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Die Wahrheit des Wortes

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Eine Welt ohne Probleme

8. April 2011

Heute vor genau vier Wochen gab es eines der schwersten Seebeben überhaupt vor der Küste der japanischen Stadt Sendai. Die unzähligen Toten, die dieses Beben und vor allem auch der nachfolgende Tsunami nach sich zogen, verschwanden doch sehr schnell aus dem Fokus der Öffentlichkeit, da sich gleich auch noch eine wesentlich schlimmere Katastrophe ereignen sollte. Es geht um den GAU im Atomkraftwerk (AKW) von Fukushima, wo man nun schon in der vierten Woche auf den Super-GAU warten musste. Dem nicht genug, wütet auch schon seit Wochen ein Krieg in Libyen, der noch immer nicht im Ansatz, dass gebracht hat, was man vorher großmundig versprach. Verfolgt man in diesen Tagen die Medien, stellt man fest, dass es schon längst wieder wichtigere Schlagzeilen zu geben scheint und man bekommt das Gefühl in einer Welt zu leben in der es keinerlei große Probleme gibt und das während Millionen Liter hochradioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik geschüttet werden und Muammar al-Gaddafi noch immer der Chef in Libyen ist. Man könnte eigentlich auch vom Versagen der Welt sprechen und dies ist schon ein Problem.

Nur ein Wahlkampfthema
Die Grünen scheinen auf dem Weg zu sein, die stärkste Partei in Deutschland zu werden, zu dieser Erkenntnis könnte man gelangen, wenn man manch einer Umfrage aus diesen Tagen folgt. Das Problem ist nur, dass man spätestens seit der Schmutzkampagne gegen den ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), die letztendlich auch zu seinem Sturz führte, weiß, wie vorsichtig man mit solchen Umfragen umgehen muss. So zynisch es klingen mag, muss man auch immer berücksichtigen, dass die Grünen massiv vom GAU im Atomkraftwerk (AKW) in Fukushima profitiert haben und hier könnte man zu einer sehr negativen Einschätzung kommen. Scheinbar haben die etablierten Massenmedien, die gerade genannte Katastrophe auch massiv genutzt, um damit politische Fakten zu schaffen. Ein Punkt der für diese These sprechen würde, ist, dass das Thema Fukushima bis zu den Wahlen hochgehalten wurde und es ständige Sondersendungen und ähnliches gab. Kaum war der Wahlsonntag erreicht, rückte die japanische Atomkatastrophe immer mehr in den Hintergrund und dies, obwohl die Nachrichten aus Japan bis zum jetzigen Zeitpunkt unverändert katastrophal sind.

Man muss sich einmal vor Augen halten, wie viele Millionen Liter radioaktiv hoch verseuchtes Wasser in den Pazifik geleitet wurden und man spricht hier nur von den Mengen, die offiziell bekannt sind. Jeder weiß nun aber auch, wie der Vertuschungsmegastar, die Betreibergesellschaft Tepco, mit der Wahrheit umgeht. Unabhängig von den tatsächlichen Mengen an Radioaktivität mit denen man gerade den Pazifik verseucht, scheint man so etwas, wie die Atmosphäre bei allem völlig aus dem Blickwinkel verloren zu haben bzw. einfach zu ignorieren. Man geht auch gerne hin und erklärt, wie weit Japan doch von Europa entfernt ist, auch hier gilt, dass man nicht klar und deutlich sagt, dass die Atmosphäre im ganzen immer weiter vergiftet wird. In Europa selbst arbeitet man unterdessen, unter Federführung des EU-Kommissar für Energie, Günther Öttinger (CDU), an einem Stresstest für die europäischen AKWs. Außer das man davon ausgehen kann, dass hier nur eine Lösung möglich zu sein scheint, die den wirklich allerkleinsten Nenner als Grundlage hat, was nicht wirklich hilfreich in der Sache sein dürfte, gab es vor gut 25 Jahren schon einmal eine Art Stresstest, diesen nannten man damals nur anders. Das Ergebnis von damals kennt man unter dem Namen Tschernobyl aber auch hier spricht in diesem Kontext keiner von einem Problem.

Wenn Pläne nicht funktionieren
Wie zum Beginn dieses Artikels erwähnt, ist dies aber nicht das einzige Probleme, welches man gerne ausblendet, um den Massen eine gut funktionierende, globalisierte Welt des Raubtierkapitalismus vorzugaukeln. Denn in der arabischen Welt, in Nordafrika tut sich auch sehr viel und die Frage, was wirklich hinter all den Umsturzversuchen, die zu Teil auch schon gelangen, steckt, ist bis zum heutigen Tage auch noch weitestgehend unbeantwortet geblieben. Hier muss man nur mit jedem Tag, den der Krieg in Libyen andauert, davon ausgehen, dass irgendwas nicht so gelaufen ist, wie es ursprünglich angedacht war. Verliefen die Umstürze in Tunesien und Ägypten noch verhältnismäßig planvoll, stellt es sich in Libyen ganz anders dar und Gaddafi ist nicht bereit das Feld zu räumen. Also musste ganz offensichtlich ein weiterer Krieg her. Da Kriege in der heutigen Zeit gerne als Hilfe für die Menschheit dargestellt werden und es für dessen Ausführungen auch schon einmal den Friedensnobelpreis gibt, wie jüngst erst das Beispiel Barack Obama zeigte, ist all dies auch kein Problem. Das man hier von der Vernichtung menschlichen Lebens spricht und zwar noch direkter, als es durch die radioaktive Verseuchung in Japan der Fall sein wird, wird zu einem großen Teil auch aus dem Fokus der Öffentlichkeit geschoben.

Auch am Ende dieser Woche stellt sich nur auf Basis dieser beiden Brennpunkte die Frage, wenn all dies keine Probleme sind, was sind dann eigentlich überhaupt noch Probleme? Noch vor vier Wochen sprach man vom Vorhof der Apokalypse und ähnlichem, wie gesagt, da standen auch noch Landtagswahlen bevor. Nun sind diese gelaufen und man scheint zu ignorieren, dass die Tür zur Apokalypse immer weiter aufgeht, man kann förmlich in den Schlund schauen und sich überlegen, auf welchem Weg die Erde gerade ist. Genau hier sollte man dann allerdings wirklich nicht von einem Problem sprechen, denn die Erde wird all dies überstehen, es ist allerdings mehr als fraglich, ob die Menschheit all dies unbeschadet übersteht und dies kann man dann wieder durchaus als Problem deklarieren aber im Zeitalter von Kommunikationsdesign und ähnlichem möchte man natürlich alles viel lieber positiv dargestellt wissen und auch hier sprechen wir von einem weiteren großen Problem. Es gibt Tatsachen, wie die des GAUs in Fukushima, die kann man nicht positiv darstellen, weil es schlicht und ergreifend nicht im Ansatz etwas Positives daran gibt und dies gilt selbstverständlich auch für den Krieg in Libyen. Man sollte aufhören all dies zu beschönigen und sich endlich mit vollem Einsatz für die Lösungen all dieser gigantischen Probleme einsetzen, bevor es zu spät ist.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Art for Europe » Ich komme wieder! // 11. Apr 2011 at 07:43

    [...] kommt natürlich auch daher, dass Hrabar auch tief von den Geschehnissen im japanischen AKW von Fukushima getroffen worden ist. Außer diesen neuen Werken bietet sich aber mit dieser Ausstellung vor [...]

Schreib was dazu