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Die Wahrheit des Wortes

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Gotteskrieger im Sauerland – Vom Bauernstaat zum Überwachungsstaat

3. März 2009

Mit Spannung erwartete man in der Redaktion von fairschreiben.de den ARD-Bericht `Terroristenjagd im Sauerland-Wie das BKA ein Blutbad verhinderte` und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Man hatte zum Teil wieder ein Mal das Gefühl, einen Beitrag direkt aus dem Bundesinnenministerium unter der Regie von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) zu sehen. `Mutmaßliche`, `laut Aussagen der Ermittler` und ähnliches waren gerne verwendete Begriffe des Berichtes. Das dies keine faktischen Aussagen sind, wird den wenigsten Zuschauern aufgefallen sein. Ohne irgendwem zu Nahe treten zu wollen, waren gerne gesehen Menschen in diesem Bericht zum Beispiel auch sauerländische Bauern, deren Gesamtüberblick über terroristische Aktivitäten ebenso in Frage gestellt werden darf, wie ihr Hintergrundwissen zum Thema Geheimdienstoperationen oder ähnliches. Dieser Bericht, in dem es um die drei am 04. September 2007 im Sauerland verhafteten Terrorverdächtigen ging, zeigte an einigen Punkten doch massive Abweichung zu den Berichten auf, die direkt nach den Verhaftungen durch die Medien gingen. Die spannende Frage die bleibt, was ist das Ziel, welches man mit solchen Berichten erreichen möchte?

BND, BKA und andere Freunde eines Überwachungsstaats

In dem gerade angesprochenen Bericht der ARD, waren doch einige Auffälligkeiten zu finden. So wurde immer wieder gerne darauf hingewiesen, dass die Anschläge die angeblich geplant wurden, schlimmere Folgen als die von Madrid oder London gehabt hätten. Im Bericht tauchte sogar der 11. September 2001 auf. So schürt man natürlich Angst und das nicht nur bei Landwirten im Sauerland, sondern in der breiten Masse der Bevölkerung. Verängstigte Menschen sind natürlich zum einen einfacher zu beeinflussen, zum anderen haben sie aber auch keine großen Schwierigkeiten damit, wenn der Staat seine Bürger mehr und mehr überwacht. In diesem Bericht und auch schon in seiner Werbung, war die Rede davon, dass es mit 300 beteiligten Polizisten der größte Polizeieinsatz in der deutschen Geschichte war. Dies wird bestimmt, je nach Lesart, auch stimmen, erinnerte aber gerade auch in Deutschland erst ein Mal an die dunkle Zeit der Roten Armee Fraktion (RAF). Was sollen die Menschen hier denken, dass es noch schlimmer ist als damals? Da stellt sich die Frage, wie viele Menschen kamen in Deutschland durch die RAF ums Leben und wie viele durch radikalislamischen Terrorismus? Man hatte zu Beginn der allgemeinen Berichterstattung im Kontext zur so genannten Sauerlandgruppe noch das Gefühl, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) wesentlich massiver involviert war, laut dem aktuellen ARD-Bericht ging es allerdings wohl nur um das Bundeskriminalamt (BKA). Letztendlich ist es allerdings auch gar nicht so erheblich, welcher `Bundesverein` hier federführend war, wichtig ist, was dadurch ausgelöst wird.

Bei soviel Terror in Deutschland lässt man sich doch gerne vom Staat überwachen. Eine These, die man manchmal zu verspüren meint aber über welchen Terror reden wir? Da wurde in diesem Bericht immer wieder von der Gefahr dessen geredet, was die drei Verdächtigen in diesem Ferienhaus im Sauerland bauen wollten, um am Ende des Berichtes darauf zu kommen, dass das BKA im Vorfeld die Hauptsubstanz, also die Wasserstoffperoxyd-Lösung gegen eine wesentlich schwächere und somit ungefährliche ausgetauscht hätte, um das Risiko zu minimieren. Also konnten die Verdächtigen offensichtlich gar keine gefährlichen, die Massen bedrohenden Bomben bauen? Was mehr Fragen aufwirft, als das es Antworten ergibt. Wie weit darf der Staat mit seinen Ermittlungen gehen? Was ist noch als Schutz der Bevölkerung einzustufen und ab wo ist ein Grad der Manipulation erreicht, der die Findung der Wahrheit fast unmöglich macht? Natürlich lobte Jörg Ziercke, der Präsident des BKA, die Arbeit seines Hauses in den höchsten Tönen, was wohl in der Natur seines Berufes liegt aber es gab auch hier offene Fragen. Wenn das BKA nicht auffallen wollte, warum benutzte man offensichtlich schwere Limousinen, die in diesem Sauerlanddorf schon auffielen? Dezent und unauffällig war das nicht und ausreichende Professionalität für solche Aufgaben sollte man doch voraussetzen können.  In früheren Berichten, war auch immer wieder die Rede davon, dass den Terrorverdächtigen die Polizeipräsenz vor Ort sehr wohl aufgefallen sei. Im aktuellen Bericht, war da nichts mehr von zu hören.

Der BND bei der NPD und wie sieht es mit Reda Sayem aus?

Man weiß um die Probleme eines NPD-Verbots im Kontext zu den angeblich dort eingeschleusten V-Männern des Nachrichtendienstes. Da stellt sich natürlich die Frage, ob diese Vorgehensweise nur gegen die NPD verwendet wird oder vielleicht auch noch bei anderen Einsätzen? Verfolgte man den angesprochenen ARD-Bericht kommt eine Frage auf, was ist mit Reda Sayem? Ein Mann der ursprünglich aus Ägypten stammt und vor allem immer wieder mit dem umstrittenen Multikulturhaus in Neu-Ulm, welches schon ab 1998 vom Verfassungsschutz überwacht wurde, auftauchte aber auch mit den Anschlägen von Bali, bei denen über 200 Menschen starben, in Verbindung gebracht wird. Bei all den Vermutungen und Vorwürfen gegen diese Person, stellt sich die Frage, warum er als unbescholtener Bürger bis zum heutigen Tag in der Mitte der deutschen Gesellschaft leben kann? Ein mögliche Erklärung, über die man durchaus nachdenken könnte, wäre, dass er mehr als ein gewöhnlicher Mensch islamischen Glaubens ist und noch einen Nebenjob hat, zum Beispiel bei Geheimdienst. Ein solcher Ansatz würde immerhin einige Fragen direkt aus der Welt schaffen. Gerade in Deutschland hat man doch in diesen Tagen immer mehr und mehr das Gefühl, dass manche Dinge ganz anders sind, als sie uns letztendlich durch die breite Masse der Medien verkauft werden soll und dies ganz offensichtlich mit dem Ziel, dass der Staat immer mehr an Einfluss gewinnt, was letztendlich zu lasten der Demokratie gehen würde. An dieser Stelle ist natürlich jeder Journalist der für die Demokratie ist, aufgerufen investigativ seinen Aufgaben nachzukommen und nicht nur Presseinfos abzutippen.

Umso erschreckender ist es dann in einem solchen Bericht, wie er in der ARD zu sehen war, immer wieder Begriffe, wie `Showdown` oder auch `James Bond` zu hören. Man wird zwangsläufig an Western, Krimifilme oder Actionstreifen erinnert, obwohl es um eine mutmaßliche Straftat in der Bundesrepublik Deutschland geht und nicht um die Produkte der Traumfabriken in Hollywood. Der Bereich der Grenzwertigkeit ist allerdings spätestens dann erreicht, wenn man immer wieder von dem `Bau der Bombe` spricht. Eine Formulierung, die man dieser Tage oft in den Medien hört,  allerdings nicht im Kontext mit dem Terror in Deutschland, sondern mit dem möglichen Bau einer Atombombe im Iran. Auch so schürt man bei den vielen Menschen, die oft genug nicht genau lesen oder zu hören, massive Ängste mit den oben angesprochenen Folgen bzw. Möglichkeiten. Man hat hier förmlich das Gefühl, als sei genau dies die Zielführung. Die wenigsten, auch wir hier in der Redaktion von fairschreiben.de, können wohl ermessen, wie weit Deutschland wirklich von den Folgen radikalislamischen Terrors entfernt ist, nur Ängste und letztendlich auch Antipathien gegen eine gewisse Religionsgruppe in Kauf zu nehmen, wenn nicht sogar aufzubauen, ist ein Spiel mit dem Feuer, dass sollten die Protagonisten von Fernsehsendern, Produktionsfirmen aber auch von staatlicher Seite her wissen und in ihrem Handeln mitberücksichtigen. Entweder man hat Fakten, dann sieht dies aber anders aus, als das was wir im Zusammenhang mit radikalislamischen Terrorismus in diesem Land in den meisten Fällen präsentiert bekommen oder man sollte vorsichtiger in dem sein, was man verbreitet. Denn Vertrauen schafft so etwas nicht. Es schafft eher Mistrauen gegen Menschen anderer Religionen aber letztendlich auch gegen den Staat selbst.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik

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