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Die Wahrheit des Wortes

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Endlich Vollbeschäftigung

6. Juni 2011

Unter drei Millionen Arbeitslose hat die Arbeitslosenstatistik für den Monat Mai ergeben. Deutschland ist weiterhin im Aufschwung und wenn es so weitergeht scheinbar auf dem Weg zur Vollbeschäftigung. Warum einen dies, nicht nur in einem historischen Kontext beängstigen sollte, zeigt sich auch, wenn man sich auch diese brillante Statistik einmal in Ruhe aus der Nähe ansieht. Arbeit zu haben bedeutet in dem Land, welches vom Land der Dichter und Denker immer mehr zum Land der Leergutsammler mutiert, leider mittlerweile lange nicht mehr soviel, wie es einmal bedeutet hat. Denn die Gesamtstruktur entwickelt sich auch in diesem Teil des maroden Gesamtsystems immer mehr in eine äußerst negative Richtung. Was man hier als Aufschwung verkauft bekommt, zeigt in sehr vielen Fällen nur zu deutlich, wie ein komplett gescheitertes System noch künstlich am Leben gehalten wird. Denn an dem Tag, an dem in diesem System der völlig Herzstillstand eintritt, würde es auch deutlich die treffen, die bis zum heutigen Tag noch ihren Profit abschöpfen. Vom Hirntod dieses Systems braucht man gar nicht erst zu sprechen, denn der ist scheinbar schon lange eingetreten, wenn man sich manche Entscheidung ansieht die auf nationaler Ebene aber auch auf Ebene der Europäischen Union (EU) gefällt wurde und wird.

Von Maßnahme zu Maßnahme?
Ein beliebter Trick und es scheint als könnte man hier von nichts anderem sprechen, sind so genannte Maßnahmen für Arbeitslose, womit diese aus der Statistik verschwinden und noch nicht einmal in der Nähe eines Arbeitsplatzes sind, geschweige denn in der Nähe einer dauerhaften Anstellung von der man menschenwürdig leben könnte. Außer, dass dies nur eine Möglichkeit ist, um immer wieder auf eine Verbesserung des Arbeitsmarktes hinweisen zu können, ist es auch spannend das Thema menschenwürdiges Leben nicht aus dem Auge zu verlieren. Die Leistungsansprüche in diesem Land steigen immer schneller, immer massiver an, was natürlich auch Folgen im Kontext von Krankheitsbilder im psychosomatischen Bereich hat. Aber all dies scheint in einer Welt permanenter Gewinnmaximierungen keinen mehr zu interessieren, der Mensch, oder zu mindesten der größte Teil dieser, rückt immer mehr in den Hintergrund. Friss oder stirb ist auch hier das Leitmotiv, was es natürlich eher zu einem Leidmotiv macht. Hier kann man eigentlich nur über die Zahlen erfreut sein, auch wenn dies, aus den gerade genannten Gründen, auch kaum möglich ist. Die Zustände, die sich hier immer mehr ausbreiten und natürlich auch die Gesellschaft spalten, sind ganz bestimmt kein Anlass zur Freude oder sollte es tatsächlich Protagonisten in diesem Spiel geben die sich über stetig steigende Armut freuen können?

Nun sieht dies die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) natürlich ganz anders und auch sie freut sich. Hier sollte einem auffallen, dass an diesem Zustand allerdings kaum etwas natürlich ist, denn von der Leyen (CDU) ist auch noch Bundessozialministerin, dies scheint aber allzu oft unterzugehen, was übrigens für den Bereich des Sozialen ganz allgemein gilt. Ihre Aufgabe sollte ganz anders wahrgenommen werden, sofern die Bundesrepublik Deutschland den Anspruch hat auf längere Sicht noch ein Sozialstaat zu sein. Man erkennt es auf allen Ebenen, von der vollzogenen Gesundheitsreform des damaligen Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) über die Planungen zur Sanierung der maroden Pflegeversicherung, die sein Nachfolger Daniel Bahr (FDP) in die Hand nehmen soll, bis hin zur Neuregelung der Hartz-IV-Sätze, die sich auch immer mehr als ein Flop zeigen, hier wird abgewirtschaftet, dass es kaum noch zu glauben ist. Unterm Strich zeigt sich so, dass es in diesem gesamten Bereich keinen Grund gibt irgendwas zu loben. Es gilt die gleiche Kritik, die man dem Erfinder dieser Form des sozialen Kahlschlags, dem Genossen der Bosse und Ex-Kanzler Gerhardt Schröder (SPD) entgegenbrachte. Wenn hier also einfach eine alte, vom Volk nicht mehr geduldete Politik unter anderem Namen doch wieder fortgesetzt wird, wie es den Anschein hat, muss man sich fragen, ob dies noch allzu viel mit Demokratie im ursprünglichen Sinn zu tun hat.

Probleme mit der Wahrheit?
Nun muss man natürlich auch glasklar die Probleme einmal von der anderen Seite her sehen, denn die Wahrheit wäre schmerzhaft. Würden alle in Deutschland begreifen, was sich hier in den letzten Jahrzehnten abgespielt hat, würde es wohl ähnlich aussehen, wie in Spanien oder gar Griechenland, um nur zwei Beispiele zu nennen, wo die Menschen immer mehr auf der Straße zeigen, dass sie den bisherigen Kurs nicht mehr vollen. An dieser Stelle sieht man nicht nur sehr schön, wo das Problem mit der Wahrheit ist, sondern auch, dass es weit über die deutschen Grenzen hinausgeht. Denn natürlich spricht man beim globalisierten Raubtierkapitalismus nicht von einem ureigenst deutschen System. Die internationale Ebene, gerade auch die des Euroraums und der Europäischen Union (EU) im Ganzen, zeigt, wie verbreitet das Scheitern ist. Im politischen Berlin und auch schon zuvor, als die Hauptstadt noch Bonn hieß, wurden viel zu vielen, falschen Wegen gefolgt und genau dies rächt sich nun Stück für Stück, wie auch die kaum noch zu bändigenden Krise des Euros zeigt, an die letztendlich auch der Zerfall der EU gekoppelt ist. Welchen Thesen man auch folgen mag, der, dass Ländern, wie zum Beispiel Griechenland den Euro zu verlassen haben oder auch, dass zum Beispiel Deutschland zur DM zurückkehrt, es wird die Lunte am Pulverfass Europa nur noch schneller brennen lassen. Das dies von deutschen Politikern über die Parteigrenzen hinaus ignoriert wird, ist mindestens als fahrlässig einzustufen.

Einschnitte in Europa werden kommen, so oder so. Die Frage ist nur, ob man nicht langsam damit beginnen will das System hin zu mehr Gerechtigkeit zu verändern, dass die Masse der Menschen auch das Gefühl bekommt, dass sich die kommenden, gravierenden Einschnitte lohnen werden oder ob man weiter dem Weg der stetigen Lüge folgen mag und es so zu einer großen Eskalation kommen lassen möchte, wenn es auch der letzte begriffen hat. Desto mehr Menschen in Deutschland und im Rest Europas gegen diesen falschen Weg auf die Straße gehen, desto unhaltbarer wird er. Immer vorausgesetzt man mag Europa auch zukünftig halbwegs demokratisch regieren. In diesem Kontext kommen natürlich auch immer mehr Fragen auf, ob die vermeintliche Elite, diese Clique aus dem Bereich der Wirtschaft und der Politik überhaupt diesem Weg folgen mag oder man nicht schon längst ganz andere Pläne hat, die dann mehr dem Weg Chinas entsprechen würden. Der große westliche Führer, der US-Präsident Barack Obama hat jüngst erst ein Zeichen gesetzt, wie er es mit den Grundregeln der Demokratie hält, in dem er scheinbar einfach so den Topterroristen Osama bin Laden in Pakistan erschießen ließ. Man sieht an diesen Punkten, wie wichtig es ist, immer die Gesamtheit der Nachrichten zu sehen und sie genau miteinander zu verknüpfen, denn erst so ergibt sich ein passendes Gesamtbild, welches man ansonsten oftmals vermisst und dies ist mit Sicherheit weder ein Einzelfall, noch ein Zufall, sondern ein Teil der gesamten Strategie, die man so klar und deutlich erkennen kann.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Bernd Martin // 6. Jun 2011 at 08:25

    Das ist der Hammer…die belügen uns jeden Tag aufs Neue! Wenn man zu den angeblich nur 3 Millionen Arbeitslosen mal die Hartz IV-Empfänger, die Umschüler, die 1-Euro-Jobber usw. dazu zählt, dann kommt man auf eine Zahl, die zwischen 12-13 Millionen liegt! Deutschland im Aufschwung? Lächerlich…das wird den Bürgern nur eingetrichtert, weil den Psychos in Berlin der Kackstift geht, denn wenn wirklich alle Deutschen mal aus ihrem Michel-Schlaf erwachen würden, sähe es auf unseren Straßen so aus wie in Spanien!

  • 2 Ralle // 6. Jun 2011 at 11:11

    so ist es
    so lange der deutsche bürger aus seinen schwittchen schlaf nicht erwacht passiert garnicht ….
    und die spacken aus berlin wissen das zuverhindern…..

Schreib was dazu