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Die Wahrheit des Wortes

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Es wird kalt in Deutschland

6. September 2010

Ausnahmsweise soll es in diesem Artikel in der Hauptsache nicht um die soziale Kälte gehen, die sich in Deutschland natürlich auch mehr und mehr ausbreitet, sondern um die tatsächliche Kälte im Bezug auf das Klima. Wenn Ende August bzw. Anfang September die Temperaturen in der Nacht nur noch ein paar Grad vom Gefrierpunkt entfernt sind und am Tage nur mit viel Mühe die 20 Grad erreicht werden, hat dies weder etwas mit Hochsommer noch mit Spätsommer zu tun. Haben wir gerade erst einen langen und harten Winter hinter uns, der bis weit ins Frühjahr reichte, war es alles in allem auch ein eher bescheidener Sommer, wenn man einmal vom Wetter während der Fußball-WM in Südafrika absieht. Es scheint sich doch immer mehr ein Trend abzuzeichnen, der nicht gerade für eine nachhaltige Erwärmung in Deutschland spricht, wie vermeintliche Experten eine ganze Weile lang versuchten zu verkaufen.

Kein Frühling und kein Herbst
Hatte man in diesem Jahr zum Teil das Gefühl, dass es vom eiskalten Winter direkt in einen sehr heißen Sommer zur Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika übergehen würde, scheint es sich nun ähnlich schnell wieder in Richtung Winter zu bewegen. Denn schon seit einigen Wochen fühlt sich das Wetter eher an wie im Herbst, als wie im Hochsommer und man stellt fest, dass der Sommer tatsächlich sehr kurz war und nun steht man Nachts teilweise schon kurz vor dem Gefrierpunkt und Erkältung ist in den Medien schon ein großes Thema, denn es herrscht plötzlich Erkältungswetter. Außer das dies alles nicht sehr angenehm ist und wahrscheinlich auch von einigen vermeintlichen Experten gleich wieder als Erklärung für eine schlechter laufenden Wirtschaft herangezogen wird, sollte man es noch aus anderen Punkten genau im Auge behalten. Man darf davon ausgehen, dass sich die frühe Kälteperiode auch wieder auf den Energieverbrauch und damit auf die Heizkosten auswirken dürfte und hier wird es natürlich spannend.

Genau wie es scheinbar verfrüht war zu erklären, dass es in Deutschland in den nächsten Jahren im Schnitt wesentlich wärmer werden würde, ist es nun auch zu früh gleich die nächste Eiszeit herbei zu reden aber auch hier sollte man auf Trends schauen, denn sollte sich diese kältere Wetterlage über Jahre festsetzen, bedeutet dies natürlich einen Mehrbedarf an Energie und höhere Kosten, die man dann zum Beispiel bei den Sozialausgaben berücksichtigen sollte. Natürlich gibt es Menschen, wie zum Beispiel einen Thilo Sarrazin (SPD), die für solche Probleme ganz eigene Lösungsansätze haben, schließlich kann man sich in einer kalten Wohnung warm anziehen oder sich unter Decken vergraben aber dies dürfte beim Großteil der Bevölkerung nicht gut ankommen. Wobei auch genau auf dieser Ebene in den letzten Jahren, ganz unabhängig von der Klimaentwicklung, auch ein Trend zu entdecken ist, denn tatsächlich heizen viele Menschen weniger. Geschieht dies als ein Beitrag zur Einsparung von Energie, ist es sehr lobenswert, geschieht dies allerdings nur um Kosten zu reduzieren, sagt es viel über den Wohlstand im Land aus.

Wohlstand motiviert
Wenn man den ganzen Tag arbeiten geht und dann am Abend in Decken eingehüllt einen Film sehen muss, um die Heizkosten nicht explodieren zu lassen, motiviert so etwas natürlich nicht gerade, was die Arbeit angeht. Es gibt gewisse Fakten, die für eine gewisse Form von Wohlstand stehen und dazu zählt auch Wärme, wenn man sich diese immer schwerer leisten kann und sie auch der Staat scheinbar nur noch als bedingt notwendig ansieht, fühlt man im wahrsten Sinne des Wortes, wie der Wohlstand in Deutschland weniger wird. Wenn man aber auf der anderen Seite auch noch immer mehr leisten muss, kommen bei vielen Menschen Unbehagen und Frust auf, nicht um sonst steigen die Zahlen psychosomatischer Krankheiten immer mehr an. Auch hier muss es zu einem Umdenken kommen, denn Motivation baut man nicht über Drohkulissen oder ähnliches auf, wie man es mit dem immer radikaleren Kahlschlag des Sozialstaates versucht. Anstatt hier fleißig zu holzen, sollte man viel mehr auf der anderen Seite für Verbesserungen sorgen, denn Wohlstand motiviert.

Wenn man arbeitet und merkt das es sich lohnt, ist man auch gleich viel motivierter bei der Sache. Wenn es Ende August bzw. Anfang September teilweise schon so kalt wie im Spätherbst ist und man in den heimischen vier Wänden ganz entspannt die Heizung aufdrehen kann, ohne überlegen zu müssen, worauf man dafür verzichten muss, geht die Arbeit am nächsten Tag gleich viel einfacher von der Hand. In einer völlig globalisierten und vernetzten Welt, sollte man auch solche Fakten viel mehr berücksichtigen, denn hier kommen wir zu den wahren Problemen zukünftiger Generationen. Hier die passenden systemischen Antworten zu finden, wird eine sehr große Aufgabe, der man sich nicht früh genug stellen kann. All dies hilft zwar grundsätzlich nicht über einen vielleicht gerade einmal mittelmäßigen Sommer hinweg, macht ihn aber wesentlich erträglicher. Man merkt wie wichtig so banale Themen wie das Sommerwetter werden können, wenn man sie nur einmal in Kontexte zu den wirklich relevanten Themen des Alltags stellt.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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