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Die Wahrheit des Wortes

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Endlich wieder Saufzeit!

11. November 2010

Heute ist wieder einer dieser Tage an dem viele Menschen denken, es sei alles erlaubt. Da auch unsere Redaktion im Epizentrum des närrischen Frohsinns sitzt, schlossen wir uns diesem Gedankengang für einen kurzen Moment an und wählten die obige Schlagzeile für den heutigen Tag. Wer nun trotz der Überschrift und den einführenden Zeilen noch nicht weiß, worum es geht, dem sei kurz erklärt, dass um 11.11 Uhr die närrische Zeit des Karnevals beginnt, wie sie es jedes Jahr am 11.11. der Fall ist. Karneval steht auch immer in einem klaren Zusammenhang mit Alkohol, denn scheinbar ist für einen Großteil der Gesellschaft Frohsinn ohne Hilfsmittelchen, wie zum Beispiel Alkohol, nicht mehr möglich. Diese Kombination aus plötzlicher Heiterkeit und Massen an Alkohol führt leider in jedem Jahr nicht nur zu unzähligen Schnapsleichen, sondern auch zu Gewalt, die, wie an vielen anderen Stellen in unserer Gesellschaft auch, auch hier zu einem immer größeren Problem neben dem Alkohol wird. So muss man wohl auch in diesem Jahr wieder vor den Risiken und Nebenwirkungen dieser Tage warnen und abwarten, wie extrem es wohl werden wird aber schon in ein paar Stunden liegen erste Zahlen vor.

Gegen den Frust
Viele Bürger in Deutschland, ganz unabhängig davon, ob sie nun in einer Karnevalsmetropole wie Köln, Düsseldorf oder Mainz leben oder auch nicht, sind in diesem Jahr frustriert Auch wenn man über die etablierten Medien noch immer versucht den großen Aufschwung, das Wirtschaftswunder 2.0 zu verkaufen, realisieren die Menschen immer mehr, wie abgekoppelt sie ganz offensichtlich von alldem sind. Eine Art diesen Frust zu mindestens für ein paar Stunden zu vergessen, ist es zu feiern und dies werden auch in diesem Jahr wieder unzählige Menschen tun. Nun kann man über diese Art der Problembewältigung, die doch eher eine Art der Verdrängung darstellt, wahrscheinlich Bücher schreiben aber es ist nun einmal so, wie es ist. Auch in diesem Jahr werden wieder Scharen von Menschen in den Strassen zu sehen sein, die ansonsten wahrscheinlich das ganze Jahr über kaum lachen oder kaum etwas zu lachen haben aber mit ausreichend Alkohol klappt es dann vielfach doch. Ein Problem in diesem Kontext ist es, dass die Menschen die so verfahren immer jünger werden und man oftmals nicht einmal von Jugendlichen im Koma sprechen muss, sondern von Kindern. Auch so etwas sagt viel über eine Gesellschaft aus.

Jeder Politiker sollte eigentlich versuchen etwas gegen diesen Zustand zu tun und damit ist nicht gemeint noch mehr Polizei und andere Ordnungskräfte einzusetzen, sondern viel mehr dafür zu sorgen, dass die Zustände sich so verändern, dass der Frust gelindert wird. Denn vielfach kommt die Angst der Kinder und Jugendlichen einfach nur aus dem Elternhaus, wo sie von den Eltern her übertragen wird. Auch die Kleinsten bekommen mittlerweile mit, wie es der breiten Masse der Bevölkerung geht und das verunsichert sie oder macht ihnen im schlimmsten Fall Angst. Bei den Erwachsen ist es dann auch noch so, dass sie durch den Alkohol ihre Hemmungen verlieren und dies oftmals in Gewaltexzessen endet. Es ist genau diese Mischung die auch an Karneval zu einem zunehmenden Problem wird. Ein anderes großes Thema ist natürlich das Zwischenmenschliche, um es einmal vorsichtig zu formulieren, denn an diesen Tagen haben Seitensprünge Konjunktur, was ins allgemeine wirtschaftliche Bild passt und die Familienministerin Kristina Schröder (CDU) dürfte sich auch freuen, weil natürlich auch fleißig an der Erhöhung der Geburtenrate gearbeitet wird.

Karnevalsverbot für Hartz-IV-Empfänger
Es ist noch nicht allzu lange her, da konnte sich die Bundesrepublik darüber erfreuen, dass nachdem die Bundesregierung gerichtlich aufgefordert wurde die Hartz-IV-Sätze zu erhöhen, dies auch umsetzte und im gleichen Atemzug, Tabak und Alkohol aus dem Leistungskatalog strich. Man könnte nun natürlich der These folgen, dass zum Brauchtum Karneval eben auch zu mindestens Alkohol gehört, entfernt man diesen nun aus dem Leistungskatalog, verweigert man einer gewissen Personengruppe natürlich dieses Stück Brauchtum und grenzt sie somit gesellschaftlich aus, was dann natürlich auch ein unhaltbarer Zustand wäre. Man sieht Karneval kann weitreichende Fragen aufwerfen. Mit ein wenig mehr Ernsthaftigkeit gesprochen, spiegeln diese Tage natürlich auch die Befindlichkeiten im Land wider, womit es interessant wird zu sehen, wie es sich in diesem Jahr verhält und wie viel von all den schönen Reden der Politiker, die oftmals ungeprüft und seltenst hinterfragt über die etablierten Massenmedien unters Volk gebracht werden, noch übrig bleibt.

Der Karneval reicht natürlich noch weit ins nächste Jahr hinein und die richtig heftige Zeit des Straßenkarnevals steht noch bevor und man darf davon ausgehen, dass sich bis zum Jahresbeginn 2011 auch in Deutschland wieder viele Veränderungen in den Bereichen Wirtschaft und Politik ergeben haben werden. Einiges von dem, was sich in den letzten zwölf Monaten auf diesen Ebenen getan hat, wird man dann auf den Motivwagen auf den verschiedenen Rosenmontagszügen wiederfinden und sich noch einmal kurz an vieles erinnern, was in dieser Zeit schiefgelaufen ist. Es steht wohl auch fest, dass es in den letzten zwölf Monaten soviel war, dass man mit den Themen einen Rosenmontagszug von Flensburg bis Garmisch aufziehen könnte. Es sind auch diese Fakten die beweisen, dass es politisch und wirtschaftlich vielleicht nicht ganz so rosig ist, wie man es versucht zu suggerieren und die Wahrscheinlichkeit, dass sich in diesem Staat ohne den ausreichenden Druck der Bürger irgendwas zum Guten wendet, bleibt wohl auch mehr Wunschdenken, als alles andere. Dies abschließend zu beurteilen steht aber erst ab dem 11.11.11 an. An diesem ganz besonderen Datum in nächstem Jahr freuen wir uns schon auf den Artikel, der darüber berichten wird, wo die Karnevalshochburgen dann wohl sein werden. Es ist aber davon auszugehen, dass es dann die Standesämter sein dürften.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik · Wirtschaft

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