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Die Wahrheit des Wortes

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Gotteskrieg

20. September 2010

Der 9. Jahrestag zu 911 ist jetzt gut anderthalb Wochen her und noch immer ist im kollektiven Bewusstsein, dass es Kräfte gibt, die große Fortschritte damit machen einen Krieg der Religion bzw. Kulturen anzuzetteln. Die Schemata sind bestens bekannt und man stellt sich die Frage, wieso sie trotzdem noch immer funktionieren, denn letztendlich dürfte jeder Gläubige, unabhängig von seiner Religion, wissen, dass sich Kriege auch auf dieser Grundlage nicht lohnen. Dem gegenüber steht natürlich, dass es Ideologien, egal ob politischer, religiöser oder gar wirtschaftlicher Natur, immer einfachen machen Menschen gegen einander aufzuhetzen und in der Spitze auch zu Kriegen führen können. Damit kann man dann natürlich erklären, warum auch immer wieder Religionen für Krisen, Kreuzzüge oder Kriege missbraucht werden. Menschen führen diese Auseinandersetzungen und es sind auch Menschen die sich überzeugen lassen müssen dies zu tun und an diesem Punkt kommt man zwangsläufig an einen spannenden Punkt, den man näher beleuchten sollte.

Religionsführer
Der Begriff Führer beinhaltet schon sehr viel und ist gerade auch in Deutschland sehr belastet, dabei gibt es gerade im Moment wieder einen deutschen Führer, zu mindestens im Kontext der Religion. Denn der Religionsführer der Christen ist nun einmal Papst Benedikt XVI. und auch er spaltet gelegentlich recht gerne. Wir erinnern uns an Streitigkeiten mit Moslems, wie auch mit Juden und hier erkennt man schon sehr deutlich, dass zum Beispiel die Kirche, wie natürlich auch Teile der islamischen Welt oder des Judentums, die Religion mit Machtansprüchen und ähnlichem verknüpfen. Dies gilt es auch immer zu berücksichtigen aber man sollte es weder am Islam, noch am Judentum oder am Christentum alleine festmachen. Nehmen wir die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche, auch wenn es hier nicht um Macht im klassischen Sinne ging, reden wir hier über unvorstellbare Gewalt und Brutalität aber darf man deshalb nun das gesamten Christentum ächten?

Im Judentum sieht es ähnlich aus, denn wenn man sich weite Teile der territorialen Machtpolitik Israels anschaut, kann man auch nicht von einer urfriedlichen Religion sprechen, denn auch hier sieht man oft genug Hass und Gewalt, wobei man sich gerade im Kontext des Holocaust immer wieder genau dagegen ausspricht. Auch hier stellt sich häufig die Frage nach einer gewissen Heuchelei, denn wenn es um Macht geht, scheint auch im Judentum einiges möglich zu sein und auch dies sollte man beim Namen benennen. Man sieht schon bis hierher sehr schön, wie Religion gerne für negative Seiten der Menschheit genutzt werden und dabei oftmals von ganz oben geschützt werden. Aber kann dies Sinn einer Religion sein? Natürlich besteht ein Interesse jeder religiösen Vereinigung auf den Fortbestand zu achten aber darf Gewalt oder gar Krieg da ein Mittel sein? Diese Frage stellt sich natürlich gerade in der heutigen, völlig globalisierten Welt nun noch einmal in einem ganz besonderen Licht.

Gotteskrieger
Begriffe, wie zum Beispiel Gotteskrieger, Krieger Gottes, Heiliger Krieg, allesamt Begriffe die in der heutigen Zeit mehr als geläufig sind, allerdings meist einer klaren Religion zu geordnet. Gibt es eigentlich auch so etwas wie Kinderschänder Gottes oder die Heilige Kinderschändung? Natürlich nicht, denn es geht an dieser Stelle um ganz andere Kontexte, dies ist der Redaktion auch durchaus bekannt aber es bleibt die Frage, warum man sich so sehr auf den Islam eingeschossen hat und dies ist vielfach auch sehr wörtlich zu nehmen. Schaut man sich zum Beispiel einmal die Ölvorkommen dieser Welt an, kommt man dem ganzen einen kleinen Schritt näher, denn ein sehr, sehr großer Teil der weltweiten Ölvorkommen liegt in Bereichen, wo der Islam vorherrscht. So sieht man natürlich einen guten Grund in diesen Territorien Einfluss zu gewinnen und was wäre da naheliegender, als dies auf Grund des großen gemeinsamen Nenners zu tun. Ein sehr gutes Beispiel für eine solche These ist der Irak und auch hier besteht ein klarer Kontext unter anderem zu 911 und damit zum Islam. Religion für Öl.

Man erkennt ganz deutlich, dass in dem Moment, wo es um kriegerische Auseinandersetzung im Kontext von Religion geht, man ganz schnell im Bereich von Kapital und der Vermehrung dessen ist. Aber was soll eine Religion leisten, soll sie den Menschen nicht Hoffnung und Frieden vermitteln und eben nicht Hass und Gewalt? Man sieht, dass auch auf diesem Gebiet vieles mittlerweile fehlgeleitet ist. Natürlich ist es auch ein Fakt, dass dies in der Geschichte der Menschheit nichts Neues ist aber genau hier müsste doch irgendwann ein gewisser Lernprozess greifen und die Gläubigen ihren Führern, egal welcher Religion, klar machen, dass dies nicht ihr Interesse ist. Wenn ein Gläubiger eine andere Meinung vertritt, sollte er sich überlegen, ob er das mit dem Glauben und der Religion richtig verstanden hat oder nicht vielleicht besser in einer der vielen Armeen diese Welt aufgehoben wäre, dies wäre dann zu mindestens ehrlich und konsequent. Natürlich hilft dies nicht in den Stunden des Lebens in denen man Trost und Hoffnung braucht aber auch hier gilt, dass man nicht alles im Leben haben kann.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Kultur · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Martina Jäger // 20. Sep 2010 at 08:03

    sehr interessanter beitrag

    wenn religionen eigennütig agieren,
    macht erlangen und diese dann auch ausleben,
    sich im mittelpunkt der wahrheit sehen
    können sie nicht mehr offen sein,
    für ihr umfeld
    für die ursachen
    für die zusammenhänge
    die die konflikte entfachen.

    aber es ist mir auch klar,
    dass in allen religionen auch viele menschen wirken,
    die diesen übergeordneten machtanspruch nicht teilen.

    diese gilt es zu erkennen, zu kontaktieren, an einem Tisch zu bringen
    um als mensch menschlich bestehen zu dürfen.

    grenzen ziehen und aufzeigen mit miitel der gewalt
    mögen situatuiv “helfen” für eine “sache”.

    aber die auswirkung zahlen die kinder und deren kinder,
    die ein unfriedliches erbe annehmen müssen,
    weil sie nichts anderes erfahren konnten.

Schreib was dazu