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Die Wahrheit des Wortes

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Fakten der Armut

21. Juli 2011

Auch hier wird immer wieder darüber berichtet, dass die Armut in Deutschland immer größer wird und damit natürlich auch die Spaltung der Gesellschaft immer massivere Formen annimmt. Nun häufen sich im Moment auch die Fakten, die dies untermauern. Zuletzt erst rügten die Vereinten Nationen Deutschland in diesem Kontext und nun sorgen neue Zahlen zum Thema Armut für weiteres Kopfschütteln. Denn eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsförderung (DIW) belegt erschreckende Vermutungen, wie die Berliner Zeitung jetzt mitteilte. Ganz vereinfacht ausgedrückt muss man sagen, dass Geringverdiener massive Einkommenseinbußen zu verzeichnen haben, während Besserverdiener noch immer Einkommenszuwächse verzeichnen. Dies ist aber natürlich nur ein kleiner Ausschnitt eines Problems, welches noch immer täglich wächst und von der Politik und hier vor allem von der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) scheinbar vernachlässigt bzw. noch gefördert wird. Denn genau der Sektor, der hier von sinkenden Löhnen betroffen ist, wächst fleißig und es scheint so, als sei all dies auch so gewollt. Man fragt sich dann natürlich, wann Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gedenkt Armutsbekämpfung zur Chefsache zu machen oder ob sie auch zukünftig nur eine Kanzlerin für einen Teil der Bevölkerung sein will.

Kein Jobflaute?
Die oben angesprochene Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsförderung (DIW) zeigt deutlich, wie massiv die Einkommenseinbußen sind und wenn man sich vor Augen hält, dass man in der Spitze von Einkommensverlusten von bis zu 22 Prozent in der Zeit von 2000 bis 2010 spricht, ist dies fast ein Viertel des Einkommens. Die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) lobt auch immer wieder den Aufschwung und die positiven Auswirkungen dieses auf den deutschen Arbeitsmarkt. Vergisst sie dabei vielleicht, dass sie auch Bundessozialministerin dieses Staates ist? Denn das Soziale scheint in diesem Land gerade beerdigt zu werden, mehr Eigenverantwortung heißt es dann immer. Was haben die Menschen von immer mehr Jobs, von denen man schon lange kein menschenwürdiges Leben mehr führen kann? Viele Menschen brauchen mittlerweile sogar schon mehrere Jobs, um überhaupt über die Runden zu kommen. Natürlich muss man sich bei dieser Form der Eigenverantwortung von Familienleben oder gar Freizeit verabschieden und dies kann man wohl kaum als sozial ansehen. Der Bereich, der Jobs der in Deutschland boomt, brilliert vor allem durch massive Einkommenseinbußen, dies gilt übrigens auch noch für die mittleren Gehälter. Im Klartext bedeutet dies nichts anderes, als dass man auf dem Weg ist, ein Billiglohnland zu werden.

Sollte dies etwa das heimliche Ziel der Bundesregierung sein? Man darf wohl davon ausgehen, dass dies nicht im Interesse der Wähler war, die diese so genannte Tigerentenkoalition an die Macht gebracht hat. Man sieht an diesen Zahlen aber eben auch ganz deutlich, dass der großartige und immer wieder gern gelobte Aufschwung in Deutschland an immer mehr Menschen spurlos vorbei geht. Dies bedeutet unterm Strich nichts anderes, als dass die große Masse für den Wohlstand und die Gewinnmaximierung einer kleinen, vermeintlichen Elite zu sorgen hat. Dies wiederum bedeutet, dass viele Mensch sich dafür jeden Tag abackern, dass es einigen Familien immer besser geht. Die Konsequenzen eines solch unfairen Gesellschaftsbild, sieht man übrigens im Moment in der arabischen Welt mit dem arabischen Frühling sehr deutlich. Man kann sich nun denken, was dort bei dem bislang eingeschlagenen und scheinbar in weiten Teilen von der westlichen Welt forcierten Kurs, am Ende des Tages stehen wird. Die Familien, die dann die Ernte einfahren werden, werden sich ändern und nicht mehr Gaddafi oder Mubarak heißen aber das Prinzip wird wohl beibehalten, denn letztendlich sieht es im Westen gar nicht so anders aus. Es ist erschreckend, eine solche Nähe zu denen erkennen zu müssen, die man doch angeblich in der westlichen Welt und damit natürlich auch in Deutschland, so ablehnt. So muss man sich in diesem Tagen eben wohl auch fragen, wessen Kanzlerin Frau Merkel (CDU) nun eigentlich ist.

Konjunkturbremse Euro
Wenn man an dieser Stelle aber noch einmal ganz punktgenau auf die deutschen Probleme blickt, stellt man schnell fest, dass man gerade einmal am Anfang einer ganzen Problemkette steht. Die Studie des DIW hat natürlich auch gezeigt, wer von der Weltwirtschaftskrise profitiert hat und man darf annehmen, auch noch weiter profitieren wird. Man sollte Politikern und vor allem Experten aus der Wirtschaft übrigens nicht glauben, wenn sie immer wieder das Ende der Krise verkünden, denn gerade auch der Westen steckt noch voll drin, im tiefen Sumpf der Weltwirtschaftskrise und der Untergang des Euros ist da nur ein Indiz. Selbst Kanzlerin Merkel (CDU) mahnt mittlerweile schon, wie sich die Probleme Griechenlands auch ganz schnell auf den Rest der Eurozone und damit am Ende des Tages natürlich auch auf Deutschland auswirken könnten. Wenn der aktuelle Zustand in der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt die große Konjunktur zeigt, mag man sich gar nicht vorstellen, was es bedeutet, wenn diese aussetzt. Es würde wohl zu einem noch schnelleren Anstieg der Armut im Land führen und somit natürlich auch wieder die Spaltung der Gesellschaft antreiben, während sich die Meister des globalisierten Raubtierkapitalismus auch dann noch die Taschen voll stopfen werden. Solche Szenen zeigen natürlich auch, warum der Begriff Gerechtigkeit in Deutschland immer mehr zum Fremdwort wird.

Der Anteil derer, die in Zukunft betroffen sein werden, steigt natürlich weiter an und dies dürfte noch massiver werden, wenn das Ende des Euros in der bisherigen Form Fakt wird. Die Beteuerung der Regierung unter ihrer Chefin Angela Merkel (CDU), dass dies nicht passieren wird, dürften übrigens nicht sehr glaubwürdig sein, erklärte sie doch auch schon, dass die Rettung Griechenlands eigentlich kein Geld koste, da es nur um Bürgschaften und ähnliches gehen würde. Mittlerweile musste man sich auch schon von diesen Einschätzungen, die wohl klarer Fehleinschätzungen waren, verabschieden. All die hier geschilderten Fakten der Armut in Deutschland haben übrigens auch den Nachteil, dass sie sich natürlich negativ auf die Binnenkonjunktur auswirken werden, da steigende Armut auch weniger Konsum bedeutet, was die Spirale nach unten auch wieder beschleunigen wird und Deutschland noch exportabhängiger machen wird. Wobei die Kanzlerin natürlich bemüht ist den Export ordentlich anzukurbeln, wie die jüngsten Diskussionen zum Thema Waffenexporte von Saudi-Arabien bis Angola gezeigt haben. Man sollte im politischen Berlin allerdings einmal ernsthaft darüber nachdenken, ob es nicht ein sinnvollerer Weg wäre in Deutschland endlich einmal nachhaltig die Armut zu bekämpfen, anstatt die Welt mit Waffen zu versorgen.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Laurenf // 21. Jul 2011 at 09:08

    willkommen im club, deutschland;-) in österreich ist es genau so. in vielen jobs, wo früher wohlgemerkt gut gezahlt wurde, werden diese mitarbeiter abgebaut, die neuen verdienen die hälfte(!) wo immer möglich werden qualifizierte abgebaut, durch billige junge ausgetauscht u.s.w.
    ergebnis: viele menschen sind demotiviert weil nicht leistungsgerecht bezahlt und behandelt, haben umgekehrt aber angst, diesen arbeitsplatz zu verlieren weil die perspektiven allgemein miserabel sind..brennen aus, werden krank, kosten den staat und den arbeitgeber geld..
    bringt dem arbeitgeber nicht, weil ein solcher mitarbeiter keine optimalen ergebnisse erzielt, bringt der wirtschaft nichts, weil jemand der grade mal seine fixkosten bezahlt kein geld in die wirtschaft investiert..

    bei uns kommen dann so vorschläge von einer wirtschaftskammer, doch die feiertage alle auf sonntage zu verlegen.
    vielleicht fällt deutschland ja was sinnvolleres ein!

Schreib was dazu