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Die Wahrheit des Wortes

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Gewalt ist eine Lösung

15. September 2008

Die Welt verändert sich jeden Tag, dass war schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben. Manchmal bekommt man das Gefühl, dass sich die Geschwindigkeit der Veränderung erhöht und gerade in der heutigen Zeit, ist dies wohl mehr als nur ein einfaches Gefühl. Auch in Deutschland nehmen die Veränderungen täglich ihren Lauf. Die SPD hat sich soweit von der Linken separiert, dass man sie zum Teil kaum noch von der CDU unterscheiden kann. Das Soziale in der Marktwirtschaft stirbt immer mehr aus und das Kapital gewinnt mehr und mehr die Macht. All diese oftmals politisch und wirtschaftlich einzustufenden Veränderungen, prägen und verändern aber natürlich auch das Bild der Gesellschaft in der wir leben. Diese Veränderungen zeigen nun auch mehr und mehr ihre Wirkung.

Mehr Arbeit weniger Geld

Man erfreut sich monatlich an sinkenden Arbeitslosenzahlen und ist doch ebenso erstaunt über stetig steigende Armut. Die Anzahl der Aufstocker in Deutschland steigt rasant an. Dies bedeutet immer mehr Menschen können von ihrer Arbeit nicht mehr leben und sind somit auf staatliche Unterstützung oder auf weitere Jobs angewiesen. Täglich vernehmen wir Nachrichten über weiteren Stellenabbau, ob im Telekommunikationsbereich oder auf dem Bankensektor. Dafür wächst der Bereich der Dienstleistungen immer stärker. Es ist eigentlich ganz offensichtlich, dass hier immer  mehr Menschen, die zuvor noch einen Beruf hatten von dem sie leben konnten, nun in Sparten verschoben werden von denen sie nicht mehr leben können. Wenn sie Glück haben, können sie gerade ein Mal überleben. Das Niveau der Einkünfte in gewissen Sektoren wird sukzessive heruntergefahren. Dies geschieht mit der vollen Unterstützung aus der Politik, denn auch von staatlicher Seite vertritt man die Meinung, dass erst ein Mal jedem, jede Arbeit unabhängig von einer oftmals vorliegenden Überqualifizierung, zu zumuten ist. Genau diesen Aspekt macht sich die Wirtschaft natürlich zu Nutze.

Es gibt aber noch weitere Probleme, denn unter anderem durch einen immer stärker werdenden Fachkräftemangel in diesem Land, der natürlich auch ganz klar demografisch bedingt ist, setzt man gezielt auf ausländische Arbeitskräfte. Dies geht soweit, dass sogar zum Teil schon davon die Rede ist, dass mit vollem Bewusstsein nichts oder nur wenig gegen illegale Einwanderung getan wird, denn es gibt auch noch andere Sektoren die ohne ausländische Mitbürger gar nicht mehr zu bewältigen wären. Jetzt ist natürlich die Einwanderungspolitik ein ganz eigenständiges Thema aber es bleibt festzuhalten, dass auch der Fakt, dass es zu einem, zum Teil unkontrollierten, Zufluss kommt, nicht von der Hand zu weisen ist. Diesem Fakt wird allerdings nicht ausreichend in Fragen der Integrationspolitik begegnet. Denn dieser Zustrom an Menschen mit einem völlig anderen kulturellen, oftmals außereuropäischen Hintergrund, führt natürlich zu Problemen in Deutschland, wenn man diesen Menschen noch nicht ein Mal die Chance gibt sich zu integrieren. Man muss festhalten, dass an dieser Stelle ein beiderseitiges Interesse vorhanden sein muss. Die Menschen die hier eine neue Heimat suchen müssen sich integrieren wollen, müssen aber im Gegenzug natürlich auch die Chance dazu erhalten.

Hooligans des Alltags

Fährt man diesen Kurs, den man im Moment in der Bundesrepublik Deutschland fährt, weiter, wird man dieses Land über kurz oder lang vor die Wand fahren. Denn sowohl die ansteigenden Mehrbelastungen durch mehr als einen Job, wie auch das Problem der Armut an sich und dies dann noch gepaart mit einem anwachsenden Teil an nicht integrierten Ausländern, führt zu einer explosiven Mischung. Am Wochenende ging unter anderem im Kontext zum anstehenden Oktoberfest in München die Nachricht durch die Medien, dass sich die Anzahl an Gewaltdelikten auf Volksfesten in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt hat. Hier kann man durchaus klare Zusammenhänge zur Agenda 2010 von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) herstellen. Denn es dürfte niemanden überraschen, dass Frustration auch zu Gewalt führt. Denn viele Menschen sehen Gewalt an dieser Stelle ganz offensichtlich als Lösung an. Das Armut und mangelnde Integration zu Frustration führt, dürfte auch kein Staatsgeheimnis sein. Es sind längst nicht mehr nur noch die Hooligans, die im Rahmen von Fußballspielen Angst und Schrecken verbreiten. Die Gewalt hat die Fußballstadien und deren Umfeld schon lange verlassen.

Überhaupt hat sich sowohl die Hemmschwelle im Kontext der Gewalt, wie auch die dahinter stehende soziologische Bandbreite verschoben. Die Gewalt kommt immer härter in ganz verschiedenen Formen daher. Wie weit so etwas gehen kann, wo es hinführen kann haben die Übergriffe der beiden Jugendlichen in der Münchener U-Bahn gezeigt. Es zeigt sich aber auch immer wieder bei den aufflammenden Krawallen in unserem Nachbarland Frankreich. Wo all dies langfristig hinführt, kann man sich auch heute schon an vielen Orten dieser Welt ansehen. Denn es gibt heute schon ausreichende Beispiele, wo die Reichen, die vermeintlichen Sieger dieses Systems, nur noch hinter Meter hohen Mauern leben können. Verlassen sie diese selbst geschaffenen Gefängnisse, geht dies oftmals auch nur in gepanzerten Limousinen und mit Bodyguards. Es sollte sich also jeder der für den hemmungslosen Turbokapitalismus ohne Menschlichkeit einsteht, überlegen ob seine Gedankengänge auch bis zum Schluss reichen. Denn jeder der diese Ziele unterstützt, verwirkt damit sein Recht später über diese vermeintlich schlechte Gesellschaft zu urteilen.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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