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Die Wahrheit des Wortes

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Es war einmal der Sozialstaat Deutschland

23. Februar 2010

Es ist nichts wirklich Neues, dass in Deutschland der Sozialstaat immer weiter abgebaut wird aber nun scheint die Republik kurz vor der völligen Abschaffung dessen zu stehen, worauf man früher noch immer so große Stücke gehalten hat. Über dieses Thema ist hier am gestrigen Tag schon berichtet worden aber da das Thema immer weitere Kreise zieht, geht es auch jetzt noch einmal um das Ende des Sozialstaates. Es wird zum Teil so agiert, als sei in Deutschland jeder Bürger der staatliche Leistungen erhält gleich ein Schmarotzer, jemand der das System im Ganzen gefährdet. Was an dieser Stelle völlig untergeht ist die Tatsache, wie viele Menschen dieses gesamte System mit ihren Beiträgen unterstützen und wahrscheinlich niemals die Leistungen erhalten werden, die man ihnen immer vorgaukelt. Das Problem ist gar nicht die Minderheit, die dieses System mit Sicherheit auch ausnutzt, das Problem ist viel mehr das Versagen der Politik und Wirtschaft in diesem Land. Es ist auffällig, wie massiv man sich für die Vernichtung des Sozialstaates einsetzt, im Gegensatz dazu aber nicht engagiert daran arbeitet Arbeitsplätze zu schaffen von denen man menschenwürdig leben kann.

Mehr Armut gegen den Staatsbankrott
Gerade in den letzten Wochen hagelte es höchstrichterlichen Entscheidungen gegen die Hartz-Gesetze. In erster Linie bedeutet dies weitere riesige Löcher im Staatshaushalt und da merkt man schon, wo der Hase lang läuft. Denn jedem dürfte klar sein, dass dieser temporäre Zusammenhang zwischen den Urteilen aus Karlsruhe und immer lauter werdende Rufen nachdem Ende des Sozialstaates kein Zufall sind. Vielleicht sollte die Politik einmal damit beginnen sich mehr um die Binnenkonjunktur zu kümmern, sich mehr auf dieses Land zu konzentrieren, anstatt es der Wirtschaft immer schmackhafter zu machen Arbeitsplätze im Ausland zu schaffen, da dort auch die Märkte sind. Bevor man sich darüber auslässt, wer mit welchem Hintergrund, welche sozialen Leistungen empfängt, sollte man sich viel mehr darauf konzentrieren, dass es ausreichen Arbeit in Deutschland gibt von der man auch menschenwürdig leben kann. Ist dem nicht so, müssen die Menschen staatlich unterstützt werden oder man lässt die Armut auch weiterhin massiv anwachsen und fördert somit den weiteren Zerfall der Gesellschaft. Dies wird dann natürlich in der Folge auch bedeuten, dass dieser Staat immer instabiler wird.

Natürlich ist es eine Möglichkeit mit immer weniger Sozialleistungen Geld zu sparen und somit natürlich auch einem Staatsbankrott entgegenzuwirken aber man darf wohl annehmen, dass es erst noch viele andere Einsparungsmöglichkeiten, zum Beispiel in der Wirtschaft, gibt. Die Milliarden für die Banken zum Beispiel tauchen in diesem Zusammenhang meistens nicht auf. Auch hier muss die Frage gestellt werden, wer ein Schmarotzer ist und dem System durch sein Fehlverhalten wirklich massiv schadet. Es geht aber noch munter weiter, was ist mit den Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland, die jeden Tag hart arbeiten gehen, um zu leben oder auch oftmals einfach nur zu überleben und dann mit immer neuen Beitragserhöhungen, oftmals gekoppelt mit Leistungseinschränkungen, noch weiter nach unten gedrückt werden? Das Soziale soll immer mehr der Leistungsgesellschaft weichen, wenn man allerdings wirklich nach Leistung, nach Erfolg gehen würde, hätten wohl einige Menschen aus dem Bereich Wirtschaft und Politik in Deutschland, in Europa und letztendlich auf der gesamten Welt, ein riesiges Problem damit ihren Lebensstil zu erklären.

Heute schon in der Schweiz gewesen?
Wenn man den Zahlen trauen möchte, die im Moment im Umlauf sind, was Schwarzgeld in der Schweiz angeht, wird die Ungerechtigkeit auch noch einmal sehr deutlich. Redet man zum Beispiel bei Hartz-IV-Empfängern immer gerne von verschiedenen Verschärfungen der Sanktionen bei Missbrauch, bis hin dazu, dass manch einer scheinbar Zwangsarbeit in Deutschland einführen will, sucht man nach ähnlichen Forderungen auf der anderen Seite vergeblich. Es scheint gar so, als würden die heutigen Gesetze nicht einmal im ganzen ausgenutzt. Streicht man einem Hartz-IV-Empfänger seine Leistungen zusammen, kann dies oftmals bedeuten, dass diese Menschen völlig aus der Bahn, an dessen Rand sie sich vorher schon bewegt haben, geschleudert werden. Wenn ein Steuersünder nun von einigen Millionen, ein paar Millionen nachzahlen muss, schmerzt in dies wahrscheinlich in einer gewissen Art und Weise auch aber man darf davon ausgehen, dass diese Menschen nicht gleich aus der Bahn geschmissen werden. Auch diese völlige Unverhältnismäßigkeit geht in der ganzen Diskussion unter. Man beruft sich bei diesen Menschen auch immer wieder gerne darauf, was sie geleistet haben. Was diese vermeintlichen Eliten wirklich geleistet haben, macht in diesen Tagen jedem die Weltwirtschaftskrise deutlich.

Natürlich fördert man durch diese Fakten der Verantwortungslosigkeit auch eine Verantwortungslosigkeit in der Gesellschaft an sich. Denn, wenn Wirtschaftsbosse ohne mit wirklichen Konsequenzen rechnen zu müssen, Kapital und Arbeitsplätze vernichten dürfen und dann dem Staat auch noch mit einer vermeintlichen Systemrelevanz drohen können, ist es nur nachvollziehbar, dass der Normalverdiener auch überlegt, wie er am besten über die Runden kommt, sei es auch dadurch, dass er den Staat finanziell belastet. Es ist einfach nicht richtig, darüber zu jammern, dass die Wirtschaft und natürlich im speziellen die Finanzwirtschaft unter Generalverdacht gestellt wird, während auf der anderen Seite scheinbar alle Empfänger von Sozialleistungen vorverurteilt werden. Um Gemeinschaft, um ein positives Miteinander geht es schon lange nicht mehr, es geht um Gewinnmaximierung um jeden Preis und so lange dieser Ansatz in der Wirtschaft als legitim angesehen wird, muss man ihn auch als allgemeingültige Formel für den Rest der Gesellschaft anerkennen. Ob man natürlich ein System haben möchte, in dem wirklich für alle gilt, Gewinnmaximierung um jeden Preis, also auch mit der Schädigung anderer, sollten sich alle Protagonisten noch einmal gut durch den Kopf gehen lassen.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 5 Kommentare ↓

  • 1 w.bader // 15. Mai 2010 at 07:44

    Der deutsche Michel lernt nie aus, Er macht es so genau in allem und bric ht sich dabei selbst
    ein Bein. Wer waehlt die Politiker in Deutschland : Michel ! Wer geht getreu jeden morgen um
    sechs arbeiten und zahlt Steuern: Wieder der Michel. Er sieht und fuehlt es auch wie die deutschen
    Politiker mit dem Geld herum gehen. Hier und da werden jeden Monat Millionen an irgend ein
    Land grosszuegig verschenkt. Was macht Michel? nichts. Arbeit wird dem Ausland zugefuerht, was macht Michel ? nichts. Na hoert mal, wie war das nochmals 1933 ? Michel hat getreu den rechten
    Arm hoch gehoben und was war das Endergebniss ?Deutschland lag am Boden. Genau das wird
    sich wiederholen. Michel wache auf!!! Und denke daran das wenn auch kein Pfenig mehr in der
    Kasse ist, Politiker bekommen immet zu Ihrem Geld.

  • 2 Hildegard Jansen // 18. Jun 2010 at 13:07

    Es zeigt sich wieder die alte Sündenbock-Mentalität in diesem Lande. Die volkswirtschaftlich vollkommen unfähige Regierung sucht sich ein Instrument, die Schwächsten in unserer Gesellschaft, die eben keine Lobby haben und nicht organisiert sind mittels einer primitiven Hetzindustrie (die Medien, die von den Wirtschaftsbossen bezahlt werden) zu erniedrigen und zu zerstören. Der Mittelstand, der immer noch am meisten einzahlen muss, täte gut dran, sich nicht nach der reichen “Oberschicht” zu orientieren, sondern sich mit den sozial Benachteiligten zu verbünden. Wer bläht denn den Sozialstaat so auf? Wer gegen einen Mindestlohn ist, darf sich nicht beschweren, wenn die Sozialausgaben immer weiter über die Ufer treten.

  • 3 Hildegard Jansen // 18. Jun 2010 at 13:16

    Noch was zum deutschen Michel:
    Michel trägt eine Schlafmütze. Und das besagt in der Tat viel. Deutschland will jetzt wieder ein tolles Super-Sparschwein sein. Die Inflation kommt. Also muss Michel schnell noch sein ganzes gutes Kapital wegschmeissen. Den Sozialstaat rupft man ganz schnell noch, denn die Armen in diesem Lande kosten eh´ nur Geld und werden die Inflation ohnehin nicht überleben.
    Michel, du hast wirklich nichts begriffen. Du spielst mit dem Feuer. Die Deutschen sind kein Volk von Revolutionären, aber irgendwann wird auch hier mal die Ruhe ein Ende haben.

  • 4 Michael Brocks // 7. Okt 2010 at 10:01

    Keine Versicherung zahlt horrende Summen an Nichteinzahler! Sie würde INSOLVENZ anmelden und Einzahler verlieren, deren Beiträge dadurch erhöht würden!

    Warum tut Deutschland dies?
    Wer hier nach 6 Monaten keine arbeitsfähiges Deutsch sprechen kann und nach weiter 12 Monaten nicht aus eigener Kraft überleben kann, dessen Heimatland müßten die weiterführenden Kosten in Rechnung gestellt werden!

  • 5 Lilalu // 8. Mrz 2011 at 10:04

    Deutschland ist nicht sozial. Der Normalverdiener der täglich arbeien geht um über die runden zu kommen, bei jeglichen Preissteigerungen und “neuen Preismachenschaften der Regierung” wird dem das Geld aus der Tasche gezogen. Der Mittelstand weis nicht recht geht es aufwärts oder abwärts, je nach Kontakten und zutun wohl und die Reichen und Politiker berecihern sich an der Bevölkerung unter ihnen. Es werde Geschäfte gemacht die wir lieber gar nicht genau wissen wollen, es reichen schon die welche uns tagtäglich im Alltag begegnen. Löhne werden nicht mal dem Preisniveau angepasst, Gesellschaften wie Banken, Versicherungen (hier mal die Kranknekassen voran – welche Versicherung hat sonst noch das Recht uns das Konto zu pfänden und wenn man krank ist heute wird das Mittelchen gezahlt und morgen nicht mehr…) und Parteien bereichern sich indem neue “Ideen” zur angeblichen Kostensparung geschaffen werden, in Realität zahlen wir den gleichen Preis und noch drauf da wir weniger dafür bekommen und in Eigenleistung gehen müssen. Die Schleife schliesst sich, der Staat setzt was an, die entsprechenden setzen das um und verdienen und der Ottonormalverbraucher leiht sich dann Geld von der Bank da er es sich sonst nicht mehr leisten könne….Unendlich viele gesellschaften leben von dem Leid der Menschen des “Sozialstaates” nämlich den Zinsen!
    >Also dann ist da noch der Hartz IV Empfänger, tja der macht es wohl richtig, er zahlt nix groß und bekommt gezahlt…und so wenig auch nicht…Sozialwohung mit Wohngeld, Ersteinrichtung, Kleidergeld….und und manchmal mehr wie jeder Arbeiende oder Rentner bekommt nach seinen Mietabzügen.
    Und wenn wir nun noch weiter schauen unsere Menschen in der JVA, viele Kleindiebe die sich über Wasser gehalten haben draußen oder andere Kleindelikte, vielleicht noch krank dazu (Sucht, Psyche…) die nur mit sehr viel Mühe zurück finden in die Gesellschaft und denen der Weg unendlich schwer gemacht wird, denn sind sie netlassen warten die Gerichtskosen bzw. sonstige offene Rechnungen (wie bei der Krankenkasse, hier muss man versichert sein egal ob man irgendwoher Geld bezieht oder nicht, man zahlt nicht und was passiert man bekommt Zinsen und Zinseszinsen und schwupps sind tausende Euros beinander die nicht bezahlt werden können…aber kein Erbarmen immer drauf auf die die schon unten sind.
    Der Kreis schliesst sich unter dem Decknamen Sozialstaat! Wie lange noch – wann werden die Deutschen eins und lassen sich das nicht mehr gefallen? So wie mit E10 so sollten die Deutschen weiter machen und sich wehren gegen diese Volksabzocke!
    Menschen die was könne wie ein Herr von Guttenberg geht und was bleibt…das was keiner braucht!

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