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Die Wahrheit des Wortes

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Hier kommt die Einheitsrente

7. Januar 2011

2011 wird ein spannendes Jahr, dies ist ganz eindeutig zu spüren, denn schon ist die nächste Katze aus dem Sack. Die Rede ist von der Einführung der existenzsichernden Einheitsrente, dies bedeutet Leben auf Hartz-IV-Niveau für all die Menschen, die meinen im Rentenalter nicht mehr arbeiten zu müssen, nur weil sie dies ihr ganz Leben lang schon getan haben. Man muss berücksichtigen auch im Rentenalter kann man im Notfall noch den Parkweg fegen oder Teile des Winterdienstes übernehmen, schließlich muss auch die Bundesrepublik Deutschland schauen, wie sie ihre immer größer werdenden Probleme in den Griff bekommt. Was hier klingt, wie ein ganz übler Scherz zum neuen Jahr, dürfte wohl, wenn sich die Politik nicht grundlegend ändert, noch in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts Realität werden und die Weichen scheinen ganz tatsächlich schon einmal genau in diese Richtung gestellt zu werden. Um es ein bisschen zynisch zu sagen, wird, ganz im Sinne des hochgelobten Bürokratieabbaus, eine Arbeitsgruppe zum Thema zukünftige Rentensicherung eingesetzt und deren Ziele sind sehr spannend und nicht zu unterschätzen.

Folgen des veränderten Arbeitsmarktes
Schon zu Jahresbeginn scheint sich abzuzeichnen, dass immer weniger Arbeitslosigkeit, immer mehr Armut bedeutet. Denn das Geld, welches die Menschen zur Verfügung haben, wird durch verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel Leiharbeit oder auch Kurzarbeit immer weniger. Da das Leben nicht wirklich preiswerter wird, entsteht so natürlich Armut. Ganz am Rande entstehen so aber auch immer neue Lebensläufe, die sich zu einem großen Teil immer negativer auf die später zu erwartende Rente auswirken. Dies bedeutet zusätzlich ein massiv erhöhtes Risiko an Altersarmut und genau um diese zu vermeiden, wird nun die eben erwähnte Arbeitsgruppe eingesetzt. Wüsste man nicht langsam, wie Politik in diesem Staat gemacht wird, könnte man vor Freude hüpfen aber natürlich braucht man auch hier nicht lange nachdem Pferdefuss zu suchen. Das Problem ist bekannt, wer soll dies alles bezahlen, wohl kaum die Arbeitgeber, die von Leiharbeit und ähnlichem profitieren, weil man will nun auch nicht im neuen Jahr mit sozialer Gerechtigkeit anfangen. Man ahnt schon, welche Möglichkeiten in diesem Kontext nun aufgezeigt werden. Erhöhungen. Erhöhungen. Erhöhungen.

Man könnte zum Beispiel einmal mehr Steuern erhöhen bzw. neue einführen. Zum Beispiel eine Alterssteuer. Die naheliegendste Möglichkeit wäre die Erhöhung der Rentenbeiträge, hier könnte man in diesem Zuge dann auch gleich, wie in der Krankenversicherung schon geschehen, die Parität aufkündigen und so für noch mehr Rentabilität auf Arbeitnehmerseite und für noch mehr Armut sorgen. Es gibt allerdings auch eine Variante, wie man all dies ganz ohne Erhöhungen oder die Einführung neuer Kosten hinbekommen könnte. Die existenzsichernde Einheitsrente für jeden. Dies bedeutet, die Menschen, die ihr Leben lang mittelmäßig oder auch gut verdient haben und dementsprechende Rentenbeiträge abgeführt haben, bekämen dann die gleiche Rente, die irgendwo auf Hartz-IV-Niveau liegt, wie die Menschen, die zum Beispiel nur ein Drittel ihres Arbeitslebens berufstätig waren. Immerhin haben sie gut verdient und konnten sich zusätzlich privat absichern, man muss sein Geld nun einmal nicht für Luxusgüter, wie Gesundheit oder Bildung der Kinder ausgeben. Klingt schon wieder zynisch? Dann sollte man sich wohl auf eine ziemlich zynische Zukunft einstellen. Denn, allein aus demografischen Gründen gehen Deutschland langsam aber ziemlich sicher die Alternativen aus.

Die Lobby der Versicherer
Ist denn schon wieder Weihnachten? Nein, das Fest der großen Geschenke ist gerade vorbei, dies gilt aber nicht für die großen Versicherungsunternehmen, die von Zeit zu Zeit, wie man sieht völlig unabhängig von Weihnachten, große Geschenke bekommen, so wohl auch in diesem Jahr. Vor Jahren gab es einen riesigen Coup zwischen der Politik und der Versicherungswirtschaft im Kontext der Scheinselbständigkeit. Denn man schaffte es, all die Versicherungsvertreter, die an ein Unternehmen gebunden waren, was ein klassischer Fall von Scheinselbständigkeit ist, aus den Sozialsystemen fernzuhalten, was zur Folge hatte, dass sie ihre Rente bei privaten Versicherungsgesellschaften, also meistens beim eigenen Geschäftspartner, selbst abschließen mussten. So sieht wohl das Schlaraffenland aus. Im Moment bahnt sich ein weiteres Geschenk dieser Güte an, welches natürlich nach außen erst einmal als ein Tiefschlag für eine ganze Branche verkauft wird. Jammern gehört halt auch hier zum Geschäft. Zum Sommer hin soll der Garantiezinssatz bei Lebensversicherungen von 2,25 Prozent auf 2 Prozent abgesenkt werden, was natürlich erst einmal bedeutet, dass sich die garantierte Rentabilität verschlechtert. Es bedeutet aber auch, dass man jetzt schon damit beginnt einen Run auf Lebensversicherungen in der ersten Jahreshälfte auslösen zu wollen, was am Ende des Tages vor allem wieder dem Bereich der Finanzdienstleister helfen dürfte.

Alles in allem ist eine Abspeckung um 0, 25 Prozentpunkte auch gar nicht das eigentliche Problem, dieses liegt ganz woanders. Errechnet man aktuell die Versorgungslücke bei vielen Bürgern, was auf Grund der heutigen Arbeitsmarktsituation so oder so fast unmöglich ist und würde versuchen diese auszugleichen, hätten diese Menschen in der Gegenwart kein Kapital mehr zum Leben, da alles in die Absicherung der Zukunft fließen würde. Das Zauberwort heißt auch hier Inflation. Also ist man gezwungen Kompromisse zu finden und diese sehen oftmals so aus, dass man in der heutigen Zeit, wenn man auch ein wenig Verzicht übt, Summen abschließt, mit denen man gegenwärtig richtig weit käme. Die Erfahrung hat nur gezeigt, dass solche Summen in 20, 30 oder gar 40 Jahren gerade einmal zum renovieren der Wohnung oder zum Kauf eines kleinen Autos reichen. Natürlich gilt auch hier, besser wenig als gar nichts aber es gilt auch festzuhalten, dass Träume platzen können. Man kann sich jetzt natürlich noch anderen Bereichen der Altersabsicherung von Aktien bis Immobilien widmen, wird aber auch hier ähnliche Fallstricke finden, es ist wichtig die Akzeptanz aufzubringen, dass man auf dem Weg keine Sicherheit erlangen wird, solang man diese Politik weiter mitmacht.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 5 Kommentare ↓

  • 1 Floehmer // 13. Sep 2011 at 18:31

    Ich frage mich, warum gibt es nicht schon lange eine “Einheitsrente”?? Die Idee ist gut, denn dann sind alle gleichgestellt! Es ist doch unverschämt, die Menschen noch länger bis zum 67 zigsten, oder gar 69 zigsten Lebensjahr arbeiten zu lassen! Die nehmen doch den jungen Leuten die Arbeitsstellen weg und haben überhaupt nichts mehr von ihren Renten. Und wenn die Politiker nicht immer hunderte von Millarden in andere Länder stecken würden, sondern mal in den Rentenfond, dann könnte JEDER eine hohe Einheitsrente bekommen und alle wären zufrieden und das leidige Thema endlich vom Tisch!!

  • 2 Pedro Rose // 25. Nov 2011 at 18:08

    Einheitsrente wie schon in Holland seit Jahre ,wird für viele aus der Sozialhilfe treiben.Die Staatshilfen für Griechenland und andere Länder können die Not auch in Deutschland beheben.
    Gruß
    P. Rose

  • 3 didoko // 8. Apr 2012 at 08:04

    es ist eine sauerei das frauen grundsätzlich benachteiligt werden .egal ob im arbeitsleben die entlohnung oder im alter bei renten . die frauen bringen die zukünftigen steuer und rentenzahler.werden oft als alleinerziehend im stich gelassen und bekommen als dank pro kind im alter max 25 euro rente .zb meine frau hat jahrzehnte in der kirche kleinjobs gemacht und 3 kinder grossgezogen den vater hat sie 12 jahre gepflegt und zum dank bekommt sie 162 euro rente .ein politiker der ehrenhaft entlassen wurde und unehrenhaftig sich benommen hat bekommt 500 000 im jahr( inkl der sekretärin ,fahrer, auto,3 büros etc) nach 20 monate dienstzeit . hier sieht man die selbstbedienung unseren herrn. diesen wird beim selbstbedienen wird noch vorteilsnahme zugestanden .

  • 4 Aldi // 4. Sep 2012 at 19:27

    Lieber Floehmer, Einheitsrente wäre der Gipfel der Ungerechtigkeit in s.g.(möchte gern)
    Rechtstaat Deutschland. Manche arbeiten lebenslang wie irre bis das Blut aus der Nase spritzt,weil sie in der Familie so erzogen wurde und nicht anders können, der andere-Sozialschmarotzer ( etwa 2 Mil.) die kein Bock auf die Arbeit haben,sollen auch die gleiche Rente bekommen ??? dazu alle
    Versicherungen,Zulagen,Wohngelder etc. Persönlich kenne ich so ein Fall ! 58 Jahre alt , erst Hotel Mama ,dann faulenzen Jahrzehnte lang. Jetzt steht Geländewagen vor dem Haus,Old Timer Käfer
    in der Garage , und 1200 er Harley Davidson ist auch da. Jedes Fahrzeug auf anderen Bekannten zugelassen. Fitnes-Club zahlt die Krankenkasse(der Mann ist gesund) 2 x die Woche Kostenlose Essensausgabe ( 2 volle Plastiktüten) jeden Tag gekochtes beim Taffel 360 € Harz 4 und viel,Viel Zeit. Und Sie sagen mir daß alle sollen die gleiche Rente bekommen !!! Mit Verlaub – klopfen Sie sich auf die Stirn !!!
    Ps. Für seinen Rotweiler bekommt er auch noch 60 € monatlich für Futter und sonstiges vom Staat

  • 5 Mehmet Hartz // 7. Okt 2012 at 12:37

    Das ist sehr gut wenn die Einheitsrente kommt
    Danke Vater Staat

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