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Die Wahrheit des Wortes

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Eine lange Grillsaison

8. Juni 2011

Das Jahr 2011 scheint ein Jahr mit einer extrem langen Grillsaison zu werden, zu mindestens, wenn das Wetter auch die nächsten Monate über so stabil sommerlich bis hochsommerlich bleibt, wie es schon seit Wochen der Fall ist. Dies sollte allerdings nicht nur Anlass zur Freude geben, denn es zeigt auch auf, dass sich das Klima verändert, ohne erst einmal zu beurteilen, warum dem so ist, denn Klimawandel gab es schon immer, auch schon lange bevor der Mensch Einfluss auf diesen Planeten nahm. Man kann diese lange Periode von Hitze und Trockenheit, die es in diesem Jahr bis jetzt schon gab aber trotzdem zum Anlass nehmen, einmal über die Energiewende aus einem anderen Blickwinkel zu berichten. Nachdem im gestrigen Artikel schon aufgezeigt wurde, wo die großen Probleme und Blockaden im wirtschaftlichen und politischen Bereich liegen, muss man natürlich auch festhalten, dass auch die Gesellschaft im Gesamten ihre Macht auch hier nicht nutzt, denn die Energiewende über die man verstärkt seitdem Super-GAU im japanischen Atomkraftwerk (AKW) von Fukushima spricht, ist natürlich auch durch die Massen beeinflussbar, wenn es denn wirklich gewollt ist. Die Energiewende ist in aller Munde, die Grünen sind bislang die großen Gewinner der Frage, wie es mit diesem Bereich in der Zukunft weitergehen soll aber es geht um viel mehr als nur um die Politik und die Wirtschaft.

Möchte man verzichten?
Sehr viele Menschen dürften die Grillsaison 2011 wesentlich früher als noch in den letzten Jahren eingeläutet haben. Viele werden in diesem Jahr auch wesentlich früher als sonst ein Freibad besucht haben. Dies sind alles Punkte, die man auch durchaus kritisch im Kontext zum Thema Umweltschutz sehen kann, auch wenn viele Menschen an so etwas in erster Linie wahrscheinlich gar nicht denken mögen. Angenommen der Wetterverlauf bleibt die nächsten Wochen und Monate so stabil, wie er sich bis jetzt gezeigt hat, dann wäre es schon außerordentlich spannend Studien zu haben, die aufzeigen wie hoch die Mehrbelastungen, die die Umwelt schädigen, sind. Feinstaub der beim Grillen freigesetzt wird, könnte hier genauso ein Thema sein, wie der Mehrbedarf an Energie, der durch die längeren Betriebszeiten der Freibäder entsteht. Aber dieser Bereich ist noch viel größer auszuweiten, als rein auf den Bereich der Umweltbelastung bzw. des erhöhten Energieverbrauchs. Denn auch das Thema Ernährung spielt hier mit hinein und gerade in Zeiten der großen Panik vor dem EHEC-Erreger, der nach und nach die verschiedensten Bereiche des Gemüseanbaus etc. schädigt, steht bei vielen Menschen Fleisch wieder viel weiter oben auf der Einkaufsliste, als es zuvor noch der Fall war. Dies bedeutet auch hier entsteht ein Mehrbedarf, der erst einmal aufgefangen werden muss und aus der Erfahrung weiß man, wie der Markt hier reagiert und man ist beim Thema Massentierhaltung und Gammelfleisch.

Wenn man sich beim Discounter um die Ecke, dass bis zur Unkenntlichkeit marinierte Grillgut kauft, hat man immer wieder das Gefühl, dass ein gewisser Prozentsatz minderwertig schmeckt, um es vorsichtig zu formulieren. Man scheint dann aber kaum irritiert, gilt es doch seit Wochen nach und nach verschieden Gemüsesorten durch die Verdächtigungen der Überträger des EHEC-Erregers zu sein, negativ zu belegen. Kaum einer kommt auf die Idee, dass nur weil nicht darüber berichtet wird, Problematiken, wie zum Beispiel Gammelfleisch, auch weiterhin durchaus ein Thema sein können, von Verseuchung mit Dioxin, Antibiotika und anderen Dingen, die man im Fleisch nicht haben möchte, ganz zu schweigen. Aber wer beschränkt sein Grillverhalten bei diesem Traumwetter denn tatsächlich? Man muss wohl annehmen, dass man hier von einer kleinen Minderheit spricht. EHEC hat natürlich auch den traurigen Beweis angetreten, dass in der heutigen Zeit scheinbar so gut wie alles eine Gefährdung darstellen kann und dies in der vermeintlich bis in den letzten Winkel regulierten Europäischen Union (EU), wo man per Gesetz selbst das Rauchen massiv limitiert, um angeblich die Gesundheit der Massen zu schützen. Auch hier kann man die Doppelmoral förmlich greifen. Auf diese Probleme gibt es grundsätzlich auch wieder die Antwort, dass einfach die Massen umdenken müssen und der Verzicht eine viel größere Rolle spielen muss, denn so kann man hervorragend Märkte kontrollieren und wird nicht von den Märkten kontrolliert.

Wie gestaltet man Märkte?
Den Schock, den manch einer hat, wenn es schon wieder einen weiteren Lebensmittelskandal gibt, die scheinbar auch von einer Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) nicht nachhaltig in den Griff zu bekommen sind, sollte sich viel tiefer einbrennen. Die ständigen Verdächtigungen im Zusammenhang mit dem EHEC-Erreger, die in den letzten Wochen immer wieder ganze Marktsegment massiv geschädigt haben, haben gezeigt, dass akuter Verzicht nach aktueller Nachrichtenlage gar nicht wirklich sinnvoll ist. Es geht um ein wirklich tiefes Umdenken. Wenn man zum Beispiel mehr auf regionale Produkte zurückgreift, spart dies Energie, gibt einem ein Stück mehr Sicherheit und man bekämpft in einem gewissen Umfang auch den völligen Globalisierungswahn, denn welche Märkte am Ende des Tages funktionieren und welche nicht, bestimmen noch immer die Konsumenten. Dies bedeutet natürlich auch, dass nicht immer alles verfügbar ist, was auch wieder Verzicht bedeutet. So ist es auch mit der klimabedingten Verlängerung der Grillsaison, die es dieses Jahr wohl geben könnte. Auch hier sollte man darüber nachdenken, ob es nicht lohnt für die Umwelt auch einmal zu verzichten und nicht alles mitzunehmen, was vielleicht möglich ist. Ein weiterer Vorteil dieses Verhaltens, man erhält sich Highlights und so die Freude, die ansonsten natürlich auch einer gewissen Routine weicht. Man sieht, Verzicht kann auch Vorteile bringen.

Es ist sehr einfach immer auf der Wirtschaft und der Politik rumzuhacken und in sehr vielen Fällen, und auch dies wird gar nicht in Frage gestellt, ist es auch mehr als angemessen aber man sollte auch von Zeit zu Zeit immer sein eigenes Verhalten überprüfen und gegebenenfalls verändern. Die Masse hat viel mehr Macht, als viele oftmals glauben, man muss sich nur ein wenig von der scheinbar immer größer werdenden Manipulation durch die Massenmedien freischwimmen und auch immer wieder seinen Instinkten trauen und folgen. Wenn man sich anschaut, wie groß in der heutigen Zeit der Anteil an Werbung, wenn auch zum Teil sehr unterschwellig, in der vermeintlich unabhängigen Berichterstattung ist, sieht man, warum es so wichtig ist das heutige Medienangebot sehr selektiv wahrzunehmen. Denn gerade auch hier werden Märkte gesteuert und forciert. Da weite Teile der Medien scheinbar zu einem sehr großen Teil schon durch die Wirtschaft, wie auch durch die Politik, inhaltlich gezielt übernommen worden sind, muss man sich seinen eigenen Weg suchen, um nicht in die Fänge dieses Systems zu geraten. Wird dieser Weg von einer ausreichenden Menge gewählt, ist das heutige System zum Scheitern verurteilt und wird entweder wieder vernünftig an die Interessen der Massen angepasst oder es kollabiert endgültig. Dieses Mittel zu nutzen ist mehr als legitim und wie es ausschaut, gibt es auch kein anderes Mittel mehr. Genau darüber sollte man einmal nachdenken, vielleicht beim nächsten Grillabend.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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