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Die Wahrheit des Wortes

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Gibt es wieder Klimawandel?

13. Januar 2012

Im Jahr 2011 fiel die Klimadiskussion relativ klein aus und man hörte nur äußerst selten etwas vom Klimawandel und der Erderwärmung durch Menschenhand und dies folgte natürlich auch einer gewissen Logik, stand doch ein großer Teil des abgelaufenen Jahres ganz im Zeichen des Super-GAU im japanischen Atomkraftwerk (AKW) von Fukushima. Eine der Folgen dieser Katastrophe  in Deutschland war eine Energiewende in Höchstgeschwindigkeit und kaum war das Abschalten beschlossene Sache, wurde immer deutlicher, wo die Hauptalternativen im Moment liegen und da war man dann wieder bei fossilen Energieträgern angelangt. Genau diese hatte man zuvor auch immer wieder mit zu einem der größten Klimakiller deklariert und wo es nur ging dagegen angekämpft und jede noch so kleine Klimaveränderung wurde zu einem Zeichen des klimabedingten Weltuntergangs gemacht. Fakten, wie ein normaler, immer vorhandener Klimawandel und ähnliches wurden da gerne schon einmal ignoriert. Dann der Super-GAU in Japan, der die Grünen unvorstellbar weit nach vorne brachte und somit musste auch die Bundesregierung reagieren und tat dies in dem sie ihre Energiepolitik einmal im Ganzen umdrehte, was natürlich auch wieder die allgemeinen Fragen im Kontext der Glaubwürdigkeit der Politik aufgeworfen hat.

Da fehlt doch was?
Hat man in Deutschland länger als drei Wochen eine besonders extreme Wetterlage, ist es eigentlich immer so, dass in den Medien die verschiedensten Wetterexperten auftauchen, die erklären, dass man daran, auf dem einen oder anderen Weg, den Klimawandel erkennen könnte, der natürlich vom Mensch erzeugt wird. Anders sah es da im letzten Jahr aus, wo es natürlich auch wieder Wetterextreme gab aber man vermisste die Oberlehrer des Klimaschutzes. Hier scheint man die angesprochene Logik bestens zu erkennen, denn durch das Aus der Atomkraftwerke (AKW), musste man zwangsläufig auch zurück zur Kohle, was natürlich nachdem, was man Jahre zuvor immer wieder gepredigt hatte, eigentlich gar nicht drin war. Also bediente man sich eines Tricks, den man auch beim Vatikan, und hier vor allem Papst Benedikt XVI., sehr gerne nutzt, man schwieg. Nun war es natürlich in Folge des Super-GAU nicht möglich eine sachliche Energiedebatte zu führen aber vor allem wollte niemand wirklich über dieses große politische Versagen, welches hier deutlich wurde, reden. 25 Jahre zuvor hatte es mit der Atomkatastrophe von Tschernobyl einen, im wahrsten Sinne des Wortes, viel naheliegenderen Grund gegeben, eine solide Energiewende zu planen, dies blieb aus.

25 Jahre später waren die Grünen nun gänzlich etabliert, was man auch nicht nur positiv bewerten kann, da dies natürlich auch viel Negatives mit sich brachte. Wie etabliert die Antiatompartei nun aber wirklich war, hatte manch einer wohl völlig unterschätzt, was natürlich plötzlich zu einer wahnsinnigen Hektik im Bereich der gesamten Energiepolitik führte. Wie schlecht Hektik in der Politik ist, musste man im letzten Jahr auch im Bereich der Eurorettung erfahren und es gibt eine weitere Parallele. Wie in vielen Kontexten, wenn es um den Euro geht, konnte sich auch im Bereich der Atompolitik der deutsche Weg nicht durchsetzen. Dies bedeutet, hier wird keine Atomenergie mehr erzeugt aber wirklich sehr viel mehr Sicherheit gibt es trotzdem nicht, da man noch immer von AKW umringt ist. Auch hier sieht man wieder, dass die Europäische Union (EU) nicht wirklich für die Bürger in Europa sorgt. Man kann festhalten, dass all dies, was man da im letzten Jahr erleben musste, doch sehr oft an Kurzschlusshandlungen erinnerte und man wird sehen, ob man nicht einige dieser Entscheidungen später noch massiv bereuen wird. Denn es hätte alles wesentlich langfristiger und solider vorbereitet werden müssen und man hatte, wie bereits erwähnt, ausreichend Zeit, die man aber eben ungenutzt hat verstreichen lassen.

Wie geht es nun weiter?
Eine Frage, die natürlich gerade im Bereich der Energiepolitik sehr spannend ist. In der schnelllebigen Zeit in der man lebt, ist die Atomkatastrophe von Fukushima zum größten Teil in den Nachrichten schon nicht mehr zu finden und so schon halb vergessen, wobei auch hier die Frage danach, wie es weitergehen soll, nach klaren Antworten verlangt, die es allerdings auch hier nicht im Ansatz gibt. An dieser Stelle schließt sich dann auch der Kreis zur deutschen Energiepolitik. Fängt man schon bald an im ganz großen Stil Atomstrom aus wesentlich unsichereren AKW im europäischen Umland einzukaufen und hätte damit, mit mehr als nur mit Zitronen gehandelt. Man kann natürlich auch weiterhin mit Kohlekraftwerken die Umwelt verseuchen und einfach, wie gehabt, so tun, als hätte es eine Debatte um die Erderwärmung durch Menschenhand nie gegeben. Man könnte natürlich jetzt auch damit beginnen sich endlich einmal um eine ehrliche und nachhaltige Energiepolitik zu bemühen, die nicht die Vermutung aufkommen lässt, dass es nicht um die Umwelt, sondern einfach nur um die Schaffung neuer Märkte geht, die auch nur subventionsgefördert funktionieren. Aber auch der Verbraucher ist gefragt, denn energiesparen ist noch immer die sauberste, sicherste und beste Lösung aber natürlich auch eine, die an Verzicht gekoppelt ist und an dieser Stelle enden viele grüne Gedanken, auch diesen Fakt muss man klar benennen.

Die Energiewende, die es nun mindestens 25 Jahre zu spät endlich, wenn eben auch völlig überhastet, gab, betrifft jeden und damit sind natürlich nicht nur die privaten Stromabnehmer gemeint, sondern vor allem auch die aus der Industrie, die ein Vielfaches des privaten Verbrauchs benötigt und auch von hier müssen Lösungsvorschläge kommen. Die Energiewirtschaft selbst sollte auch mit Ansätzen, die nachhaltig und sinnvoll sind, am Start sein und nicht wieder einfach nur eine weitere Möglichkeit sehen, endlich wieder die Preise erhöhen zu können. Verantwortung ist hier von vielen Seiten gefordert und dies gilt natürlich auch ganz besonders für das politische Berlin. Wie es in diesem Jahr mit der Debatte um den Klimawandel weitergehen wird, kann man natürlich nur sehr spekulativ beantworten, weil unendlich viele Unbekannte hier mit reinspielen und dies ist nicht planbar. Es ist aber wohl zu erwarten, dass es genauso durchwachsen wird, wie sich das gesamte Thema im Moment darstellt. Große Negativszenarien wird es wohl mit Sicherheit noch geben, denn so traurig es ist, wird ein Preis für den getätigten Schritt, weg vom Atomstrom, eine höhere Belastung der Umwelt sein, auch wenn man diesen Preis den Bürgern wohl kaum auf die Nase binden möchte, was auch für die massive Verteuerung von Energie gilt. Dem gegenüber steht aber natürlich auch eine immer aufgeklärtere Gesellschaft, der man auf Dauer auch immer weniger vormachen kann, was dafür spricht, dass man die Problematik auch immer wieder besprechen wird aber wohl doch eher etwas abgeschwächt.


Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Der BALLacker » Deutschland 2012 // 7. Feb 2012 at 07:48

    [...] klimatischer Hinsicht gehört Deutschland vollständig zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas und [...]

  • 2 Der BALLacker » Niederlande 2012 // 15. Feb 2012 at 17:30

    [...] Dabei ist vor allem der Westen des Landes – Randstad genannt – am dichtesten besiedelt. Das Klima ist trotz der kleinen Landesfläche im Nordwesten etwas kühler als im Osten. Die [...]

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