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Die Wahrheit des Wortes

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Gott ist tot 2009

18. November 2009

Die meisten Menschen dürften die Aussage `Gott ist tot` von Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900) kennen. Auch 109 Jahre nach seinem Tod hat diese Aussage nicht an Bedeutung verloren, um nicht zu sagen, dass sie scheinbar noch bedeutsamer geworden ist. Auch in unserer Zeit sprechen wir von einem hohen Maß an moralischem Verlust, der die gesellschaftlichen Strukturen mehr und mehr gefährdet. Die Religion, die Kirchen werden immer mehr in den Hintergrund gedrängt und von Zeit zu Zeit wirkt es sogar so, als ob sie selbst den Kampf schon aufgegeben hätten. Die Bedeutung Gottes in der heutigen Gesellschaft schwindet immer mehr und somit kommt natürlich auch wieder die Frage nachdem Tode Gottes auf? Dies Frage wiederum setzt natürlich voraus, dass es so etwas, wie einen Gott überhaupt jemals gegeben hat, denn sollte es einen Gott nie gegeben haben, könnte er letztendlich auch gar nicht gestorben sein oder jemals sterben. Hier ist vielleicht der größte Unterschied zwischen der Gegenwart und den Zeiten eines Nietzsches.

Das Kapital ist die Moral
Zu Zeiten eines Friedrich Wilhelm Nietzsches ging es vielfach um die Moral, um die Verrohung der Gesellschaft durch den Verlust an Moral. Wobei dies auch zu dieser Zeit schon nichts wirklich Neues mehr war, denn solche Thesen gab es auch schon vor ihm. Das einzige was sich scheinbar über all die Jahrhunderte verändert hat, ist die Grundlage für den Verlust an Moral. Die Frage, die man sich natürlich stellen muss, ist ob der Grund überhaupt eine großartige Wichtigkeit besitzt? Kommen wir ins Jahr 2009 und stellen fest, dass Moral in der heutigen Zeit scheinbar das Kapital ist oder um es noch besser auszudrücken, die Mächtigsten bestimmen die Moral und die Mächtigsten sind nun einmal die mit dem meisten Kapital. Oft genug hören wir die Protagonisten aus der Wirtschaft, wie sie erklären, dass ihr Handeln moralisch absolut zu vertreten sei, während Außenstehende es für moralisch falsch halten. Wenn aber nun die Mächtigen dieser Welt und hierzu zählen nicht nur die aus der Wirtschaft, sondern eben auch die aus der Politik, immer wieder versuchen die Moral neu zu deklarieren bzw. versuchen diese in die völlige Bedeutungslosigkeit zu verbannen, folgt natürlich auch die breite Masse diesem Weg. Man darf nicht vergessen, dass die Mächtigen natürlich auch immer eine gewisse Vorbildfunktion haben und diesem Vorbild folgt natürlich immer ein großer Anteil der Bevölkerung.

Auch wenn man natürlich festhalten muss, dass gerade auch der Vatikan eines der mächtigsten und einflussreichsten Unternehmen dieser Welt ist, sollte man seine Hauptaufgabe wohl kaum in der Gewinnmaximierung suchen. Aber wo ist die Kirche bei den heutigen großen Problemen, wo ist Gott bei alldem? Diese Fragen stellen sich unendlich viele Menschen, denn immer mehr treten aus den Kirchen aus, was das Leben für diese natürlich ungemein erschwert. Auf der anderen Seite muss man auch feststellen, dass sich der Kampf gegen diesen massiven Trend doch in ganz klaren Grenzen hält. Papst Benedikt XVI. ist ein eher ruhiger Vertreter, es scheint oftmals gar so, als hielte er sich bewusst zurück, um nicht noch mehr Gläubige zu verlieren. Wir leben in einer Zeit in der wirtschaftlich, politisch und aber auch gesellschaftlich eine völlig neue Weltordnung entsteht. Sollte diese Entwicklung so weitergehen, wie in den letzten Jahren und sich die Kirche nicht klarer positionieren, wird sie am Ende eines jeden Tages mit noch größeren Problemen zu kämpfen haben. Man kann wohl kaum sagen, dass wir in 2009 in einer Zeit leben, in der es allen Menschen so gut geht, da diese Welt so perfekt ist und man somit keine Moral, keinen Gott mehr braucht.

Amoklauf und Selbstmord
Viele Menschen fragen sich natürlich, wo Gott ist, wenn einmal wieder Amokläufer Schlagzeilen machen oder aber Menschen, wie Robert Enke sich das Leben nehmen, da sie mit dem Leistungsdruck in der heutigen Gesellschaft nicht mehr klar kommen. Immer mehr Menschen auf diesem Planeten leben in Armut, auch hier fragen viele nach Gott. Richtig Papst Benedikt XVI. hat gerade erst den Welternährungsgipfel in Rom eröffnet aber auch dieser blieb ohne jeglichen, nachhaltigen Erfolg für die eine Milliarde Menschen, die in diesen Tagen irgendwo auf der Welt hungern müssen, während auf der anderen Seite die Aktienmärkte wieder explodieren. Man sieht an diesen Beispielen sehr schön, dass Gott im klassischen Sinne an Bedeutung verliert. Natürlich wenden sich ihm gerade in harten Zeiten immer wieder Menschen zu, so haben die schrecklichen Taten von Winnenden oder auch der tödliche Überfall auf einem Münchener Geschäftsmann gezeigt, dass sich in solchen Fällen die Gotteshäuser auch wieder schlagartig füllen, allerdings ist da nichts nachhaltiges dran. Es wirkt fast so, als sei es auch beliebig austauschbar. Man sieht das Menschen in dieser Situation die Gemeinschaft, das Verständnis anderer suchen aber benötigt man dafür wirklich so etwas wie einen Gott oder gar die Kirche?

Folgt man den gerade genannten Beispielen, sieht es eher so aus, als würden die Menschen hier einfach einer Tradition nachgehen, die eben seit ewigen Zeit in unserer Gesellschaft verankert ist. All dies hat scheinbar oftmals wenig mit einem gefestigten, dauerhaften Glauben an Gott zu tun. Es hat oftmals etwas von ein schönen Märchen, auch hier sprechen wir von etwas, was so nicht existiert, man sich aber in einer gewissen Lebenssituation damit auseinandersetzt und sich dann besser fühlt. Auch die Helden solcher Märchen werden niemals sterben, da sie eben nicht wirklich existieren und damit wären wir wieder bei der Aussage vom Tode Gottes. Gott kann scheinbar gar nicht tot sein, denn wie gesagt, dies würde seine Existenz voraussetzen und diese hinterfragen natürlich in der heutigen Zeit immer mehr Menschen. Folgt man nun dieser These, dass es so etwas wie einen Gott niemals gegeben hat, werden die Probleme der Kirchen und natürlich die des Vatikans noch größer. Denn wenn Gott nicht existiert, ist die Besonderheit an dieser Stelle nicht mehr vorhanden und es wäre schließlich völlig egal wo dran man glaubt. Natürlich stellt sich auch hier, wie in so vielen anderen Kontexten auch, die Frage nach der Zeitschiene, denn wer vermag schon zu sagen, wie man in 2000 oder gar in 4000 Jahren über dieses Thema denken wird. Vielleicht kommuniziert im Jahr 4009 oder 6009, dass die Bibel mit der Hauptfigur Gott über Jahrtausende lang, dass wohl populärste Märchen war und damit wäre Gott dann endgültig Tod, ohne jemals wirklich gestorben zu sein.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Serdar Sakird // 18. Nov 2009 at 08:13

    Der Beitrag enthaelt einen fatalen Denkfehler:
    Gott wird mit menschlichen Eigenschaften wie geboren werden und sterben, verglichen. Jedoch kann niemand, der diese Eigenschaften hat, Gott sein.

    Die Eigenschaft lebendig muss ein Gott (besser gesagt unserer Schöpfer) für ewig und alle Zeit haben. Wenn das nicht der Fall ist, muss ihm ja diese Eigenschaft von einem anderen Lebendigen gegeben werden. In diesem Fall aber waere dieser Jemand kein Gott mehr.

    Denn dann waere er ja bedürftig; bedürftig, dass ihm jemand anderes Leben gibt. Und ein bedürftiger kann kein Gott sein.

    Der Gedanke mit dem Tod entstand vielmehr aus dem Gedankengang,
    DASS DIE MENSCHEN SÄCH ÄMMER MEHR VON EINEM LEBEN MIT VERANTWORTUNG EGENÜBER DEM SCHÖPFER ENTFERNEN, IMMER MEHR DAS LEBEN IM JENSEITS LEUGNEN (bewusst oder nicht)
    dass viele Menschen sich immer mehr dem Materialismus hingeben.

    In einer Überlieferung vom Propheten Muhammed (s.a.w.) sagt Gott, unser Scöpfer:

    Ich handele mit meinem Geschöpf Mensch so, wie er an mich glaubt.

    Und je weniger der Mensch an Gott (Allah) glaubt, desto mehr handelt Gott mit ihm auf entsprechende Weise.

    Das ist der springende Punkt !!!

    Wer eindeutige Beweise vom Dasein und Einheit des Schöpfer und vom ewigen Leben im Jenseits 100% sichere Beweismittel haben will, der Lese die RISALE-I NUR SAMMLUNG vom Said Nursi.

    Ihr werdet höchst staunen !

Schreib was dazu