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Die Wahrheit des Wortes

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Es geht voran!

11. August 2010

Das große Thema dieses Sommers scheint tatsächliche das Lohnniveau, Billigketten und Produktionsbedingungen zu werden. Spannend dabei ist, dass man mittlerweile auch auf diesem Sektor nun offensichtlich beginnt in die Guten und die Schlechten aufzuteilen. Natürlich ist der Textildiscounter kik in diesen Tagen ganz weit vorne, wenn es um negative Berichterstattung geht. Läden, wie zum Beispiel Aldi, werden dann dort eher als die Guten dargestellt. Die Frage ist, wie auch ein Discounter, wie zum Beispiel Aldi es schafft so preiswert zu sein aber dies scheint weniger die Frage dieses Sommers zu werden. Genauso wenig, wie man zu sehr in die Tiefe der Problematik gehen möchte. Der Feind scheint bei den etablierten Medien klar ausgemacht zu sein und nun heißt es Feuer frei aus allen Rohren. Man scheint dabei zu übersehen, dass dies ein perfekter Ansatz für eine breitflächige Systemkritik wäre aber an dieser Stelle hat man scheinbar Angst entweder Probleme mit der Politik oder aber mit den Werbekunden zu bekommen, schließlich gibt es scheinbar fast in jedem Bereich der etablierten Medien Abhängigkeiten.

Der Fall kik
Natürlich ist nachdem das, was man in den letzten Tagen in den Medien über kik sehen und hören konnte, ein Paradebeispiel für die negativen Seiten des globalisierten Raubtierkapitalismus aber man übersieht hier, dass auch kik nur ein Teil eines, im gesamten noch immer rundlaufenden, Systems ist. Natürlich macht dies den Fall kik nicht besser und es ist auch wichtig irgendwo den Anfang zu finden aber dies darf nun bitte nicht alles sein. Das System ist krank, dass ist der große Fakt. Fakt ist auch, dass am Ende des Tages jeder Bürger Teil dieses Systems ist und so an der Veränderung mitwirken könnte. Ein weiterer Fakt ist auch, dass es immer zwei Seiten gibt, so natürlich auch hier, dies sollte auch jedem klar sein. Allerdings bleibt die Frage, warum man die Sozialschwachen ganz einfach per Gesetz knebeln kann, auf der anderen Seite des Großkapitals allerdings angeblich keine angemessenen Mittel findet. Dies zeigt einfach nur, wer in diesem Land welche Lobby, welchen Einfluss und damit am Ende des Tages, welche Macht hat.

1-Euro-Jobs, die gewissermaßen scheinbar schon eine neue Art der Zwangsarbeit darstellen, sind vom Begriff her so verbrannt, dass man sie nun Bürgerarbeit nennen mag, klingt auch irgendwie freundlicher, helfender und erfolgreicher. An dieser Stelle werden wieder die vermeintlichen Massen an Schmarotzern ins Feld geführt, die es zum Teil auch tatsächlich geben mag und die einfach nicht arbeiten wollen aber vom Staat versorgt werden wollen aber tatsächlich redet man hier von einer kleinen Minderheit. Man sollte bei dieser Personengruppe nur einige Faktoren berücksichtigen, diese Gruppe ist nicht im Ansatz so groß, wie sie sehr gerne dargestellt wird und man könnte sie jetzt schon mit der aktuellen Gesetzgebung in ihre Schranken weisen. Dies scheint aber gar nicht das Ziel zu sein. Das Ziel scheint es viel mehr zu sein, eine gewisse Kollektivschuld zu schaffen, um am Ende des Tages einmal mehr den Staat zu entlasten, denn dieser ist bekanntermaßen bis über beide Ohren verschuldet. Hier muss man natürlich festhalten, dass es auch noch ganz andere Stellen gibt, wo der Staat massiv Kapital einsparen könnte aber offensichtlich wird dies immer wieder von den dementsprechenden Lobbyisten verhindert.

Firmenwagen und andere Tricks
Ohne natürlich im Detail zu wissen, welche Luxuslimousinen im Privatbesitz manch Topmanagers sind, kann man schon behaupten, dass sie außer einem stattlichen Gehalt, welches immer wieder mit ihrer Verantwortung erklärt wird, die übrigens, sollte ihr einmal nicht nachgekommen werden, auch noch gerne mit weiteren Millionen Euro als Abfindung versüßt wird, auch noch weitere Privilegien haben von denen manch einer nur träumt. Wovon manche Menschen ein Leben lang als Hochzeitsreise träumen, ist hier oftmals nur eine einfache Geschäftsreise. Traumwagen heißen hier gerne Dienstwagen usw. Man sollte bei den bekannten Rankings nicht nur Gehälter und Boni mitberechnen, sondern auch die anderen geldwerten Vorteile, die es auf dieser Ebene so alles gibt. Wenn sich dies alles dann auch noch mit der totalen Ignoranz gegenüber der gesellschaftlichen Verantwortung paart, wird es mehr als bedenklich, gerade auch im Kontext der Moral. Diese Menschen sind nichts anderes als Schmarotzer, wie die von denen gerade schon geschrieben wurde, nur das diese sich gesellschaftlich besser darstellen können. An dieser Stelle spricht man dann noch gar nicht von Details, wie zum Beispiel legale Steuertricks mit denen die Gesellschaft auch geschädigt wird und das Thema  Steuerhinterziehung soll in diesem Artikel einmal ganz unbehandelt bleiben, um den Rahmen nicht gänzlich zu sprengen.

Man sieht es wird auf beiden Seiten getrickst bis sich die Balken biegen, allerdings sind die Auswirkungen finanziell doch weit auseinander und die Politik in Deutschland hat sich scheinbar schon seit Jahren zum Ziel gemacht gegen die Schwachen der Gesellschaft vorzugehen und die Großen und damit auch das große Geld ziehen zu lassen. Dies ist eine Art von Politik die den Namen bürgernah nicht verdient und dies gilt für alle Parteien. Es geht voran und das Kapital fließt, da ist man dann scheinbar auch nicht gewillt die Schwachen zu unterstützen, sondern stellt sie eher noch unter einen Generalverdacht. Ein so geführter Staat verdient einfach nicht den Begriff Sozialstaat. Wenn man diesen Weg auch in Zukunft gehen möchte, sollte man zu mindestens die Stärke zeigen und sich vom Sozialstaat offiziell verabschieden, dies wäre dann immerhin ehrlich. Es würde natürlich wahnsinnigen sozialen Sprengstoff mit sich bringen aber damit muss man dann als Staat eben auch umgehen können oder man setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein und bekämpft zu mindestens die Schmarotzer auf beiden Seiten und hört endlich damit auf, nur eine Seite zu bekämpfen. Die Zeit der Ausreden ist vorbei, es ist die Zeit der Fakten, so oder so. Was die Menschen von alldem denken kann man immer wieder in den Umfragewerten ablesen, die hier auch am gestrigen Tag das große Thema waren.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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