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Die Wahrheit des Wortes

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Es kann nur einen geben

15. Januar 2008

…sagte schon der Highlander. Aber es soll heute nicht um Filmkritiken oder ähnliches gehen, sondern um die Parallelen im Sport und in der Wirtschaft und wie die eine Seite von der anderen noch lernen kann. Denn in beiden Fällen zählt heutzutage nur eines und das ist es, die Nummer eins zu sein und scheinbar ist dazu mehr und mehr jedes Mittel recht. Ich denke es wird Zeit gegenzusteuern und wieder mehr Fairness ins Spiel zu bringen und das eben nicht nur im Sport.

Von Wettskandalen und Doping

Es gibt viele Beispiele im Sport die darauf hinweisen, dass jedes Mittel recht ist, solange man am Ende ganz oben auf dem Treppchen steht. Moral, Vorbildfunktionen, Ehrlichkeit den Fans gegenüber all dies scheint dabei irrelevant geworden zu sein. Nicht zu letzt die Wettskandale im europäischen Profifußball, die ja unter anderem auch Bundesligavereine betrafen, haben gezeigt, dass es vielfach nur noch um den schnöden Mammon geht. Aber auch der Eklat bei der Tour de France im letzten Jahr hat gezeigt, dass scheinbar alles erlaubt ist, um Siege einzufahren. Ich persönlich habe meine Zweifel daran, dass alle Sponsoren angeblich nie etwas wussten, denn letztendlich haben auch die ein sehr hohes Interesse, dass ihre Werbeaufdrucke und ähnliches ganz oben auf dem Treppchen wieder zu finden sind. Wenn es schief geht? Macht auch nichts, dann hat man eben Negativ-PR und die ist bekanntlich noch immer besser als gar keine.

Aber die Parallelen zur freien Wirtschaft liegen auf der Hand, denn auch hier zählt nur eins, der Beste am Markt zu sein und auch hier scheint es, als sei dazu jedes Mittel recht. Es kann halt nur einen geben. Egal ob man sich die steigenden Zahlen der Industriespionage ansieht oder die ganzen Bestehungs- und Korruptionsfälle. Auch hier ist man von `Fair geht vor` soweit entfernt, wie der Highlander vom Ski fahren in den Alpen. Es ist schade, das es sich scheinbar immer mehr abzeichnet, dass nur noch die mit den prall gefüllten schwarzen Kassen oder die mit den dubiosesten Netzwerken das Rennen machen und damit doch oftmals hart arbeitende aus dem Wettbewerb gedrängt werden.

Das muss zecken

Im Sport sieht es im Moment so aus, als sei man auf einem sehr guten Weg. Denn der am 17. November 2005 zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilte Schiedsrichter Robert Hoyzer, um den sich der erste große Wettskandal hier zu Lande drehte, sieht sich mit weiteren juristischen Schritten konfrontiert. Denn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verklagt ihn gerade vorm Berliner Landgericht auf 1,8 Millionen Euro Schadenersatz und dies nicht aus Böswilligkeit, sondern aus dem Grunde, dass man an sein Geld möchte, sobald er nach der Haft, welches verdient. Dies bedeutet, sollte er zum Beispiel seine Lebensgeschichte zu Geld machen, würde das Geld dem Geschädigten zu kommen. Dieser Schritt ist durchaus auf die Wirtschaft übertragbar und man sollte über diesen oder ähnliche Schritte ein Mal mehr nachdenken.

Laut Medienberichten droht Siemens mittlerweile auch mit Schadensersatzklagen, gegen die Mitarbeiter, die an den 1,3 Milliarden Euro umfassenden schwarzen Kassen beteiligt waren. Wenn sich dies alles juristisch so darstellen lässt, spricht nicht viel gegen eine Wende zum Guten. Denn gerade in der Industrie, hat man oftmals das Gefühl, dass es häufig nur Bewährungsstrafen oder Geldbußen, die für jeden Topmanager ein Taschengeld darstellen, gibt. Genau diesen Gedankengang, der hier aus dem Bereich des Sports kommt, sollte man viel ausgeweiteter in die Wirtschaft mit einfliesen lassen. Man könnte Fonds gründen, in die etwaige Schadensersatzleistungen fließen, wenn ein Manager dem Unternehmen, den Aktionären aber auch vor allem den Arbeitnehmern geschadet hat. Denn die Folge wäre, dass wenn er, wie es oft genug geschehen ist, auch noch eine Abfindung bekommt, nachdem er gerade etlichen Familien die Existenz geraubt hat, genau diese von der Abfindung profitieren würden. Solche Strafen müssen so ausgelegt werden, dass es für die Manager auch Mal, auf gut deutsch gesagt: `Richtig zeckt`.

Fairplay

Wie es so oft im Sport gefordert wird, so muss es letztendlich auch wieder in der Unternehmenskultur in Deutschland mehr Fairplay geben. Und wenn all die Aufrufe dazu nichts nutzen, muss man eben staatlicherseits härtere Maßstäbe anbringen und auch sehr hart durchgreifen, denn Härte scheint das einzige Mittel gegen diese, teilweise routinemäßig, benutzten Vorgehensweisen zu sein. Appelle an die Moral und Ethik verhallen schon lange nur noch. Vor diesem Hintergrund würden sich viele Manager ihre Schritte noch ein Mal genau überlegen, denn dann ging es um ihre Existenz und genau die möchten die Herren nicht gefährden. Soviel darf man Mal als sicher voraussetzen.

Und nur so kann es aufwärts gehen, mit dem Sport und der Wirtschaft.

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Kategorie: Sport · Wirtschaft

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