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Die Wahrheit des Wortes

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Frau Merkel und ihre Helden der Euro 2008

13. Juni 2008

Der heutige Tag hat etwas von Katerstimmung. Es gab ein Gewitter im Sommermärchen. Deutschland hat bei der Euro 2008 im österreichischen Klagenfurt 2:1 gegen Kroatien verloren und damit kommt es nun zu einem ersten Endspiel in Wien. Irgendwie hatte man es sich, aus deutscher Sicht, etwas anders mit dem Endspiel in Wien vorgestellt. Aber Dinge müssen nicht immer zwangsläufig so laufen, wie man denkt. Das dürfte sich gestern Abend wohl auch Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gedacht haben. Sie hatte Stunden zuvor noch deutsche Leistungsträger, wie zum Beispiel Kevin Kuranyi, Miroslav Klose, Oliver Neuville, Mario Gómez und Lukas Podolski gelobt. Heute weiß man, dass man sich auf zu mindestens einige dieser Leistungsträger nicht verlassen sollte. Gestern zeigte sich wieder ein Mal, welche Folgen Überheblichkeit haben kann. Aber dieses Sportgroßereignis zeigt noch weitere Parallelen mit der deutschen Wirtschaft und Politik.

In welches Land gehöre ich noch gleich?

Diese Zusammenhänge scheinen glasklar. Es geht um Globalisierung und Erfolg und dies gilt für alle drei der genannten Bereiche. Aber sowohl im Sport, wie auch in der Wirtschaft und Politik, zeigt sich auch immer wieder, dass nicht alles Gold ist was glänzt und das vieles bis in die völlige Lächerlichkeit überzogen wird. Als solche muss man wohl auch das Verhalten von Spielern, wie zum Beispiel Lukas Podolski (einer der von Frau Merkel (CDU) gelobten Leistungsträger und dreifacher EM-Torschütze), Hakan Yakin (Torschütze der Schweiz gegen die Türkei) oder auch Niko Kovac (gebürtiger und laut eigener Aussage überzeugter Berliner) einstufen. Denn alle haben das wirkliche Jubeln, die Freude in der Öffentlichkeit verlernt oder verzichten darauf. Der Grund hierfür ist, man will es sich nicht mit dem Heimatland, dem Geburtsland oder sonst wem verscherzen oder kurz gesagt, man will es jedem Recht machen. Wie die Bundesregierung. Ein Beispiel. Man trifft sich halbwegs inoffiziell mit dem Dalei Lama aber erfreut sich als Exportweltmeister bester Geschäfte mit China.

Die Euro 2008 ist auch von Schiedsrichterfehlentscheidungen geprägt und man sollte hoffen, dass es wirklich menschliches Versagen ist und sich nicht, wie schon häufiger im Fußball, später rausstellt, dass es um Manipulation ging. Denn auch hier haben wir eine Parallele zu mindestens zur Wirtschaft. Auch hier werden Erfolge oftmals, wie nicht zu letzt die Schmiergeldaffären immer wieder gezeigt haben, gekauft. All dies hat dann weniger mit Leistung und Talent, als viel mehr mit einem Defizit an Moral und Ethik, zu tun. Die scheinheiligen Aufrufe in Sport, Wirtschaft und Politik müssen für die Unterlegenen oftmals wie der pure Hohn klingen. Denn allzu häufig stammen diese Aufrufe, aus genau den Personenkreisen, die für solche Machenschaften verantwortlich sind und auch dies gilt für alle genannten Bereiche und führt zu einer nicht fairen Verzerrung von eigentlich oftmals klaren Sachverhalten.

Lehmann ist das Volk des Fußballs

Aber es steht auch fest, man braucht immer einen Schuldigen und war es in der deutschen Nationalmannschaft immer wieder gerne Jens Lehmann, muss für diesen Posten in der deutschen Volkswirtschaft gerne der Konsument herhalten. Denn der durchschnittliche Konsument unternimmt einfach nichts gegen die anhaltende Flaute der Binnenkonjunktur in Deutschland. Eine Folge dessen kennen wir alle, es ist die Abhängigkeit vom Titel des Exportweltmeisters. Sollten wir diesen Titel jemals verspielen, hätten wir ein richtig massives Problem. Es darf aber festgehalten werden, dass diese Kritik oftmals genauso haltlos ist, wie die gegen den Keeper der deutschen Nationalmannschaft. Denn, der immer wieder hervorgehobene Erfolg der deutschen Wirtschaft, kommt bei rasant ansteigenden Preisen für zum Beispiel Lebensmittel und Energie oftmals gar nicht beim Konsumenten an. Da stellt sich die Frage mit welchen Mitteln er die Binnenkonjunktur in Fahrt bringen sollte.

Aber auch dies ist eine Gemeinsamkeit der drei genannten Bereiche. Die Menschen die für Erfolge zuständig sind, wie zum Beispiel viele Menschen in diesem Land die durch ihre harte Arbeit erst dafür sorgen das wir Exportweltmeister sind, werden von denen kritisiert, die ihre Leistung oftmals nicht bringen. Denn immer wieder werden neben Schmiergeldaffären und Bespitzelungsattacken in der deutschen Wirtschaft, auch gravierende kaufmännische Fehler in der Führungselite dieses Landes klar. Die dadurch entstehenden volkswirtschaftlichen Schäden, werden dann aber immer wieder gerne unter den Teppich gekehrt bzw. als so etwas wie höhere Gewalt eingestuft. Es hat doch immer wieder den Anschein als würde eine faire Welt anders aussehen in der Politik, in der Wirtschaft aber eben auch im Sport.

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Kategorie: Europa · Free Tibet · Gesellschaft · Neues aus Österreich · Politik · Sport · Wirtschaft

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