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Die Wahrheit des Wortes

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Illuminati, der Papst und Israel

13. Mai 2009

Am heutigen Tag läuft in den deutschen Kinos `Illuminati-Angels & Demons` mit Tom Hanks in der Hauptrolle an. Man kann davon ausgehen, dass der Spielfilm ähnliche Erfolge feiern wird, wie der letzte Film, der ebenfalls auf einem Roman von Dan Brown basierte. Denn auch der `Da Vinci Code`, nachdem Roman `Sakrileg` von Dan Brown, war schon ein Kassenschlager. Weitweg von der Unterhaltungsindustrie bewegt sich Papst Benedikt der XVI. gerade im Nahen Osten und besucht unter anderem auch Israel. Hierbei legt der Papst allerdings sehr großen Wert darauf, dass es sich nicht um einen Staatsbesuch, sondern um eine Pilgerreise handelt. Nicht nur dies verwirrt einige Menschen. So erkennt man sehr deutlich, dass es auf vielen Ebenen in dieser Woche einige Irritationen im Kontext zum Vatikan gibt.

Auch ein Papst braucht PR

Nachdem Papst Benedikt der XVI. es schaffte in verhältnismäßig kurzer Zeit, durch verschiedene Äußerung, für Unstimmigkeiten mit Moslems, wie auch mit Juden zu sorgen, scheint er nun um Schadensbegrenzung bemüht zu sein. Gerade der Israel-Besuch machte aber auch deutlich, dass dieser, aus Deutschland stammende Papst in Israel nicht nur auf Gegenliebe stößt. Der Grund hierfür ist ein ganz einfacher, viele jüdische Israelis, aber auch andere Juden haben ein Problem mit der Vergangenheit des Papstes, denn er war damals in der Hitlerjugend (HJ). Auch dies ist ein Grund dafür, warum er wohl niemals an die Beliebtheitswerte seines, aus Polen stammenden Vorgängers Papst Johannes Paul II. kommen wird. Man muss allerdings auch einräumen, dass man diese gesamte Nahost-Reise bislang wohl als einen Erfolg für den Papst und somit letztendlich natürlich auch für den Vatikan ansehen muss. PR-Erfolge braucht man dort nun auch, denn die Kirche steckt auch weiterhin in massiven Problemen und viele fühlen sich gerade auch in Zeiten der Weltwirtschaftskrise in genau diesem Kontext etwas alleingelassen.

Aber Papst Benedikt der XVI. schafft es auch immer wieder Äußerungen und Gedankenansätze in die Welt zu senden, die nachdenklich stimmen. So sprach er auf der Nahost-Reise auch immer wieder von der Loslösung von Gewalt in den Religionen, dies von Seiten der Christen zu hören, ist natürlich schon merkwürdig, gerade auch da er wieder nicht klar Stellung zur Rolle der katholischen Kirche im Kontext zum Holocaust bezog. Genau diese Art ist es, die viele Katholiken, aber auch Andersgläubige an ihm stört. Er hatte gerade auch in den letzten Monaten oft genug die Möglichkeit, sich in diesem geschichtlichen Kontext ganz klar zu positionieren, allerdings tat er es bislang nicht wirklich in dem Maße in dem es möglich gewesen wäre. Dies lässt dann natürlich wieder viel Raum für Spekulationen, die man eigentlich vermeiden will. Diese Unklarheiten, die auch von diesem Papst ausgehen, bieten dann letztendlich auch hervorragende Vorlagen für Bücher, wie Dan Brown sie schreibt und man muss dann natürlich auch Verständnis dafür aufbringen, wenn bei einer ungeklärten Sachlage, sich manche Handlungsstränge in Richtungen bewegen, die man beim Vatikan nicht gerne sieht.

Illuminati ohne Unterstützung des Vatikans

Natürlich fragte die Produktionsfirma auch für den nun auch in Deutschland anlaufenden Film `Illuminati`  beim Vatikan wegen Unterstützung an. Diese wurde allerdings nicht geleistet. Man las noch nicht ein Mal das Drehbuch zu diesem Streifen, denn der Vatikan lehnt schlichtweg alles aus der Feder von Dan Brown ab. Auch dies zeugt natürlich wieder nicht von großer Toleranz, die man an anderer Stelle doch immer wieder predigt. Man nutzt hier ein Verhaltensmuster, welches auch gerne von der US-Armee genutzt wird. Denn auch dort unterstützt man nur Filmproduktionen, die nachher oft als eine Art PR-Trailer für die Armee anzusehen sind. Auch hier mag man keine Kritik. Ob es dem Vatikan natürlich nun wirklich passt mit der US-Armee verglichen zu werden, ist doch sehr fraglich. Aber auch solche Situationen hat der Vatikan letztendlich durch sein Verhalten selbst zu verantworten. Umgekehrt muss man sagen, dass auch dieser Film hervorragend ohne die Unterstützung der katholischen Kirche auskommt, was natürlich auch nicht zu letzt an der grandiosen schauspielerischen Leistung von Tom Hanks liegt.

Man sieht an diesen Beispielen, dass der Vatikan, dass der Papst auf dem falschen Weg ist. Natürlich sollte die Kirche keiner Mode oder anderen Trends hinterherlaufen, allerdings sollte man schon bemüht sein mit den Gläubigen auf einer Wellenlänge zu sein. Tut man dies nicht bzw. verhält sich auch noch gegenteilig, wie es bei Papst Benedikt dem XVI. doch immer wieder den Anschein hat, ist dies natürlich nicht im Sinne der Gläubigen. Desto mehr man allerdings den Bezug zu den Gläubigen verliert, desto mehr werden sich auch vom katholischen Glauben abwenden und dieses Phänomen macht dem Vatikan schon länger Sorgen. Denn natürlich bietet der Wandel in dem die Welt im Moment steckt, auch in Glaubensfragen spannende neue Möglichkeiten und Alternativen. Natürlich wird auch dies wahrscheinlich nicht zu einer nachhaltigen, großen Schwächung des mächtigen Vatikans führen aber man kann auch nicht von einer positiven Entwicklung aus Sicht der katholischen Kirche sprechen. Aber auch diese Entwicklung muss man natürlich auch zu einem großen Teil der Politik des Vatikans zuschreiben und kann es nicht nur am Papst selbst festmachen. Man darf in jedem Fall auf die zukünftige Entwicklung gespannt sein und auch dies bezieht sich nicht nur auf Papst Benedikt den XVI.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik

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