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Die Wahrheit des Wortes

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Gefahr der Entsolidarisierung gegeben

1. April 2009

Aufmerksame Zuseher der ZIB2 haben gestern am Ende einer Studiodiskussion mit Superfund-Gründer Christian Baha und ATTAC-Chef Christian Felber einen Hinweis auf die Zukunft des Geldes bekommen. Die Hedge-Fonds hätten einen wesentlichen Anteil an der Wirtschaftskrise, mehr Kontrolle sei unbedingt nötig, so Felber. Baha verteidigte Superfund als Arbeit schaffendes Unternehmen. Schließlich habe man 500 Arbeitsplätze geschaffen, das dürfe man nicht übersehen. Am Rande bemerkt: Superfund handelt mit Hedge-Fonds. Zu diesem Thema gab es gestern keine Lösung, aber Baha packte (bewusst?) mit einem Szenario aus, das der fairschreiben-Redaktion schon vor einiger Zeit von Seiten der Finanzdienstleistung ebenfalls zugespielt wurde. “Ich rate das Vermögen in Gold anzulegen. Dann hat man etwas Festes, wenn die Hyperinflation kommt.” Wenn auch Baha schwach argumentierte und Felber hier eindeutig der Stärkere war, so nehmen wir diesen Abschlusssatz des Herrn Baha durchaus ernst. Hyperinflation – wird das das Thema der Medien für das Jahr 2009 werden?

Arbeitslosen-Rekord. Ganz nebenbei flattern heute die neuesten Meldungen über Arbeitslosenzahlen in Österreich ins Haus. 334.007 Menschen hatten im März keine Arbeit. Inkludiert sind auch jene, die derzeit in Schulungen sitzen. Das Bundesland Salzburg trifft es besonders hart, dort ist ein Plus von 60 Prozent bei den Arbeitslosenzahlen gemeldet. Die nationale Berechnung weist damit eine Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent für Österreich aus. Die Tendenz ist steigend. Der EU-Wert ist ebenfalls auf 8,5 Prozent (saisonbereinigt) für die Eurozone EU27 gestiegen.

Gefahr in Verzug. Verfolgt man die Wortmeldungen in den Tageszeitungen auf diese Berichte, dann liest man viel Bedenkliches. Tenor: die Menschen sind sauer und finden ihre Schuldigen in den Banken und der Politik. fairschreiben hat heute dazu mit ATTAC gesprochen: Zeiten der Krise bergen eine hohe “Gefahr der Entsolidarisierung” in sich, die jetzt in Österreich für die nächsten Monate durchaus gegeben erscheint. Die Redakteurin kann sich an Seminare erinnern, an denen sie in den letzten Jahren teilnahm. Da ging es um Selbstverantwortung und dem Loslassen der Täter-Opfer-Muster, und einem raus aus dem Schuldigensuchen. Dieses Bewusstsein ist jedoch nur gering ausgeprägt – darauf schließen wir anhand der zahlreichen Schuldzuweisungen in den Leserbriefen der österreichischen Medien. Und Menschen, die sich nicht bewusst sind, hier in eine argumentative Sackgasse zu rennen, werden zur Gefahr. Dahingehend nämlich, wenn sich Arbeitslosigkeit und Geldwert wundersam vermehrt. Menschen, die Zusammenhänge nicht verstehen, greifen leicht zu stärkeren Mitteln, um ihre Lage und die Krise zu begreifen. Erst kommt die Gewalt mit Worten, dann mit Taten. Die Verantwortung der Medien ist hier gefragt, nicht zu beruhigen, sondern Lösungen für den Alltag der vielen Menschen eines Landes aufzuzeigen. Aus diesem Grund fährt die Österreich-Redaktion in der Karwoche nach Tirol, um sich das dort geplante Modell des Regiogeldes anzusehen. Wir werden davon berichten, um hier auch Lösungen anbieten zu können.

AMW

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Neues aus Österreich · Politik · Wirtschaft

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