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Die Wahrheit des Wortes

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H1N1 außer Kontrolle und die zuständige Ministerin Schmidt ist im Urlaub

28. Juli 2009

Außer das es immer weitere Details in der Dienstwagenaffäre um Ulla Schmidt (SPD) gibt, stellt sich die Frage, warum sie überhaupt noch im Urlaub in Spanien ist, während man sie eigentlich in Deutschland benötigt. Am gestrigen Tag berichteten wir bereits über den Skandal im Skandal, denn die Dienstwagenaffäre, die natürlich auch weiterhin hohe Wellen schlägt, ist scheinbar nicht der einzige Sachverhalt der im Kontext zur Gesundheitsministerin im Moment aus dem Ruder läuft. Bei der aktuellen Nachrichtenlage, scheint immer deutlicher zu werden, dass es zu einem gewissen Kontrollverlust in Deutschland im Kontext zur Schweinegrippe (H1N1/09) kommt. Die Medien haben sich in der Zwischenzeit gut positioniert, so dass der Bürger am Ende des Tages völlig verunsichert ist und man stellt sich manchmal die Frage, ob dies nicht auch genau so gewollt ist, um bloß kein realistisches Bild der Lage aufkommen zu lassen. Liest man zwischen den Zeilen, wird einem jedoch bald klar, dass die Lage ernster ist, als vielfach verbreitet. Somit stellt sich die Frage, ob sich die Gesundheitsministerin nicht längst in Deutschland aufhalten sollte und sich um die gesundheitlichen Belange der Bürger kümmern sollte, als im Urlaub in Spanien zu verweilen.

Hoffnung kann in einem solchen Fall nicht alles sein

Wer am gestrigen Tag die Pressekonferenz von Reinhard Huber, dem Vizepräsidenten des Berliner Robert-Koch-Institutes (RKI) verfolgte, konnte schnell zur Schlussfolgerung gelangen, dass Deutschland schon mit nur gut 3.400 an der Schweinegrippe erkrankten Personen, an die Grenzen stößt. Wurden die ersten Patienten noch in Krankenhäusern isoliert, können viele von ihnen im Moment auch einfach zu Hause bleiben. Bei diesem offensichtlichen Strategiewechsel, stellt sich natürlich die Frage, ob nicht langsam auch die Kapazitäten zum isolieren der Erkrankten in den Krankenhäusern knapp werden, ganz zu schweigen von den finanziellen Belastungen für die Krankenkassen. Viele private Fernsehsender schüren natürlich auch die Angst. Aber man findet hier auch spannende Berichte, wie den eines Busfahrers mit dem Ziel Berlin. Er kam mit einem Bus voller Urlauber von der Costa Brava in Spanien und war über viele krank wirkende Mitreisende irritiert. Durch seine Meldung, wurde dann das Gesundheitsamt in der Hauptstadt alarmiert und die verteilten bei der Ankunft des Busses Handzettel. Ganz Offensichtlich gab es aber keinen direkten Check der Passagiere oder ähnliches, dies irritiert natürlich schon. Denn gerade auch Berlin, wo es bald schon mit der Leichtathletik-Weltmeisterschaft ein sportliches Großevent geben wird, sollte gut gerüstet sein und dies sollte natürlich mehr als die Verteilung von Handzetteln beinhalten.

Ganz anders stellt sich die Lage offensichtlich für die `Welt Online` dar, wo Elke Bodderas erklärt, warum die Schweinegrippe ein Glücksfall ist. Hier verweist man unter anderem darauf, dass der Verlauf sehr mild ist und man so natürlich ohne eine massive Gefährdung der Bevölkerung, Katastrophenpläne einmal testen kann. Ein wenig in diese Richtung ging auch die eben schon angesprochene Pressekonferenz des RKI-Vize Huber. Allerdings bleibt es fraglich, ob all die Hoffnung, dass es nicht zu einer Mutation des Erregers H1N1/09 kommt, nicht ein bisschen wenig ist. Viele scheinen zu ignorieren, dass wir hier auf der Nordhalbkugel im Moment noch in der warmen Jahreszeit stecken, also in der Zeit, die untypisch für Grippe ist. Richtig ernst könnte es allerdings ganz schnell ab dem Herbst werden, wenn sich diese beiden Grippearten treffen, was die Wahrscheinlichkeit der Mutation massiv erhöht. Sollte der Verlauf dann plötzlich nicht mehr so mild sein, wie er im Moment noch ist und sich dann wahrscheinlich auch die Zahl der Erkrankten noch einmal schlagartig nach oben schrauben, könnte dies plötzlich alles kein Glücksfall, sondern viel mehr ein knallharter Ernstfall sein. An diesem Punkt bräuchte man zwangsläufig größere Kapazitäten zur Isolation der Erkrankten und dies gilt von Stationen, über Betten bis hin zum Personal. Genau an diesem Punkt kommt nun wieder die, von der Dienstwagenaffäre schwer geplagte, Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) ins Spiel, die sich noch immer in Spanien erholt.

Vorbereitung auf den Ernstfall ohne die zuständige Ministerin

Noch ist die Lage in Deutschland ganz offensichtlich nicht als kritisch einzustufen aber das langsam größer werdende Chaos, zum Beispiel auch auf dem Gebiet der Finanzierungsfragen von Massenimpfungen, wobei es bislang noch gar keinen Impfstoff gibt, zeigt auch, dass man sich scheinbar auf einen kritischen Bereich zu bewegt. Natürlich kommt auch hier wieder eine immer größer werdende Tugend in Deutschland zum Vorschein, man sucht sich Staaten in denen die Situation schlechter ist, als die in Deutschland. Diese Vorgehensweise wird Deutschland im Ernstfall aber auch nicht mehr weiterhelfen, wie man schon sehr schön an der Weltwirtschaftskrise sehen konnte, wo man diese Taktik auch angewendet hat. Noch kann man ausreichend auf das einwirken, was da auf uns alle spätestens im Herbst zu rollt, umso fraglicher ist es, warum Ulla Schmidt (SPD), scheinbar von der Situation völlig unberührt, weiter Urlaub in Spanien macht. Natürlich kommt es ihr da scheinbar sehr entgegen, eher darüber zu diskutieren, ob ihr 200.000 Euro teurer, nicht gegen Diebstahl versicherter Dienstwagen, nun mit 1.000 Euro oder mit 10.000 Euro, wie der Bund der Steuerzahler sagt, anzusetzen ist. Natürlich bleiben auch in dieser Affäre weiterhin viele, vor allem auch moralische Fragen offen aber wenn man die Prioritäten einmal richtig setzen würde, bleibt die viel wichtigere Frage, ob dieser Urlaub nicht schon längst hätte abgebrochen werden müssen.

Es ist nicht nur die reine Frage der Finanzierung der Impfungen und wir reden im Moment von circa zwei Milliarden Euro, was wohl auch zu Beitragserhöhungen für die Versicherten führen könnte. Es ist die Frage, wie will man es zum Beispiel logistisch lösen, etwa 80 Millionen Bürger zwei Mal und das ist nötig, zu impfen. Was ist mit der Wirtschaft? Wie groß könnten hier die Einbrüche werden, wenn große Teile der Belegschaften ausfallen? Von der Versorgung der Bevölkerung und der Öffentlichen Ordnung und Sicherheit ganz zu schweigen. All dies werden schlimmsten Falls Folgen der Kettenreaktion sein, die diese Schweinegrippe auslösen kann. Da ist es natürlich die Aufgabe der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), dafür zu sorgen diese Kette zum frühst möglichen Zeitpunkt zu unterbrechen und nicht in aller Ruhe in Spanien zu entspannen. Natürlich scheint sich nicht nur in Deutschland eine gewisse Kapitulation bzw. Machtlosigkeit in diesem Kontext breit zu machen. Nehmen wir Europa, hier werden zum Beispiel in Schottland erste Kranke schon ausgeflogen. Nehmen wir die Welt und stellen fest, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Zählen eingestellt hat. Zurück in Deutschland stellt man dann aber fest, dass dieses Thema in der Politik scheinbar keine große Priorität hat. Vielleicht spekuliert man auch darauf, dass das Schlimmste erst nach der Bundestagswahl im Herbst kommt. Vielleicht muss diese dann aber auch verlegt werden, weil man genau zu diesem Zeitpunkt keine großen Menschenansammlungen mehr zu lassen kann.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Sport · Wirtschaft

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