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Die Wahrheit des Wortes

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GEREIZT – Kollabierende Märkte

12. August 2011

Die Staatschefs in Europa brechen nach und nach ihren Urlaub ab, so kam zu erst der britische Premier David Cameron frühzeitig aus dem Urlaub zurück, da das Land, welches er regiert, auf Grund der Spaltung der Gesellschaft gerade in Flammen aufgeht und nur schwer wieder unter Kontrolle zu bekommen ist. Es folgte Nicolas Sarkozy, da wohl mehr und mehr auch die Realitäten um die französischen Finanzen ans Tageslicht kommen und sich auch hier zeigt, wie negativ die Realität sein kann, wenn man denen glaubt, die auch die europäischen Länder erst in diese Situation getrieben haben. Auch wenn der DAX, der deutsche Aktienleitindex, der in diesen Tagen eher ein Leidindex ist, fast schon auf den Bereich von zweistelligen Verlusten in Prozenten zu rauscht, behält man hier noch die Ruhe und genießt die Sommerpause, schließlich gibt es immer wieder temporäre Ruhephasen. Wie lange die Achterbahnfahrt mit Tendenzen ins Bodenlose anhält, wird man noch sehen. Die Energiekonzerne machten der Politik wohl schon einmal klar, was passiert, wenn nicht das getan wird, was man will und hier wartet die nächste große Chance für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Kabinett um zu beweisen, wer die Macht im Land hat. Zwei große Energieriesen haben in dieser Woche Zahlen vorgelegt, die durchaus als desaströs zu bezeichnen sind und es wurde, gerade auch in den etablierten Massenmedien, im Gros auf die Energiewende geschoben. Natürlich sind an solche Einbrüche auch immer Arbeitsplatzverluste gekoppelt und nachdem Aufschwung fragt so oder so keiner mehr.

Wer zahlt all die Fehlentscheidungen?
Seit gut zwei Wochen kollabieren die Märkte, da man allerdings spätestens seit der Anhebung der Schuldenobergrenze in den USA, um hier den Termin der Bekanntgabe des Staatsbankrotts auf nach den Wahlen im nächsten Jahr zu verschieben, die Milliardensummen verlassen hat und es scheinbar nur noch um Billionen geht, ist all dies was im Moment an den Aktienmärkten vernichtet wird, nicht so relevant und führt zu mindestens in großen Teilen der Medien nicht zu sonderlicher Panik. Der DAX verlor allein zur Wochenmitte über fünf Prozent, so etwas kann den einen oder anderen Privatanleger schon einmal in den Ruin treiben. Welche Hilfe er zu erwarten hat, ist spätestens seit der Pleite von Lehman Brothers und deren Folgen bekannt. Analysten und sonstige so genannte Finanzexperten, bei denen man sich mittlerweile langsam so oder so fragen sollte, warum sie überhaupt noch eine Plattform geboten bekommen ihre Kaffeesatzleserei, und scheinbar ist es nicht wesentlich mehr, zu verbreiten, freuen sich schon, dass die Politik nun einsieht, dass noch drastischer gespart werden muss. Auf Deutschland bezogen, sind solche Fakten aktuell eigentlich nicht wirklich auf der Agenda zu finden, da ging es zuletzt noch um Steuerersparnisse für die Bürger. Ganz offensichtlich wollen hier die Banken, für welche die meisten dieser vermeintlichen Experten arbeiten, schon einmal die weitere Marschroute vorgeben. Ein klares Stopp der Politik ist hier zwingend notwendig, will man nicht auch noch das letzte bisschen Vertrauen verspielen. Denn völliger Vertrauensverlust in die Politik bedeutet oftmals auch Verlust des Vertrauens in den Staat und wie dies enden kann, zeigten die Bilder aus England.

Die Mehrheit der Bürger soll immer wieder sparen oder wie man es im politischen Berlin immer wieder gerne nennt, mehr Eigenverantwortung zeigen, zur gleichen Zeit vernichten allerdings die Zocker Milliarden bis zu Billionen, eher gesagt schichten sie diese Summen viel mehr um, denn Kapital löst sich nicht auf, sondern wechselt nur den Besitzer. Schaut man sich die fatal miserablen Ergebnisse an die Energiegiganten, wie RWE oder E.on in dieser Woche veröffentlicht haben und diese fast komplett auf den Atomausstieg schoben, fühlte man sich doch an Kindergartenkinder erinnert, die irgendeinen Mist gebaut haben und dann mit einer Ausrede daher kommen und sagen, dass habt ihr nun davon. Die derzeitige Geschwindigkeit im Kontext der Energiewende ist hoch und neu, der Inhalt allerdings nicht. Da man nun völlig überrascht ist, scheint es nicht weither gewesen zu sein mit den realistischen Bemühungen irgendwann eine wirkliche Energiewende zu vollziehen, zu der man nun seitdem Super-GAU im japanischen Atomkraftwerk (AKW) von Fukushima plötzlich von der Politik genötigt wird, da man hier scheinbar parteiübergreifend einfach wählbar bleiben möchte. Dies zeigt welche strategischen Fehler hier im Topmanagement, also bei denen, die auch aktuell wieder große Einkommenszuwächse zu verzeichnen haben, da sie soviel Verantwortung übernehmen, gemacht worden sind. Nun ist es natürlich spannend zu sehen, wer hier die Verantwortung übernimmt, die, die mit Millionen für genau diese entlohnt werden oder die Stromkunden und Steuerzahler.

Keine Gefahr durch die gesellschaftliche Spaltung in Deutschland?
In den Pariser Vorstädten und auch in anderen französischen Problemvierteln weiß man ganz genau, was die Spaltung der Gesellschaft, was steigende Armut für die innere Sicherheit und die Ruhe und den Frieden im Land bedeutet. In England lernt man dies gerade sehr schmerzhaft, denn das Land brennt, ausgehend von London über Birmingham bis nach Manchester. Fußballspiele wurden abgesagt und man denkt über den Einsatz von Wasserwerfen nach, was für dieses Land drastische Maßnahmen bedeuten würde. Das man ganz nebenbei auch hier mehr und mehr zum Spitzelstaat mutiert, interessiert auch wieder die Wenigsten. So gibt es wohl Verhandlungen zwischen der britischen Regierung und Research In Motion (RIM) in denen es um die Freigabe verschlüsselter BlackBerry-Daten geht mit denen die Gewalttäter kommunizieren. Ebenso erschreckend ist es, dass Premier David Cameron es als die positive Seite des Landes darstellt, dass mehr als eine Millionen Facebook-User bereit sind dem überforderten Staat bei der Aufklärung von Straftaten zu helfen, wobei wohl hier und da auch gleich manch persönliche Nachbarschaftsstreitigkeit mit abgerechnet werden dürfte. Man fühlt sich an solchen Stellen doch an die Stasi erinnert, nur eben an die heutigen technischen Möglichkeiten angepasst. Man sieht hier sehr deutlich, wie in Folge kollabierender Märkte auch die gesellschaftlichen Strukturen in jeglichem Bezug gleich mit kollabieren. Dieser Fakt könnte übrigens durchaus gewollt sein. Denn bei der Verfolgung des unüberschaubaren Mobs auf der Strasse, ist man mit der vollen Härte des Staates gleich bei der Sache. Beim wesentlich überschaubareren Mob der Wirtschaftsterroristen, die gerade auch schon in London so lange ihr Unwesen treiben, tut man sich da wesentlich schwerer. Da tut Ablenkung richtig gut.

Nun reicht seit gut zwei Wochen ein Blick auf den DAX und man weiß auch, wie es hier um die Wirtschaft, die ansteigende Armut und damit natürlich auch um die Spaltung der Gesellschaft bestellt ist. Trotzdem wird über die etablierten Massenmedien, wie zum Beispiel auch die, zum größten Teil über eine Art Zwangsabgabe, über die GEZ-Gebühren finanzierte ARD, verbreitet, wie unmöglich so etwas in Deutschland sei. Erschreckend ist in diesem Kontext übrigens, wenn Bilder von Polizeibeamten eingespielt werden, die mit Maschinenpistolen bewaffnet sind und man dazu hört, dass man in Deutschland bestens ausgerüstet sei und sich manch einer wohl fragen dürfte, ob dies ein viel zitierter Zufall ist, dass man solche Bilder zu einem solchen Nachrichtentext ausstrahlt oder es sich um eine massive Drohung gegen das Volk handelt. Man merkt aber auch an der zurückhaltenden Berichterstattung zu dieser hoch dramatischen Entwicklung auf wirtschaftlicher, wie auch gesellschaftlicher Ebene der letzten vierzehn Tage in Europa, dass auch im Bereich der Medien scheinbar einiges falsch läuft. Natürlich ist dies allein auf das letzte Jahrzehnt bezogen, nicht im Ansatz der erste Crash und auch das, was es benötigt um einen Crash zu deklarieren, wird gefühlt jährlich Billionenschwerer aber trotzdem fragt man sich, wo eine solche Banalisierung wohl am Ende des Tages hinführen wird. Die Kurse werden sich wieder erholen, dass ist gar keine Frage, sehr gut tun sie dies übrigens wenn Konzerne verkünden, dass ihre Rentabilität wieder steigt und hier heißt das Zauberwort oft genug Arbeitsplatzabbau und dies bedeutet entweder mehr Arbeitslosigkeit oder ein erneutes Einsteigen auf Basis von Leiharbeit oder anderen Instrumenten, die scheinbar auch nur die Armut fördern. Genau für diese Schritte gibt es dann natürlich auch wieder mehr Einkommen für die Topmanager, denn sie haben Verantwortung gezeigt, nicht den Menschen gegenüber aber dem Kapital gegenüber. Das Ende dieses Lieds ist bekannt.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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