtszeit und ob es eine weitere geben wird, steht noch in den Sternen. Ein guter Zeitpunkt, um zu schauen, wie viel Frieden von diesem Mann und den USA tatsächlich ausgehen. Versprechungen sind eine Sache, Tatsachen zu schaffen noch eine ganz andere. Natürlich ist es kein reines Problem der USA, dass auch hier die Politik zu einem großen Teil nur aus leeren Worthülsen besteht und wenn es doch Inhalte gibt, diese nicht wirklich in Washington D.C. gemacht werden, sondern eher in New York. Auch hier regiert das Kapital und dies in einer Art, die man nicht umsonst, als Finanzterrorismus bezeichnen muss. Dieser These folgend, bekommt übrigens auch der Begriff Terrorregime eine ganz neue Bedeutung und die hat mit Frieden logischerweise so gar nichts zu tun. Aber man muss es gar nicht so abstrakt angehen, möchte man herausfinden, wie viel Frieden wirklich vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten ausgeht.

Obamas Killerkommandos
Der Amtsnachfolger von George W. Bush, der als Schurke, Bösewicht und Kriegstreiber bezeichnet wurde, kam so anders daher, viel smarter, meist ein Lächeln im Gesicht, immer mit schönen Bilder einer jungen, glücklichen Familie am Start. Einfach ein freundlicher und liebenswerter Mensch. All dies wurde danach mit Nachrichten abgerundet, die alles auch noch untermauern sollten. So versprach er im Eiltempo das Gefangenenlager Guantanamo Bay zu schließen und diesen Teil verbrecherischer US-Geschichte zu beenden. In diesen Tagen feiert genau dieses Gefangenenlager seinen zehnten Geburtstag, was verdeutlicht, wie sehr man Versprechungen aus dieser Richtung  glauben kann.  Wer nun meint, man müsse hier von einem Einzelfall und nicht von einer ganz klaren Linie sprechen, muss sich mit weiteren Teilen amerikanischer Politik auseinandersetzen, so werden auch noch immer Menschen auf der ganzen Welt, völlig unabhängig von der Autonomie der einzelnen Staaten, dort verhaftet, wo es die USA für angemessen halten, eben ganz der Weltpolizist. Man kann so etwas natürlich auch, als riesiges Unrecht ansehen und würde damit nicht falschliegen.

Die Krönung dieser ganz besonderen Wild-West-Politik des Landes, von dem noch immer so viele Menschen behaupten es stünde für Demokratie und Freiheit, gab es dann natürlich im letzten Jahr mit der Erschießung des unbewaffneten Osama bin Laden in Pakistan. Eine US-Spezialeinheit drang damals nach Pakistan ein, um den größten Staatsfeind der USA, den man sich natürlich selber gezüchtet hatte, zu verhaften. Bei dieser Aktion wurde er dann aber erschossen und sein Leichnam im Meer versenkt. Es gibt genügend Stimmen, die das Geschehen ganz anders interpretieren und sagen, dass ein US-Killerkommando in ein Land einmarschierte mit dem man nicht im Krieg steht und dort einen Auftragsmord, an einem Unbewaffneten ausführte. Von der Auftragsausführung, erst einmal unabhängig davon, was der genaue Auftrag war, denn dies wird die Welt wohl nie erfahren, überzeugte sich der Auftraggeber, eben der Friedensnobelpreisträger Barack Obama in den fernen USA live an Monitoren, wo man alles mitverfolgen konnte. Was all dies noch mit freiheitlichem und rechtsstaatlichem Denken zu tun hat, versteht wohl niemand.

Der Glanz des Friedensnobelpreises
Spätestens an dieser Stelle hatte der Friedensnobelpreis seinen Glanz wohl letztendlich verloren, denn man hätte wissen müssen, wie sich dieser Weltmachtführer verhält und ihm diesen Preis erst gar nicht verleihen dürfen. Die USA und ihre Präsidenten, und auch da stellt Barack Obama keine Ausnahme dar, meinen bis zum heutigen Tage sich alles erlauben zu können. Wie sich eine solche Denkweise in einem System fortpflanzt, zeigte sich dann in der letzten Woche, als ein Video im Internet auftauchte, welches US-Marineinfanteristen zeigte, wie sie auf tote Taliban urinierten und dabei sichtlich ihren Spaß hatten. Es zeigte sich schlicht und ergreifend, wie menschenverachtend dies alles ist. Nun sprach man natürlich auch gleich wieder von lückenloser Aufklärung und harten Strafen und versucht so etwas, als einen schrecklichen Einzelfall darzustellen. Man muss nur klar einräumen, dass es sich hierbei nicht um einen Täter, sondern um eine ganze Tätergruppe handelte, was auch wieder für sich selbst spricht und nichts Gutes erahnen lässt.

Diese Fälle ereignen sich immer wieder und wenn ein Staat, wie die USA, menschverachtende Folter, wie unter anderem auf Guantanamo Bay, zu lassen, sind solche Bilder zwar unbeschreiblich grausam aber auch nicht wirklich überraschend. Man kann auch hier, genau wie bei der Ermordung von Osama bin Laden, eine andere Sichtweise teilen und zwar, dass man hier keine Einzelfälle, sondern nur die Spitze des Eisbergs sieht. Denn man will gar nicht wissen, was noch alles an den Einsatzorten der US-Armee geschieht aber niemals im Internet auftaucht. Natürlich trägt auch Barack Obama, als oberster Befehlshaber, hier sein Stück Verantwortung mit. Es zeigt sich an diesen Realitäten ein völlig anderes Bild der USA und dieses zeigt vor allem, was es bedeutet, wenn man von diesem Teil der Welt hört, es würde etwas im Namen des Friedens geschehen. Im Umkehrschluss, darf man sich dann in der US-Regierung auch nicht wundern oder überrascht zeigen, wenn einem an vielen Ecken dieser Welt Hass entgegenschlägt, denn auch dies fördert man, mit Bildern, wie denen von den US-Marineinfanteristen. Diese sollten natürlich mit aller Härte bestraft werden aber man muss sich hier auch ganz deutlich die Systemfrage stellen.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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