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Die Wahrheit des Wortes

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Friedliche und gesegnete Weihnachten!

24. Dezember 2008

Weihnachten, ein Jahr nach der Krise – eine kleine Weihnachtsgeschichte

Alle haben sich versammelt und freuen sich auf den Baum. Es ist ein selbst Gefällter aus dem Wald. Und Schnee gibt es auch, und Lebkuchen und Vanillekipferl und Orangen und Punsch. Die Meisen sitzen beim Futterhäuschen und picken sich ihre Nüsse und das Fett aus den Meisenknödeln. Amseln besuchen den Komposthaufen am anderen Ende des Gartens. Und abends leuchtet das Öllicht in der Laterne vor dem Haus. Romantisch ist es geworden, dieses Weihnachten. Mit den Kindern war man noch am Christkindlmarkt. Da gab es viel zum Naschen, Glühwein für die Erwachsenen und Früchtepunsch für die Kinder. Alles ist ein wenig ruhiger geworden. Kaum jemand denkt mehr an die vorweihnachtliche Hektik der vergangenen Jahre. Ach ja und die Nachbarn haben ein paar Tage zuvor eine „Strohsternparty“ veranstaltet. Die Kinder der Siedlung waren eingeladen und haben Christbaumschmuck gebastelt. Die Eltern saßen gemütlich zusammen und tauschten Neuigkeiten aus, oder besprachen ihre Aufgaben in der Nachbarschaftshilfe. „Wie war das früher, erzähl doch!“, will die Tochter wissen und drängt ihre Mutter. „Das war ganz anders. Wir haben viel gekauft, sind von einem Geschäft ins andere gehetzt. Und der Verkehrsstau vor den Einkaufszentren war fürchterlich. Dann hatten wir alle Stress und am 24. war endlich Ruhe. Doch feiern konnten wir nicht. Wir waren alle völlig erschlagen und kaputt. Das Geld war auch weg. Das war nicht schön.“„Aber heute kaufen wir auch ein und gehen ins Einkaufscenter!“, bohrt die Tochter nach.„Ja und doch ist es anders. Schau, wir haben andere Wünsche ans Christkind. Früher wollten wir viel besitzen. Heute wünschen wir uns Dinge, die lange halten und hilfreich für den Alltag sind.“, erklärt die Mutter. „Und was wir nicht mehr benötigen, bringen wir zur Tauschbörse. Denk an dein Spielzeug, dass du heuer dort gegen den Chemiekasten getauscht hast!“

Und dann sprechen die beiden darüber, dass Weihnachten wunderschön ist. Weil die Familie wieder ein Girokonto hat, die Eltern Teilzeit arbeiten gehen können und auch Zeit für die Kinder haben, und dass man in einen Kachelofen und ins Energiesparen investieren konnte. Mit dem ersparten Geld wollen sie im kommenden Jahr ein Hochbeet im Garten anlegen. Denn selbst gezogenes Gemüse ist ja doch das Beste. Die Kinder lernen dabei die Gartenarbeit und sind draußen in der Natur. Und jetzt ziehen sie mit dem Räucherkessel voll duftendem Fichtenharz noch durch den winterlichen Garten und ums Haus. Es beginnt wieder zu schneien, das Holzfeuer knistert im neuen Ofen. Schön ist es geworden, dieses Weihnachten. Romantisch, schön und still.

AMW

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Kultur · Neues aus Österreich

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