Gaza wird zum Video-Event
6. Januar 2009
Realität und Fiktion liegen oft nahe beeinander. Es kommt immer auf den Standpunkt an und auch wohl auf den Ort an dem man sich befindet. Ist man mitten in Gaza, dann stellt man die eigenen Erlebnisse ins Internet: die Journalistin Eva Bartlett hat dafür wie auch andere Kollegen, einen Blog eingerichtet.
Gehört man gar zu denen, die den Gaza-Streifen bombardieren, dann kann man das ebenfalls live auf youtube miterleben – ausgewählte Videos sollen hier die Jugendlichen ansprechen und Propaganda für die Angreifer machen. Und das israelische Konsulat hat einen Twitter-Feed gestartet: Gaza live und unbeschönigt.
Das Internet spielt also bei diesem Konflikt eine informierende Rolle und es zeigt sich, dass dieses Medium mehr kann, als nur informieren. Ein von den Israelis veröffentlichtes Video sollte den Raketenbeschuss eines Hamas-LKW zeigen und positive Propaganda für die Sache machen. Die israelische Menschenrechtsorganisation Betzelem hat jedoch dieses Video korrigiert: statt in die Luft gesprengte Hamas-Kämpfer traf die Rakete einen LKW mit Zivilisten. Kein Wunder also, wenn Youtube-Benutzer diese Videos als unangebracht einstuften, sodass diese kurzfristig nicht verfügbar waren. Trotzdem setzen Israelis und die Hamas auf Internet-Blog und damit auf Propaganda in der Berichterstattung.
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