fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Geht Guttenberg (CSU) mit der Gorch Fock unter?

26. Januar 2011

Die Probleme bei der Bundeswehr gehen weiter und werden in diesen Tagen nicht im Ansatz geringer, da täglich neue, unangenehme Details gerade auch im Kontext des Segelschulschiffes Gorch Fock ans Tageslicht kommen. Somit steht der Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) quasi unter Dauerfeuer. Man muss sich natürlich fragen, ob es Zufall ist, dass gerade das erfolgreichste und beliebteste Kabinettsmitglied so unter Beschuss gerät. Man darf auch nicht vergessen, dass er schon oft genug als Nachfolger von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehandelt wurde. Die Fakten, die Nachrichten, die man im Moment von der Gorch Fock hört, sind von dem her, was dort geschehen sein soll, eigentlich keine Fakten, die im Zusammenhang mit der Bundeswehr, zum ersten Mal auftreten. Soweit ist die Vermutung wohl zulässig, dass es sich um gewisse Abläufe handelt, die wohl eher die Regel, als die Ausnahme bei der Bundeswehr beschreiben. Dies würde, so merkwürdig es auch klingen mag, den Verteidigungsminister in gewisser Hinsicht entlasten.

Mit den Jahren gewachsen?
Egal welche Vorfälle man bei der Bundeswehr betrachtet, scheinen es doch immer wieder ähnliche Schwierigkeiten zu sein, die von Zeit zu Zeit an die Oberfläche geraten. Beispiel vom Verhalten der US-Army oder auch der britischen Armee zeigen auch, dass man hier nicht von einem rein deutschen Problem sprechen sollte, sondern es wohl eher um allgemeine Probleme beim Militär an sich geht. Diese großen Probleme sind scheinbar über Jahre, Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte angewachsen. Es wäre also völlig falsch hierfür ausschließlich den Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verantwortlich zu machen. Auf der anderen Seite zählt eine solche Art der Politikgestaltung auch schon seit langer Zeit zur Tagesordnung und es ist auch nicht der erste Angriff gegen ihn, denn zuletzt wurde er noch stark dafür attackiert, dass er seine Frau an seiner Seite hatte, als er die Truppe in Afghanistan besuchte. In der Regel ist übrigens einer seiner möglichen Gegenkandidaten, Sigmar Gabriel (SPD), immer vorne mit dabei, wenn es um solche Angriffe geht.

Wenn man hier nun schon über eine Nachfolge für die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) diskutiert, gilt es natürlich auch ihren massiven Männerschwund in der eigenen Partei, der sich zuletzt noch mit Peter Müller (CDU) fortsetzte, zu beachten. Denn durch den Verlust vieler Größen in der CDU wird es auch für die Union immer schwerer sich noch als patente Volkspartei zu verkaufen. Was passiert, wenn man dies einmal nicht mehr kann, hat die SPD gerade erst erlebt bzw. erlebt sie es noch immer. Da mag es plausibel erscheinen, dass ein Herr Gabriel (SPD) sich gerne an der Ausweitung dieses Problems bei der CDU beteiligt, schließlich schädigt all dies auch die Partei ganz allgemein, was in einem Jahr mit so vielen Landtagswahlen nicht uninteressant für die SPD sein könnte. Man muss aber auch sehen, dass dieser Politikstil, der ebenfalls seit langen Jahren herangewachsen ist, der ist, der dafür sorgt, dass es in Deutschland immer mehr Politikverdrossenheit gibt und dies ganz offensichtlich auf Seiten der Regierten ebenso, wie auf der Seite der Regierenden. Denn natürlich fragt sich manch einer, was all dies, was sich da im politischen Berlin aber vielfach auch im Rest des Landes abspielt, noch mit Politik zu tun hat.

Ist das noch Politik?
Die Inhalte, auch dies zeigt der aktuelle Skandal um die Gorch Fock, sind mehr als beliebig geworden und können durch gezielte Medienarbeit natürlich auch jeder Zeit passend platziert werden. In der Regel tritt hierbei das eigentlich Problem, wenn es denn überhaupt ein aktuelles sein sollte, immer mehr in den Hintergrund und die Personalisierung des Problems beginnt. Ist dies geschehen, besteht Politik in der heutigen Zeit scheinbar nur noch aus der Demontage gewisser Personen, während das Problem, bis in die nächste Runde, unbehandelt liegen bleibt. Bei solchen Vorgängen kann man übrigens auch noch beliebig die Seiten wechseln, wie es zuletzt Jürgen Trittin (Grüne) zeigte, der ganz schnell von einem Protestgegner in Sachen Atompolitik, zu einem Befürworter wurde. Damals noch in der Regierung vertreten und jetzt in der Opposition, da kann man seine Einstellung scheinbar auch schon einmal ganz schnell und sehr beliebig ändern. Auch hier ist man oft erstaunt, was all das noch mit Politik und vor allem mit nachhaltiger Politik fürs Volk zu tun haben soll. Die Protagonisten sollten sich wohl eher mit der eigentlichen Problemlösung auseinandersetzen.

Auch bei der aktuellen Personaldebatte, um den Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), wird das eigentlich Problem schon wieder weiter nach hinten gedrängt. Es wäre nun umso wichtiger diese Debatte zurückzudrängen und dafür seine Zeit einfach mehr in die Lösung des Problems zu investieren. Ein solch wirklich rein der Politik zu gewendetes Verhalten würde dann aber auch voraussetzen, dass man konkrete und realistische Ideen hätte, wie man die Situation verändern könnte und genau hier dran scheint es in den Reihen der Politik parteiübergreifend zu mangeln. Mit reinen Personaldebatten und Angriffen auf Personen wird man jedenfalls die Skandale auf der Gorch Fock weder zukünftig verhindern können, noch wird man sie so aufklären. Beides wäre allerdings auch ein sehr wichtiger Baustein, wenn es um die Verteidigungspolitik in Deutschland geht und diese wiederum ist maßgeblich mit für den Ruf der Bundeswehr verantwortlich. Aus diesem Punkt könnte man dann übrigens irgendwelche personelle Rückschlüsse ziehen aber auch hier gilt, dass man nicht mit dem zweiten Schritt beginnen sollte und genau dies ist im Moment einmal mehr der Fall.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Roxanna Creagh // 6. Mrz 2011 at 11:27

    Ich bin gespannt ob die BILD Zeitung Ihre Meinung gegenüber Guttenberg noch ändert und auch in die Hetzjagd der gesamten Medien mit einsteigt. Ich hoffe nicht das das das Ende seiner politischen Karriere ist und wir Ihn doch noch als Merkels Nachfolger demnächst willkommen heißen dürfen. Naja, und der liebe Herr Professor Lepsius der Herrn Guttenberg vor allen Leuten als Lügner brandmarkt, währe mal wissenwert welcher Partei er angehört, den Grünen, den Linken, der SPD? Ich denke zwar auch das Gutenberg sich genauso viel Wissen im Vergleich zu seinem Doktortitel auf solchen Internetseiten wie hauslehrer.de aneignen hätte können – aber was wichtig ist ist ja nicht die Theorie sondern die Praxis. Und dort ist er mit seiner Ausstrahlung und erstaunlichem Verstand eben sehr gut gewesen.

Schreib was dazu