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Die Wahrheit des Wortes

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Frächter-Crash in Österreich

23. Februar 2009

Die Spediteure und Frächter in Österreich trifft die Krise in voller Länge. Ein von der Österreich-Redaktion durchgeführtes Blitzlicht in der Branche zeichnet ein verheerendes Bild. Trotz günstiger Trucks bei Neukauf investiert kaum jemand, und wartet ab. So wird auch die Insolvenz von Saab und die drohende Insolvenz von Opel bei österreichischen Transportunternehmen spürbar sein.

Triste Situation bei Frächtern und Speditionen. Das Blitzlicht bei den Frächtern und Spediteuren im Bezirk Liezen ist bezeichnend für das gesamtösterreichische Bild. Viele legen ihre Flotten zum Teil still. Die Großen haben da schon mal an die fünfzig bis sechzig Fahrzeuge stehen. Jene die verkaufen und abspecken wollen, bringen ihre Trucks nicht mehr an. Der Preisverfall ist eklatant. Neue Zugmaschinen bekommt man schon mit vierzig Prozent Nachlaß. Doch diese Kaufanreize ziehen kaum. Investitionen halten die Transportunternehmen zurück und auch die LKW-Händler zögern beim Einkauf gebrauchter Maschinen. Ist das Frachtunternehmen ein Kleinunternehmen, kriselt es umso mehr. Diese haben sich zumeist einem oder nur zwei Hauptkunden verschrieben, die nun den Preis drücken. So lange, bis es unwirtschaftlich ist. Und schon ist der kleine Transportunternehmer am Pannenstreifen seiner Unternehmertätigkeit angelangt. Abschleppen hilft dann nichts mehr. Denn wohin soll die Reise gehen, wenn man bei dreißig Prozent unter dem Preis zum Vorjahr fahren soll? Wolfgang Herzer, Frächter Vertreter von Österreich, meint im Interview zum Kurier dazu passend: “Ohne Eigenkapitaldecke wird es ein langfristiges Überleben bei so manchem Frächter kaum geben.”

Baubranche und Automotive reißt Transporteure mit sich. Wenn nicht das Konjunkturpaket der Regierung – das ja noch immer nicht in Kraft ist, obwohl es im Herbst 2008 beschlossen wurde! – schleunigst umgesetzt wird, darf man auch auf Einbußen in der Baubranche gefasst sein. Diese werden nämlich die Frächter ebenso hart treffen. Und wenn dann die paar wenigen Großen ins Ausland gehen, ihre Flotte “ausflaggen” (so heißt das im Jargon der Branche), dann verliert der Fiskus noch einmal. Das scheint den politischen Entscheidern in diesem Land völlig unbewusst zu sein. Jeder LKW bringt dem Staat satte 55.000 Euro an Steuern im Jahr, so Wolfgang Herzer. Bei einem größeren Speditionsunternehmen, in dem jetzt 50 Trucks stehen, sind das gleich mal 2,75 Mill. Euro pro Jahr an Steuerausfall. Und Wolfgang Herzer hofft, dass sich der Prozentsatz an Pleiten in der Frächter- und Speditionsbranche in diesem Jahr nicht im zweistelligen Bereich abspielt. Die Einbußen im internationalen Verkehr sind bereits mit zwanzig Prozent spürbar und deren Tendenz ist steigend. Denn vom Rückgang bei der produzierenden Industrie sind besonders die Frächter in Oberösterreich und in der Steiermark betroffen.

AMW

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Neues aus Österreich · Politik · Wirtschaft

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