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Die Wahrheit des Wortes

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FDP – Fußball Deutschland Politik

21. September 2011

Den allgemeinen, politischen Geschehnissen in Deutschland angemessen, sollte hier eigentlich ein Artikel erscheinen, dessen Überschrift fragt, ob Politik nur noch ein Spiel ist oder ob die Türkei demnächst die Europäische Union (EU) rettet? Man muss allerdings sagen, dass es durch eine Aussage des Bundeswirtschaftsminister und FDP-Chef Philipp Rösler (FDP) ganz anders kommen sollte, denn er machte in Folge der gravierenden Schlappe bei den Wahlen in Berlin ein Statement, welches alles erklärte und Grundlage für die hier gewählte Überschrift ist. Natürlich fragt man sich, was bei solchen Aussagen wohl durch den Kopf eines so hohen Politikers geht. Ist er betäubt dadurch, dass aus dem Projekt 18, welches seine Partei einst verfolgte, mittlerweile das Projekt 1,8 wurde? Hält er Fußball wirklich für angemessen, um es mit den politischen Fragen die Deutschland im Moment so massiv beuteln, zu vergleichen? War es vielleicht gar nur ein PR-Gag für Hannover 96? Oder ist es der Schock darüber, dass mittlerweile, wie Berlin gezeigt hat, mehr Menschen die NPD, als die FDP wählen? Egal wie die Antworten auf diese Fragen aussehen mögen, steht fest, dass die FDP ein ganz massives Problem hat, welches es in dieser Form in der Parteigeschichte auch noch nie gegeben hat und dies sollten doch eigentlich, spätestens nach Berlin, alle in der FDP realisiert haben.

Kinder an die Macht
Der Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) meinte tatsächlich in Bezug auf die Frage nach dem Bruch der Koalition bzw. nach Neuwahlen auf Bundesebene, die Situation mit dem Bundesligaverein, seinem Heimatverein Hannover 96 vergleichen zu müssen der am 6. Spieltag gegen den amtierenden Deutschen Meister Borussia Dortmund einen 1:0-Rückstand in den letzten drei Spielminuten noch in einen 2:1-Sieg wandeln konnte. Was will dem Wähler so etwas sagen? Politik ist nichts anderes als Fußball und die Bundesregierung ist ein Erstligaclub? Wer solche Vergleiche zieht, sollte eigentlich froh sein noch 1,8 Prozent zu erhalten. Wenn man sich auf ein solches Niveau begibt, darf man nicht überrascht sein, wenn in Sozialen Netzwerken Kommentare auftauchen, die besagen, dass ein so junger Bundeswirtschaftsminister, wie Philipp Rösler (FDP), dem Klassiker von Herbert Grönemeyer `Kinder an die Macht` eine ganz neue Bedeutung geben würden. Scheinbar ist dies aber der Stil, den man sich bei den Regierenden im politischen Berlin wünscht. Allerdings, und auch dies belegt das Wahlergebnis in Berlin deutlich, wo man es gerade noch vor die Tierschutzpartei schaffte, sehen die Wähler, auch wenn es nur noch eine knappe Mehrheit der Wahlberechtigten sind, Politik schon noch als eine Sache an in der sehr viel Ernsthaftigkeit sein sollte und die nicht mit einem Sonntagsspiel in der Bundesliga zu vergleichen ist.

Die Probleme, die allein Deutschland in diesen Stunden und Tagen zu bewältigen hat, sind gewaltiger, als manch einer meinen mag. Denn eine Insolvenz Griechenlands, die letztendlich jetzt schon so faktisch ist, wie der Staatsbankrott der USA, nur ebenfalls auch noch nicht offiziell verkündet wird, hätte auch massive Folgen für Deutschland. Was massive Probleme für Deutschland bedeutet, sieht man sehr schön, wenn man sich den Kahlschlag im Sozialstaat in Deutschland ansieht. Politiker und Wirtschaftsbosse werden auf dem ein oder anderen Wege auch durch dies Krise kommen, für den Rest bedeutet es mehr Eigenverantwortung zeigen, dies bedeutet noch mehr Arbeit, um menschenwürdig überleben zu können und immer mehr aus der eigenen Tasche leisten zu müssen oder aber auf der Strecke zu bleiben und in die völlige Armut abzurutschen. Wenn man sich nun noch überlegt, dass man an dieser Stelle nur über den Kontext zwischen Deutschland und Griechenland spricht und noch gar nicht über das offensichtlich immer näherrückende Ende des Euros und das daran gekoppelte Ende der Europäischen Union (EU) gesprochen hat, sehnt man sich schon nach mehr Ernsthaftigkeit in der Politik aber auch in den Medien und hier vor allem in den etablierten Massenmedien, denn auch die spielen gerade im Moment eine nicht ganz unbedeutende Rolle.

Rettet die Türkei die EU?
Ulrich Deppendorf kommentierte am Montag auf der ARD im Namen des WDR die politische Lage in Deutschland so, dass hier durch die Hintertür schon auch das Thema Neuwahlen ins Spiel gebracht wurde. Anstatt ein solch fatales Thema einfach zu ignorieren, wie man es mit manch anderer Nachricht sonst auch tut, ein solch hohes Maß an Unsicherheit und Unruhe, wie es Neuwahlen im Moment mit sich bringen würden, aufs Tablett zu bringen, lässt weiter den Verdacht zu, dass Deppendorf meint Kommentare für ein Deppendorf erstellen zu müssen. Berlin hat gerade gezeigt, dass Deutschland allerdings kein reines Deppendorf ist. Diese Art der scheinbaren Politikgestaltung durch die etablierten Massenmedien braucht in Deutschland kein Mensch. Hier warten ganz andere Probleme, zum Beispiel ein Staatenbündnis, welches mit unvorhersehbaren Folgen droht auseinander zu brechen. Aber vielleicht gibt es auch bei diesem Zug, der auf den Abgrund zu donnert, so etwas wie eine Notbremse. Denn genau in dieser großen Not besucht der türkischen Staatspräsident, Abdullah Gül, Deutschland, bevor kurz danach Papst Benedikt XVI. die Republik rocken sollte, soll den Kirchen nicht irgendwann einmal jeglicher Nachwuchs ausgehen. Der Besuch von Gül, könnte aber noch bedeutsamer werden, als der des Papstes, denn immerhin ist die Türkei auf dem Vormarsch, wo man sich bei den Kirchen schon einmal fragen muss, ob dies hier auch nur im Ansatz der Fall ist. Diese Fragestellung ist natürlich spätestens seit den Bildern vom Weltjugendtag in Madrid, als rhetorisch einzustufen.

Zurück zum Staatsbesuch von Abdullah Gül. Die Türkei wandelt sich bzw. hat einen Großteil dieses Wandels schon vollzogen. Dies ist erst einmal ein wertfreier Fakt. Die Türkei ist natürlich auch die direkte Brücke zwischen Europa und Asien, auch dies sollte man niemals unterschätzen, genauso wenig wie ein Wirtschaftswachstum von zehn Prozent, wo man in Deutschland trotz allen Konjunkturmärchen für alle nur von träumt. Wer weiß, vielleicht ist es irgendwann einmal die Türkei, die nicht mehr bettelt in die EU aufgenommen zu werden, sondern sich als das Land zeigt, welches das Staatenbündnis retten könnte. Man sollte nur für diesen Fall auch einkalkulieren, dass dann von hier Bedingungen gestellt werden könnten und die könnten dann so geartet sein, wie man sie aktuell schon aus anderen Ecken Asiens kennt. China zum Beispiel, vertritt immerhin die Meinung, dass Demokratie keine Menschen ernährt. In diesen Tagen ist es wichtig wachsam zu sein und sich mit den Details zu beschäftigen, die wirklich wichtig sind und wenn dann alles richtig gut läuft, kann man sich auch noch dem Fußball in Hannover, Dortmund oder sonst wo widmen. So lange Dinge nicht gut laufen, und 1,8 Prozent deuten genau daraufhin, sollte man die Reihenfolge, vielleicht drastisch anders gestalten, als sie hier in dieser Überschrift gewählt wurde. Für Menschen die weiterhin meinen, es anders sehen zu müssen, empfiehlt sich vielleicht, gerade auch im Kontext ihrer eigenen Ausbildung, sich einfach als Mannschaftsarzt bei Hannover 96 zu bewerben und nicht mehr die Hauptverantwortung für die Wirtschaftspolitik in der Bundesrepublik Deutschland zu tragen.


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