FraGEZeichen
2. September 2011
Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) mit Sitz in Köln versucht mit den verschiedensten Wortspielen und ähnlichem ihr Image zu verbessern und dies scheint auch mehr als notwendig zu sein, zählt man doch nicht gerade zu den beliebtesten Unternehmen in Deutschland, um es einmal ganz vorsichtig zu formulieren. Natürlich kommt dieses übermäßig schlechte Image nicht durch Zufall und man kann scheinbar an vielen Stellen auch behaupten, dass es durchaus berechtigt ist, denn im Zusammenhang mit der GEZ kommen doch sehr viele FraGEZeichen auf. Auf dieser journalistischen Internetplattform mussten man sich auch immer wieder mit diesem Thema auseinandersetzen und es ist eines der Topthemen, wenn es um die Resonanz bei den Lesern geht, denn zur GEZ hat fast jeder eine Geschichte zu erzählen und diese sind meistens doch ziemlich absurd und man fragt sich immer wieder, ob dies wirklich möglich ist und die Antwort ist in den meisten Fällen erschreckenderweise, dass es möglich ist. Es ist auf der einen Seite die Art, wie die zu entrichtenden Gebühren eingetrieben werden bzw. welche Begründungen es für die GEZ-Gebühr alles gibt, auf der anderen Seite ist es aber auch die Leistung, die man dafür erhält, die manch Einem nur noch FraGEZeichen sehen lässt.
Gerät ist vorhanden
Ein guter Freund der Redaktion formuliert es einmal so, er ist kinderlos und wolle nun Kindergeld beantragen, auf der Grundlage, dass das Gerät schließlich vorhanden sei und er somit theoretisch zu Kindern kommen könnte. So ähnlich verhält es sich tatsächlich auch mit der GEZ-Gebühr. Der Redaktion ist zum Beispiel ein Fall bekannt, wo ein defektes Fernsehgerät im Keller stand, da es noch nicht entsorgt werden konnte und man trotzdem auf die GEZ-Gebühr bestand, da man diesen Defekt theoretisch hätte beheben können und das vorhandene Gerät dann auch hätte nutzen können. Man hat natürlich bei solchen Sachverhalten schon ein komisches Gefühl und fragt sich, was dies alles soll und man muss sagen, es wirkt immer wieder, wie mit manchen Steuergesetzen in Deutschland, die ebenso fraglich sind. Nun haben sich die Zeiten verändert und auch der tägliche TV-Genuss, was auch immer man darunter verstehen mag, verlagert sich mehr und mehr ins Internet und auch hier gilt der Grundsatz, wenn ein Gerät vorhanden ist, muss gezahlt werden. Dies bedeutet, hat man ein internetfähiges Endgerät, vom Laptop bis hin zum Smartphone, werden Gebühren fällig, da man die Möglichkeit hat, die betroffenen Sender über das Internet zu empfangen. Wie in vielen anderen Lebensbereichen auch, führt das Internet auch hier zu Problemen und man hat auch schon Lösungsansätze bei der GEZ und man ist kaum überrascht, was diese für die Menschen in Deutschland bedeuten.
Sind die zu zahlenden Beiträge im Moment noch Geräte abhängig, möchte man hier auf eine Kopfpauschale hinaus. Man könnte diese dann vielleicht so begründen, dass man sagt, jeder der einen Kopf hat, denkt vielleicht darüber nach, einmal TV, Radio oder ähnliches zu konsumieren. Klingt abwegig aber dies ist, wie bereits erwähnt, nichts überraschendes bei der GEZ. Man könnte auf Grund der technischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte die Chance natürlich auch nutzen einmal ausreichend darüber nachzudenken, die GEZ-Gebühr und damit auch die GEZ selbst abzuschaffen, da sie doch oft genug einfach nicht mehr zeitgemäß erscheint. Da diese Gebühr aber ähnlich eingestuft werden kann, wie Steuern, wird diese Diskussion nicht wirklich angestoßen und schon einmal gar nicht bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, sind die es doch, die davon profitieren. Es sieht aber natürlich so aus, dass sich nicht nur die Technik in den letzten Jahrzehnten massivst verändert hat, sondern die Medienlandschaft ganz allgemein und diesen Wandeln, der scheinbar zu immer mehr Ablenkung und Unterhaltung führt, wurde auch von den öffentlich-rechtlichen Sendern mit vollzogen und diese unterscheiden sich in der heutigen Zeit an vielen Stellen kaum noch von den Privatsendern. Es ist aber genau diese Unterscheidung, die eine Begründung für die Art dieser Zwangsabgabe darstellt. Man sieht auch an dieser Stelle, dass es längst überfällig ist, dieses gesamte Konstrukt in Frage zu stellen. Auch an dieser Stelle muss ein große öffentliche Diskussion stattfinden.
AusGEZahlt
Die angesprochenen technischen Veränderungen bieten natürlich auch große Möglichkeiten, die weit über eine Pauschalisierung, wie sie mit einer Kopfpauschale stattfinden wird, hinaus gehen. Schaut man sich die Angebote der Privatsender im Internet an, stellt man fest, dass hier vieles Geld kostet und man für einzelne Sendungen bezahlen muss. Man fragt sich, warum man diesen Weg nicht zum Beispiel auch bei der GEZ beschreitet und ganz offiziell eine Art öffentlich-rechtliches Pay-TV einführt und wenn man Nachrichten sehen möchte, an Wirtschaft interessiert ist oder einfach nur den letzten Tatort sehen möchte, muss man dafür eben bezahlen. Natürlich würden sich hier Sender, wie zum Beispiel ARD und ZDF, einem direkten Wettbewerb aussetzen aber in einem als freie Marktwirtschaft deklarierten Deutschland, wäre dies nur fair und angemessen. Offensichtlich scheut man sich allerdings vor einer Änderung in dieser Richtung und dies lässt natürlich einen einfachen Verdacht aufkommen und zwar, dass man sich mit dem Angebot am heutigen Medienmarkt für nicht mehr konkurrenzfähig hält. Die Besonderheiten mit denen man die GEZ-Gebühr immer wieder erklärt hat, scheinen doch immer weniger zu zutreffen, was dann eben ein weiteres großes FraGEZeichen aufkommen lässt. Wenn die Unterscheidungsmerkmale zu den Privatsender immer mehr verschwinden, ist dies ein allgemeines Problem. Wenn sich die Medienlandschaft immer mehr in eine Richtung bewegt in der es scheinbar immer seltener um freie und unabhängige Information und eben immer mehr um Ablenkung und Unterhaltung geht, führt dies zu einer ganz eigenständigen Diskussion. Passt man sich diesem Weg allerdings immer mehr an, sollte dies doch bitte gebührenfrei geschehen und es sich langsam ausGEZahlt haben.
Es geht bei der GEZ-Gebühr auch darum Sparten zu bedienen, die nur eine Minderheit interessiert. Ein ebenso wichtiger, wie auch richtiger Ansatz aber auch dies wäre über eine Art Pay-TV machbar, in dem man, unter der Maßgabe der Konkurrenzfähigkeit, die Überschüsse aus den Quotenbringern auf diese anderen Bereiche verbucht. Die Verbuchung der heutigen Einnahmen ist übrigens auch ein Gebiet, welches immer wieder zu FraGEZeichen führt. So gab es gerade erst Urteile in einem Fall im Osten des Landes in dem es um massive Unterschlagung ging und man fragt sich bei diesem riesigen Geflecht an Produktionsfirmen und ähnlichen so oder so oftmals, ob intern wirklich noch ein Überblick besteht, wo die eingenommenen Gelder so alles hinfließen. Man kann wohl sagen, dass kaum jemand wirklich versteht, was sich hier abspielt. Es ist natürlich nicht gut, wenn man für etwas bezahlen soll, was man nicht im Ansatz versteht und auch hier wäre wesentlich mehr Transparenz von Vorteil aber auch hier kommt der Verdacht auf, dass genau dies nicht gewollt ist und man fragt sich, warum dem so ist. Man lebt ganz allgemein in einer großen Zeit des Wandels und dieser Wandel ist oftmals nicht positiv für die Bürger im Land, da wäre es doch einmal wirklich ein guter Ansatz mit der Abschaffung der GEZ-Gebühr und in der Folge natürlich mit der Auflösung der GEZ ein gutes Zeichen für die Bürger im Land zu setzen. An dieser Stelle muss man natürlich auch anmerken, dass die GEZ selbst einen riesigen Kostenapparat darstellt, dessen Gelder man dann auch wieder sehr gut in die Programmgestaltung einfließen lassen könnte. Es wird sehr deutlich, wie wichtig auch hier eine breite, öffentliche Diskussion ist, damit all die FraGEZeichen endlich verschwinden.
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Bis jetzt 3 Kommentare ↓
1 Hubert König // 4. Sep 2011 at 18:21
Um’s Himmels Willen!!!!!
Was soll den nach der Abschaffung der GEZ mit all den Söhnen und Töchtern der TV-Macher werden, wenn nich Moderator oder zumindest GEZ-Administrator
2 Der BALLacker » GEZ-Gebühr für den FCB? // 23. Jan 2012 at 08:49
[...] Bei der ARD, für deren Unabhängigkeit man immerhin eine Art Zwangsabgabe in Form der GEZ-Gebühr bezahlen muss, hatte man allerdings über weite Teile wieder ein ganz anderes Gefühl, [...]
3 Der BALLacker » Wir fahren nach Berlin!!! // 22. Mrz 2012 at 10:04
[...] dann beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen auch gleich von der vermeintlich, durch GEZ-Gebühren finanzierten, Unabhängigkeit, die am Mittwoch auf der ARD wieder nicht zu finden war, was [...]
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